In Biel ist Zweisprachigkeit Normalität

27.02.2014 |  Von  |  Schweiz
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In Biel ist Zweisprachigkeit Normalität
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Biel liegt im Berner Jura nordwestlich der eidgenössischen Hauptstadt und ist mit seinen mehr als 52’000 Einwohnern die grösste zweisprachige Stadt in der Schweiz. Die Stadt ist das bedeutendste Zentrum für das Drei-Seen-Land mit Bieler, Neuenburger und Murtensee sowie das Berner Jura. Die Stadt besitzt bemerkenswerte Sehenswürdigkeiten, ist aber auch ein idealer Standort, um die reizvolle Umgebung zu entdecken.

Zweisprachigkeit ist gesetzliche Pflicht

Wer die Stadt Biel oder Bienne, wie sie auf französisch genannt wird, besucht, wird schnell feststellen, das Zweisprachigkeit hier die Normalität ist. Und bei näherem Hinsehen ist es nicht weiter verwunderlich, das hier die deutsche und französische Sprache völlig gleichberechtigt sind, denn Biel ist die einzige Stadt der Schweiz, in der eine gesetzliche Pflicht zur Zweisprachigkeit besteht. 

Daher ist hier nicht nur jedes Strassenschild zweisprachig und Ansagen in Bussen und Bahnen werden in beiden Sprachen durchgeführt. Bei einem Aufenthalt in der Stadt und seiner Umgebung kann es durchaus passieren, das ein Gesprächspartner deutsch spricht und der andere in französisch antwortet. Für uns war der Aufenthalt in der Stadt aber nicht nur dadurch eine neue Erfahrung.

Die Bieler Altstadt lädt zum Flanieren ein. (Bild: Mihai-Bogdan Lazar / <a href="http://www.shutterstock.com" target="_blank">shutterstock.com</a>)

Die Bieler Altstadt lädt zum Flanieren ein. (Bild: Mihai-Bogdan Lazar / shutterstock.com)




Ein mittelalterliches Kleinod



Biel begeisterte uns schon durch seine attraktive Lage am nördlichen Ufer des Bieler Sees und zu Füssen des Jura und vermittelte uns dadurch schon bei der Ankunft genau die richtige Urlaubsstimmung. Wir wohnten in einem netten Hotel unweit des Sees und machten uns zunächst daran, die Stadt kennen zu lernen.

Im Gegensatz zu vielen anderen Städten fiel uns auf, dass das Zentrum der Stadt nicht die Altstadt, sondern die sogenannte Neustadt ist. Sie entstand zu Beginn des 20. Jahrhunderts und besitzt bemerkenswert viele Gebäude im Bauhausstil. Die mittelalterliche Altstadt liegt abseits der grossen Menschenströme, die durch die Geschäftszentren der Stadt hetzen. Und sie ist ein wahres Kleinod und gehört zu den am besten erhaltenen mittelalterlichen Altstädten in Europa und besitzt prächtige Sehenswürdigkeiten.



Zudem ist fast die gesamte Altstadt autofrei und in den wenigen Gassen, die befahren werden dürfen, gilt Schrittgeschwindigkeit. Für Besucher eine Wohltat und so lässt es sich gefahrlos flanieren und den Blick auf die historischen Gebäudeensembles richten. Eine Augenweide ist beispielsweise die Schlichtheit der im 15. Jahrhundert erbauten Stadtkirche. Ebenfalls sehenswert sind das Rathaus, das Zunfthaus zu Waldleuten mit einem beeindruckenden Erker und die Alte Krone mit zwei Stufengiebeln.





In den Gassen von Biel gibt es viel zu entdecken. (Bild: kor / <a href="http://www.shutterstock.com" target="_blank">shutterstock.com</a>)

In den Gassen von Biel gibt es viel zu entdecken. (Bild: kor / shutterstock.com)

Reizvoll sind die zahlreichen kleinen Geschäfte, die sich in der Altstadt befinden und den Bummel zu einem Erlebnis machen. Am Abend trifft man sich dann in den gemütlichen Restaurants, um lecker zu speisen und den Tag ausklingen zu lassen.

