Ljubljana – Sloweniens Hauptstadt zwischen Ost und West

03.12.2013 |  Von  |  Europa
Keine Beiträge mehr verpassen? Hier zum Newsletter anmelden!
Ljubljana – Sloweniens Hauptstadt zwischen Ost und West
4 (80%)
3 Bewertung(en)

Ljubljana, das ehemalige Laibach, ist traditionell geprägt durch seine Lage zwischen Ost und West. Rund 650 Jahre lang gehörte die slowenische Hauptstadt zum Habsburgerreich; auch die Zeit als Teil des sozialistischen Jugoslawien hat ihre Spuren in Ljubljanas Stadtbild hinterlassen.

Heute wechseln sich in Ljubljanas denkmalgeschützter Altstadt prachtvolle Barockbauten mit den innovativen Kreationen des slowenischen Architekten Jože Plečnik ab; gemütliche Kaffeehäuser finden sich in der Innenstadt ebenso wie Imbissstände mit Balkanspezialitäten. Das einstmals deutsch geprägte Ljubljana überrascht heute mit internationalem Flair und einer kulturellen Vielfalt, die die Universitätsstadt zu einem grossen Teil ihren über 60.000 Studenten zu verdanken hat.



Das milde Klima der Stadt erinnert an die Nähe zur Adria, die in nur 100 km Entfernung mit Küstenstädtchen wie Koper, Piran oder Portorož lockt. Auch der Stadtfluss Ljubljanica trägt mit den umgebenden Parkanlagen, den Terrassencafés am Ufer und seinen Ausflugsbooten zum mediterranen Flair Ljubljanas bei.

Auf den Spuren Jože Plečniks durch Ljubljanas Altstadt

Kein Architekt hat die slowenische Hauptstadt auch nur annähernd in dem Masse geprägt wie Jože Plečnik. Der berühmteste Sohn der Stadt verlieh mit seinem Schaffen vor rund hundert Jahren nicht nur Ljubljana zu einem neuen Stadtbild, sondern wirkte auch in Wien und in Prag. Charakteristisch für Jože Plečniks Stil sind klassische Elemente wie Säulen oder Balustraden, die der Slowene mit einer modernen, innovativen Bauweise kombinierte.

Zu den bedeutendsten Werken von Jože Plečnik zählen in Ljubljana die Drei Brücken, auf Slowenisch Tromostovje, eines der Wahrzeichen der Stadt. An der Stelle der heutigen Drei Brücken stand bereits im Mittelalter eine Steinbogenbrücke, die von Plečnik um zwei Fussgängerbrücken erweitert wurde. Die Brücke grenzt direkt an den zentralen Prešerenplatz – ebenfalls von Jože Plečnik neugestaltet – mit dem Denkmal des Nationaldichters France Prešeren.

Der Fluss Ljubljanica, im Hintergrund die Drei Brücken (Tromostovje). (Urheber: Petar Milošević / Wiki / Lizenz: <a href="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.en" target="_blank">CC</a>)

Fluss Ljubljanica mit den Drei Brücken (Tromostovje). (Urheber: Petar Milošević / Wiki / Lizenz: CC)

Die Ljubljanica fliesst an dieser Stelle mitten durch das Stadtzentrum, vorbei an prachtvollen Barockbauten und Jože Plečniks neugestalteter Wasserfront. Auch die slowenische Nationalbibliothek wurde von Plečnik entworfen, ein imposanter Gebäudekomplex, der bis zur Einführung des Euros den slowenischen 500-Tolar-Schein zierte. Hoch über den engen Gassen der Altstadt thront ein weiteres Wahrzeichen von Ljubljana, die mittelalterliche Burg auf dem Schlossberg. Einst diente sie den Einwohnern als wichtiger Verteidigungspunkt; heute kann sie mit der städtischen Standseilbahn besucht werden und bietet von den historischen Mauern aus traumhafte Ausblicke über die Stadt.



Entspannung vom Stadttrubel finden Urlauber in Ljubljanas Stadtpark Tivoli nordwestlich der Altstadt, der mit prachtvollen Promenaden, Rosengärten und einem waldgesäumten kleinen See lockt. Neben dem Museum für zeitgenössische Geschichte ist die grösste Attraktion des Parks das Tivoli-Schloss, ein barocker Prachtbau im Zentrum des Parks.





