Mit dem Motorrad zum Campen: So geht’s

26.03.2019 |  Von  |  Trips
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Mit dem Motorrad zum Campen: So geht’s
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Sternenklarer Himmel, ein knisterndes Lagerfeuer und das leise Klimpern einer Gitarre – diese romantische Vorstellung wird leicht mit dem Begriff `Camping` verbunden. Und während es für die meisten wohl selbstverständlich ist, diese Reise mit dem Auto oder Wohnwagen anzutreten, gibt es noch eine weitere Option – das Motorrad.

Bei dem Campingausflug mit dem Bike ist einiges zu beachten. In diesem Ratgeber informieren wir über alles Wichtige, um Sie bestens für Ihren Trip vorzubereiten.

Wohin soll die Reise gehen?

Vor dem Beginn fast jeder Reise sollte erst einmal die Route und das Ziel festgelegt werden – so auch beim Camping mit dem Motorrad. Soll es eine grosse Tour werden, weit weg von zu Hause? Wie wäre es mit den USA, um die berühmte Route 66 hautnah zu erleben?

Oder doch etwas näher – die Schweiz mit ihrer beeindruckenden Natur? Oder nach Korsika und in die Fußstapfen der Kultfigur Werner treten? Vielleicht auch ganz einfach regional und nur für ein paar Tage; einen Trip an die Ostsee oder zum Bodensee zum Beispiel.

Wenn Sie sich für ihr Zielland entschieden haben sollten Sie noch festlegen, ob Sie Ihren Urlaub auf einem Campingplatz verbringen möchten oder in der freien Natur. Auch wenn es vermehrt verboten wird, gibt es doch noch einige Länder in Europa, die Wildcamping erlauben.

Wenn die Route und das Ziel sicher stehen, geht es daran, das Gepäck zu planen. Nachstehend haben wir aufgeführt, was mitzunehmen und zu beachten ist, damit das Camping mit Motorrad ein voller Erfolg wird.


Das Motorrad-Camping bietet unvergessliche Momente. (Foto: Lê Tân / Unsplash)


Das Zubehör für die erfolgreiche Motorradtour mit Zelt

Weil ein Motorrad bekanntlich über nicht sehr viel Stauraum verfügt, ist es wichtig so leicht wie möglich zu reisen. Jeder Gegenstand muss vorab gut durchdacht sein, um kein überflüssiges Gepäck mitzuführen.

Die Basics

Das Zelt

Das Zelt sollte so klein wie möglich, aber so gross wie nötig sein. Zudem ist ein Kuppelzelt eine gute Wahl, da es grösstenteils freistehend ist und somit im Gepäck Platz für Verankerungen spart. Ebenso ist ein niedriges Gewicht wichtig, weshalb sich ein leichtes Material wie zum Beispiel Nylon sehr gut eignet. Empfehlenswert ist es außerdem, sich ein Zelt zu kaufen welches über Apsiden verfügt. Dieses bietet zusätzlichen Stauraum für die Ausrüstung und Schutz vor dem Wetter.

Schutz vor Regen

Ein allumfassender Schutz vor Regen ist relativ leicht zu erreichen und erhöht den Komfort und die Freude an jeder Reise deutlich. Das Zelt ist der optimale Regenschutz während des Camping. Das Gepäck kann in den bereits erwähnten Apsiden verstaut und während der Tour in wasserfesten Packsäcken trocken gehalten werden. Für die Reisenden hingegen ist die allgegenwärtige und altbewährte Regenjacke ein absoluter Muss.

Der Schlafsack

Ebenso unabdingbar wie das Zelt ist der Schlafsack. Hier ist es empfehlenswert, einen aus Kunstfaser gefertigten für das Motorrad-Camping einzupacken. Im Gegensatz zu einem Daunen-Schlafsack ist dieser deutlich besser geeignet bei Feuchte, welche ein ständiger Begleiter beim Camping sein kann. Wenn ein Produkt aus Daunen erst einmal feucht geworden ist, gestaltet es sich als schwierig es schnell wieder zu trocknen. In dieser Hinsicht überzeugt der Schlafsack aus Kunstfaser.

Tipp: Wenn man mit einem grossen Motorrad unterwegs ist, bietet es sich zudem an ein wenig des Stauplatzes für einen Innenschlafsack vorzusehen. Dieser schafft bei sowohl zu warmen, als auch zu kalten Nächten Abhilfe, da man ihn einfach von dem eigentlich Schlafsack lösen bzw. einfügen kann.

Die Beleuchtung

Beim Zelten ist es wichtig, eine Lichtquelle zu haben, um nachts nicht den Überblick zu verlieren – vor allem in der Natur und fern abseits von einem Campingplatz.

Es bietet sich eine batteriebetriebene Lampe zum Aufhängen an, um für Durchblick zu sorgen. Im besten Fall sogar eine helle Insektenlampe, um gleich zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen – fast wortwörtlich. Denn auch der Schutz vor Stechmücken und weiteren Insekten ist ein wichtiger Punkt beim Motorrad-Camping.

Die klassische Taschenlampe mag als selbstverständlicher Reisebegleiter schon fest eingeplant sein, aber wieso versuchen Sie es nicht mal mit einer Stirnlampe? Ebenso einfach zu bedienen und mit dem grossen Bonus, dass man die Hände frei hat um zum Beispiel das Zelt aufzubauen.

Für extra Komfort

Die Unterhaltung

Der Weg ist ja bekanntlich das Ziel, aber trotzdem soll natürlich auch für Unterhaltung beim Camping gesorgt sein. Kartenspiele oder kleine Reise-Brettspiele finden in so gut wie jedem Gepäck Platz und können für viel Spass sorgen. Eine weitere Möglichkeit ist, die Umgebung zu erkunden. Beim Zelten auf dem Campingplatz kann das Sightseeing sein, beim Wildcamping hingegen ein waldlicher Spaziergang oder nächtlicher Ausflug zum Strand.