Bemerkenswerte Museenvielfalt

Durchaus lohnenswert ist der Besuch verschiedener Museen, die es in Biel gibt. Ganz in der Nähe des Bahnhofs ist das Bieler Museumsquartier mit zwei unterschiedlichen Museen. Das Neue Museum, das uns persönlich besonders gut gefallen hat, beschäftigt sich mit Archäologie, der Geschichte der Stadt und präsentiert eine Kunstabteilung. Interessant fanden wir die Darstellung des bürgerlichen Lebens im 19. Jahrhundert, aber auch die archäologischen Funde der Region sind beachtenswert.



Das ist auch nicht weiter erstaunlich, wenn man sich vor Augen führt, dass die Drei-Seen-Region zu den bedeutendsten archäologischen Landschaften in der Schweiz gehört und entsprechend viele Funde aus den verschiedensten Menschheitsepochen entdeckt wurden. Das CentrePasquArt gliedert sich in mehrere Bereiche und hat die Kunst in all ihren Facetten zum Schwerpunkt.

Dabei geht es nicht nur um Gemälde, sondern auch um die Fotografie und die Filmkunst. Technisch interessierte Zeitgenossen hingegen werden den Weg ins Museum Müller einschlagen, um mehr als 150 historische Maschinen zu besichtigen. Die Museumslandschaft von Biel wird durch ein Optisches Museum in der Collègegasse und das Museum Omega ergänzt, wo uns die zahlreichen Uhren ganz besonders in den Bann zogen.

Romantik pur in Biel. (Bild: Mihai-Bogdan Lazar / <a href="http://www.shutterstock.com" target="_blank">shutterstock.com</a>)

Romantik pur in Biel. (Bild: Mihai-Bogdan Lazar / shutterstock.com)

Aktivitäten in unverfälschter Natur

Die malerische Umgebung von Biel ist für Ausflüge und Aktivitäten wie geschaffen. Wir nutzten einige der zahlreichen Möglichkeiten und da wir selbst Wassersportler sind, zog es uns an einem der Tage auf den Bieler See hinaus. Bei einer Kanufahrt entlang des Ostufers von Biel nach Erlach paddelten wir dicht am Ufer entlang und liessen die Stille an dem vergleichsweise wenig bebauten Gewässer auf uns wirken.

Wir mussten uns allerdings auch eingestehen, dass es kraftaufwändiger war, als auf einem Fluss mit der Strömung unterwegs zu sein. Dennoch wollen wir die gewonnenen Eindrücke nicht missen. Die Nähe zum Jura nutzten wir zudem für einen Ausflug zum Creux du Van, das sich östlich des Neuenburger Sees befindet und von Biel gut zu erreichen ist.

In Noiraigue stellten wir unser Fahrzeug ab und machten uns auf eine insgesamt 13 Kilometer lange Wanderung, deren Höhepunkt der gewaltige Felsenkessel Creux du Van war. Er entstand vermutlich nach der letzten Eiszeit durch Erosion und hat eine Länge von mehr als 1’200 Metern. In Erstaunen versetzten uns die fast senkrecht abstürzenden Felswände über mehrere hundert Meter. Der unbewaldete Rand des Kessels ist von einer Trockensteinmauer umgeben, um Abstürze zu verhindern. Die Mauer ist dabei etwas ganz Besonderes, denn sie wurde von einer Gruppe Freiwilliger aus verschiedenen Ländern völlig unentgeltlich errichtet und trägt daher den Namen „Mauer der Freundschaft“.

 

Oberstes Bild: © Mihai-Bogdan Lazar – shutterstock.com

Über Winfried Meyer

Als gelernter Kartograf galt mein Interesse schon früh den Landkarten und fernen Ländern. Daraus entwickelte sich eine grosse Leidenschaft für das Reisen, die mich schon in viele Teile unserer Erde geführt hat. Inzwischen betreibe ich ein Redaktionsbüro für die Reise- und Tourismusbranche und biete meinen Kunden einen umfangreichen Service an. Neben hochwertigen Inhalten plane ich individuelle Rundreisen und übernehme Fotoaufträge.


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