Kleine Weltstadt Zürich, Teil 3: Badespass mitten in der Stadt

03.01.2014 |  Von  |  Alle Länder, Europa, Schweiz
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Kleine Weltstadt Zürich, Teil 3: Badespass mitten in der Stadt
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Es gibt viele Städte, die am Wasser gebaut sind. Jedoch sind die städtischen Gewässer normalerweise eher eine trübe Angelegenheit. Höchstens wird ihnen eine dekorative Funktion zugestanden, ein „du darfst noch“, das die Hightech-Zivilisation der Natur demonstrativ zuruft, um ihr ein paar kleine Flecken inmitten der immer grösser werdenden Kruste aus dem grauen Asphalt  grosszügig frei zu lassen. Die Limmatmetropole scheint aber ein harmonisches Gleichgewicht zwischen Fortschritt und Naturverbundenheit gefunden zu haben. In Zürich ist die Natur immer gleich vor der Tür. Um das zu spüren, reicht ein Sprung in die Limmat oder den Zürichsee – eine Erfahrung, die keiner weiten Reise bedarf, denn viele Bäder befinden sich mitten in der Stadt.

Natürlich können die Züricher ihre Händli, Häärli unf Füessli nicht in einem Freibad feucht machen. Nein, in Zürich heissen sie liebevoll Badis. Niedlich, schnuckelig und nachvollziehbar. Wenn man die Kinder und Jugendliche beobachtet, wie sie einfach von Brücken in die Limmat springen und sich durch die Stadt treiben lassen, dann versteht man schon das Kosewort, mit welchem Züricher ihre Bäder bezeichnen. Badis machen es möglich, dass die kindliche Freude am Baden eigentlich nie aufhört, und sind ein verbindendes Glied zwischen Kindheit und erwachsenem Leben.



Strandbad Teifenbrunnen in Zürich-Seefeld (Bild: Ronald zh, Wikimedia, CC)

Strandbad Teifenbrunnen in Zürich-Seefeld (Bild: Ronald zh, Wikimedia, CC)

Rund 40 Badeanstalten gibt es in Zürich – ein richtiges Geschenk der Natur an die Einwohner und Gäste der Stadt. Wo sonst könnte man so einfach mal kurz vor der Arbeit oder in der Mittagspause mitten in der Stadt im Fluss oder im See baden? Im Liegestuhl oder auf einer Bank in der Sonne liegen und in den blauen Himmel starren, der nicht vom Smog und den Wolken aus Fabrikstaub zugedeckt ist. Wasser zieht Jung und Alt besonders beim warmen Wetter zauberisch an. Und keiner wird enttäuscht: Die Badeanlagen sind hübsch und ordentlich und das Wichtigste, das Wasser, unglaublich sauber. Und wer keine Zeit oder Lust hat in eines der Badis zu laufen, springt vom Ufer ins Wasser, einfach dort, wo man Zugang zum Fluss oder See findet.



Eines der schönsten Züricher Bäder liegt in der Stadt und hat bereits sein 125. Jubiläum gefeiert – das Frauenbadi am Stadthausquai. Das öffentliche Baden für Frauen war in der Schweiz bis 1837 verboten. Das Verbot wurde aufgehoben und im gleichen Jahr wurde in Stadthausquai ein „Badhaus für Frauenzimmer“ eingerichtet. Der Zweck der Einrichtung war absolut pragmatisch: In normalen Züricher Wohnhäusern gab es noch kein fliessendes Wasser, also konnten die Frauen hierher zwecks der prosaischen Körperpflege kommen. Es ging überhaupt nicht um den Badespass; die schöne Hälfte von Zürich hat sich hier einfach mit Seife und Waschlappen sauber gemacht.