Zudem regt vor allem das wilde Camping in der Natur dazu an, sich näher zu kommen. Wenn ein Paar zusammen mit dem Motorrad verreist, ist ein wenig zweite Trausamkeit ebenfalls eine spaßige Beschäftigung – allerdings sollte auch hier für guten und verlässlichen Schutz gesorgt sein.

Campingkocher

Damit man nicht jeden Tag viel Geld in Restaurants oder Imbissbuden ausgeben muss um etwas Warmes zu essen, bietet es sich an einen Kocher mitzunehmen.

Für kürzere Reisen ist der Gaskocher eine gute Wahl. Er ist leicht und leise, allerdings kann es sich als sehr schwierig herausstellen, die passenden Gaskartuschen während der Tour zu finden. Deshalb ist er für einen beschränkten Zeitraum von maximal einem Monat die beste Option.

Für eine längere Motorradtour hingegen wäre der eingenommene Platz der benötigten Kartuschen wahrscheinlich zu gross. Für solche Trips ist ein Benzinkocher zu empfehlen. Der Treibstoff ist fast überall aufzutreiben, allerdings ist dieser Kocher auch deutlich lärm- und geruchsbelastender als die Variante mit Gas.

Übrigens: Das nötigste an leichtem und wiederverwendbarem Geschirr und Besteck sollte ebenfalls mitgenommen werden, um das Selbstgekochte noch besser zu geniessen. Hierbei empfiehlt sich besonders Plastik. Ebenso kann Edelstahl verwendet werden, der, wenn richtig gefertigt, auch erstaunlich leicht sein kann.

Sitzmöglichkeiten

Der Mangel an Sitzmöglichkeiten kann schnell zu Unmut auf der Campingtour führen. Selbst Klappstühle sind zu gross und sperrig und werden deshalb oft zu Hause gelassen. Also was tun, um nicht auf dem Boden essen zu müssen?

Wie wäre es mit einer Hängematte? Im Vergleich zu anderen Sitzmöglichkeiten nimmt diese nicht allzu viel Platz ein und bietet trotzdem grossen Komfort. Solange sich Bäume in der Nähe des Zeltes befinden, ist für die Gemütlichkeit beim Camping mit dem Motorrad gesorgt.


Eine schnelle und einfache Möglichkeit, um zu entspannen. (Foto: Toa Heftiba / Unsplash)


Tipps zur Planung der Motorradreise

Wenn Sie Ihre Tour im nahen Ausland planen bietet es sich an, mit einem geeigneten Auto und einem Motorradanhänger die Reise zu starten. Finden Sie an der ersten Etappe der Strecke eine geeignete Unterkunft bzw. einen geeigneten Parkplatz. Hier können Sie das Auto mitsamt Anhänger für die Dauer der Tour unterbringen und ggf. zusätzliches Gepäck für den Notfall verstauen.

Tipp: Ein beliebtes Ziel für diese Art des Motorrad-Campings sind die Dolomiten. Dieses Gebirge im Nordosten Italiens bietet nicht nur eine atemberaubende Natur, sondern zudem sehr motorradfreundliche Strecken.

Bei der Planung Ihrer Reise, sei es im In- oder Ausland, kann Ihnen das Angebot von verschiedensten Automobilclubs im Internet weiterhelfen. Es werden umfassende Routenempfehlungen, mögliche Versicherungen, weitere Tipps und Tricks für Ihre Tour und Verweise auf besonders motorradfreundliche Betriebe auf der Strecke (Hotels, Campingplätze etc.) geboten.

Der perfekte Ort, um Ihr Lager aufzuschlagen

Der Platz, wo Sie Ihr Bike abstellen und Zelt aufbauen möchten, sollte immer auf mögliche Gefahren untersucht werden.

Dazu zählen:

  • Morsche Äste in Waldgebieten, die Gefahr laufen herabzufallen.
  • Unsicherer Boden, der wegrutschen könnte; besonders gefährdet sind Klippen und Hänge.
  • Das Aufschlagen des Lagers in einer Senke (sei es auf einem Campingplatz oder in der Natur). Bei Regen sammelt sich hier das Wasser und dieses kann das Motorrad, sowie die Ausrüstung beschädigen. Zudem werden vermehrt Mücken und weitere Insekten angelockt.
  • Windanfällige Orte, die zu Sturmschäden an Motorrad und Gepäck führen können.
  • Orte, an denen Sie sofort gesehen werden (im Falle des wilden Campen). Es deutlich angenehmer etwas abseits zu zelten und nicht direkt auf einem offenen Feld oder an einer befahrenen Strasse. Zudem bietet ein sichtgeschützter Ort mehr Sicherheit vor ungebetenen Gästen, seien es betrunkene Partygänger oder unwirsche Anwohner.

Fazit

Das Camping mit dem Motorrad kann zu einem unvergesslichen Erlebnis werden, von dem Sie noch Ihren Kindern erzählen werden – wenn man richtig vorbereitet ist. Mit den oben aufgeführten Tipps und Tricks sind Sie bestens ausgestattet und wissen schon vorab, worauf zu achten ist. Solange Sie sich bei der Gepäck-Planung und der Wahl ihres Campingplatzes aufmerksam sind, kann so gut wie nichts schief gehen. Nun können Sie Ihre Tour ohne Sorge antreten; viel Spass!

Bildquellen

https://unsplash.com/photos/hWLOvQaoRrg

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