Der Innenhof der Burg Ljubljana. (Urheber: Winkelbohrer / Wiki / Lizenz: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/deed.de" target="_blank">CC</a>)

Der Innenhof der Burg Ljubljana. (Urheber: Winkelbohrer / Wiki / Lizenz: CC)

Kulturreiche Hauptstadt Ljubljana

Als junge Universitätsstadt mit über 60.000 Studenten weist Ljubljana nicht nur ein reges Nachtleben auf, sondern ist auch berühmt für die alternative Kulturszene der Stadt. Das Autonome Jugendzentrum Metelkova bildet einen wichtigen Mittelpunkt der jungen slowenischen Kultur; die Einrichtung beherbergt auf einem ehemaligen Kasernengelände Künstler, Musiker und Studenten sowie diverse Clubs und Kneipen. Im Jugendzentrum Metelkova, dessen Besetzung bereits seit 1993 von der Stadt geduldet wird, finden regelmässig Ausstellungen, Partys und weitere kulturelle Veranstaltungen statt.

Rund um den Dom St. Nikolaus lädt der Markt von Ljubljana mit Obst und Gemüse aus der Region, slowenischen Spezialitäten und frischem Fisch zu einem Bummel ein, während zwischen der Schusterbrücke und den Drei Brücken jeden Samstag auf dem Ljubljaner Kunstflohmarkt Werke der örtlichen Künstler angeboten werden. Im Sommer erwacht Ljubljana zu neuem Leben, wenn auf der Burg und auf den Plätzen der Altstadt unzählige Musik- und Kulturveranstaltungen für Unterhaltung sorgen.

Blick auf Portorož. (Urheber: Benreis / wikivoyage / Lizenz: <a href="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.en" target="_blank">CC</a>)

Blick auf Portorož. (Urheber: Benreis / wikivoyage / Lizenz: CC)

Von Ljubljana an die Adriaküste



Dank der Nähe zur Adriaküste ist Ljubljana ein idealer Ausgangspunkt, um den kleinen slowenischen Küstenstädtchen einen Besuch abzustatten. Die Kleinstadt Koper lockt mit einer beschaulichen, italienisch geprägten Altstadt und dient in nur 20 km Entfernung zu Triest als Ausgangspunkt für Ausflüge ins Nachbarland. Portorož wiederum ist bei jungen Slowenen ein beliebtes Ausgehziel. Vor allem an den Wochenenden bevölkern Scharen feierlustiger Hauptstadtbewohner die Strandbars, Clubs und Kneipen des Ortes. Im äussersten Südwesten der slowenischen Küste bezaubert Piran mit seiner malerischen Lage auf einer Landzunge, die der Altstadt im venezianischen Stil eine ganz besondere Atmosphäre verleiht.

Aber auch im Inland bietet die Umgebung von Ljubljana attraktive Ausflugsziele, die einen Eindruck von der Vielfalt der slowenischen Naturschönheiten bieten. Der Hausberg Šmarna Gora zählt nördlich von Ljubljana zu den beliebtesten Ausflugszielen der Hauptstadtbewohner; für Wanderungen bietet der 617 m hohe Aussichtsberg ebenso ideale Bedingungen wie für ein entspannendes Picknick am Wochenende.

Das Städtchen Bled lockt in 50 km Entfernung mit seiner malerischen Lage an den Ufern des Bleder Sees. Nur wenige Kilometer von der österreichischen Grenze entfernt ist Bled am Fusse der Juler Alpen für seine sanften Hügellandschaften, das milde Klima und vor allem für seine mittelalterliche Burg bekannt. Schon der jugoslawische Diktator Tito wusste die dörfliche Idylle von Bled zu schätzen und liess sich am Ufer des Bleder Sees eine prachtvolle Residenz einrichten, die heute als Hotel fungiert und den Gästen traumhafte Ausblicke über den See bietet.

 



Oberstes Bild: Ljubljana, Hauptstadt von Slowenien – © kasto, Fotolia.com

Hier liegt dieses Reiseziel

Über Andrea Rathjen

Die Agentur belmedia GmbH beliefert die Leserschaft täglich mit interessanten News, spannenden Themen und tollen Tipps aus den unterschiedlichsten Bereichen. Nahezu jedes Themengebiet deckt die Agentur belmedia mit ihren Online-Portalen ab. Wofür wir das machen? Damit Sie stets gut informiert sind – ob im beruflichen oder privaten Alltag!




Trackbacks

  1. Prähistorische Pfahlbauten in der Schweiz › Denkmalpflege Schweiz
  2. Beeindruckend spektakulär – die Höhlen von Postojna › reiseziele.ch

Ihr Kommentar zu:

Ljubljana – Sloweniens Hauptstadt zwischen Ost und West

Für die Kommentare gilt die Netiquette! Erwünscht sind weder diskriminierende bzw. beleidigende Kommentare noch solche, die zur Platzierung von Werbelinks dienen. Die Agentur belmedia GmbH behält sich vor, Kommentare ggf. nicht zu veröffentlichen.