Frauenbadi am Stadthausquai (Bild: Pierangelo66, Wikimedia, CC)

Frauenbadi am Stadthausquai (Bild: Pierangelo66, Wikimedia, CC)

Das Bad war überdacht, und hohe Wände schützten die Badenden vor möglichen (neu)gierigen Blicken. Dieser Schutz machte das Baden auch für Frauen zu einer zweckmässigen Angelegenheit, denn vom Bad aus war nichts zu sehen, weder die schöne Altstadt, noch die  Alpen, noch der See selbst. 1888 gilt als das offizielle Gründungsjahr vom Frauenbadi, als die Badeanstalt, schon als Schwimmbad gedacht, im Jugendstil in bis heute bestehender Form errichtet wurde. Der kastenförmige Gebäudekomplex ist nur am Ufer festgemacht und schwimmt auf der Limmat. An jeder Ecke findet sich ein niedliches Türmchen und das gesamte Gebäude ist von einer Kuppel gekrönt. Das Dach ist seit langem weg, und auch vor dem Pavillon nehmen Frauen auf einem offenen Ponton auf dem Wasser ihr Sonnenbad. Der Blick vom Bad aus ist somit genau so schön wie der Blick aufs Bad.

Nach dem Zweiten Weltkrieg kamen noch weitere Neuerungen dazu: ein Kiosk wurde im Frauenbadi eröffnet, in dem man auch Gerichte für den kleinen Hunger zwischendurch gekauft werden konnten. Viele Neuerungen sind im Laufe der Jahre eingeführt worden, die Männer dürfen aber nach wie vor nicht herein. Tagsüber auf jeden Fall nicht. Seit 1997 wurde im Frauenbadi ein abendlicher Barbetrieb zugelassen. Da haben auch die Männer in die sonst verbotene Badeanlage Zutritt.

Das nächtliche zweite Ich vom Frauenbadi heisst „Barfussbar“. Am Pool werden Tische und Stühle aufgestellt, man kann hier bei schöner Musik etwas Kleines essen oder einfach ein Glas Wein oder Bier geniessen. Eine Regel bleibt aber eisenhart: alle Schuhe bleiben draussen. In der „Barfussbar“ läuft man logischerweise nur barfuss herum, um die Liegeflächen mit den Strassenschuhen nicht zu beschmutzen. Es hat offensichtlich seinen Charme, denn innerhalb kurzer Zeit erreichte die Bar einen Kultstatus.





Utoqquai, das Bernhard-Theater und das Opernhaus in Zürich (Bild: Ronald zh, Wikimedia, CC)

Utoqquai, das Bernhard-Theater und das Opernhaus in Zürich (Bild: Ronald zh, Wikimedia, CC)

Natürlich gibt es auch ein Männerbadi. Das Bad am Schanzengraben besteht seit 1864 und ist tagsüber nur für Männer offen. Am Abend findet eine Metamorphose in die bekannte Rimini-Bar inklusive Konzerte oder Open-Air-Kino statt.

Grand Hotel Dolder in Zürich (Bild: Ronald zh, Wikimedia, CC)

Grand Hotel Dolder in Zürich (Bild: Ronald zh, Wikimedia, CC)

Viele Bäder locken die Besucher durch ein attraktives Wellness-Angebot wie Sauna, Massagen und sonstige Körperverwöhnung. Wer es aber nobler haben will, und nicht gerade an Geld Mangel hat, kann eines der schönsten Spas der Stadt, das „Dolder Grand“ besuchen, das ein luxuriöses Behandlungsprogramm seinen Gästen anbietet, natürlich mit einem Blick in die schöne Züricher Natur.



 

Oberstes Bild: Badi Oberer Letten in Zürich (Bild: Yago Veith, Wikimedia, CC)

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Über Natalia Muler

Ich schreibe, seit ich schreiben kann, und reise, seit ich den Reisepass besitze. Momentan lebe ich im sonnigen Spanien und arbeite in der Modebranche, was auch oft mit Reisen verbunden ist, worüber ich dann gerne auf den Portalen von belmedia.ch berichte. Der christliche Glaube ist das Fundament meines Lebens; harmonisches Familienleben, Kindererziehung, gute Freundschaften und Naturverbundenheit sind meine grössten Prioritäten; Reisen und fremde Kulturen erleben meine Leidenschaft; Backen und Naturkosmetik meine Hobbys und immer 5 Minuten zu spät kommen meine Schwäche.




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