Pereslawl Salesski: Auf der Entdeckungsreise durch die russische Provinz

11.12.2013 |  Von  |  Alle Länder, Europa
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Pereslawl Salesski: Auf der Entdeckungsreise durch die russische Provinz
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Genau im Zentrum der Stadt steht ein Kilometerstein, der die Entfernung von Moskau zeigt. Doch sind die angeschriebenen 140 Kilometer nur ein für die Kartographie wichtiges Kennzeichen, denn Pereslawl Salesski scheint im Vergleich zu dem de luxe-Moskau nicht nur aus einer anderen Welt, sondern auch aus einer anderen Zeit zu stammen. Ein eher netter als ungemein wichtiger Haltepunkt auf der Reise entlang des Goldenen Ring Russlands, süsse Provinz, wo die Relation Geschichte-Gegenwart eindeutig zugunsten der Geschichte ausfällt.

Der für die Nicht-Russen schwierig auszusprechender Name Peresslavl Sallesski bedeutet „sehr ruhmreich hinter den Wäldern“. Den ersten Teil des Namens hat die Stadt zu Ehren der auch heute noch existierenden gleichnamigen Stadt in der Ukraine bekommen, und die Wälder werden wegen der stark bewaldeten Gegend nordöstlich von Moskau, inmitten der die Stadt liegt, erwähnt.



Pereslawl Sallesski ist eine der ältesten und am besten erhaltenen Städte der alten Rus. Sie wurde der Legende nach von dem Fürsten Wladimir I. – dem Herrscher der Kiewer Rus -gegründet. Während seiner Herrschaft fand die Christianisierung der Rus statt, weswegen er später auch von der Kirche heiliggesprochen wurde.

Hier wurde der berühmteste Sohn der Stadt, Alexandr Newski, geboren, der vor allem durch seinen spektakulären Sieg über die deutschen Ordensritter in der Entscheidungsschlacht auf dem Eis des zugefrorenen Peipussees bekannt wurde. Später wurde er natürlich auch zum Nationalheiligen erhoben. Der Sohn von Alexandr – Dmitri – wählte Pereslawl Salesski als seine fürstliche Residenz, was es zur Hauptstadt der nordöstlichen Rus machte. Nach seinem Tod fiel die Stadt dem Moskauer Fürstentum zu.  Als Tribut musste Pereslawl Salesski den Moskauer Hof mit Fisch beliefern: Diese Unterart der Kaisermaräne lebt nur im See Pleschtschejewo bei Pereslawl und ist ein Delikatessfisch mit einem ganz besonderen Geschmack, weswegen er auch auf der Flagge und dem Wappen der Stadt abgebildet ist. Nichtsdestotrotz steht die Pereslawler Kaisermaräne heute auf der Roten Liste der gefährdeten Tierarten.

Pleschtschejewo-See bei Pereslawl Salesski (Bild: Lite, Wikimedia)

Pleschtschejewo-See bei Pereslawl Salesski (Bild: Lite, Wikimedia)

Besonders wichtig war die Stadt für Peter den Grossen, denn genau hier fing der Gründer der russischen Marine seinen Weg als Seemachtkönig an. Auf dem See Pleschtschejewo hat er seine „Spielflottille“ gebaut und ins Wasser gleiten lassen. Mit Hilfe dieser kleinen aber absolut funktionsfähigen und mit Mannschaft versehenen Schiffe übte sich Peter der Grosse in der maritimen Kriegskunst, indem er verschiedene Szenarios der Seeschlachten durchspielte. Im Russischen wurden diese Schiffe als „Botik“ getauft, ein kurioses Wortspiel, denn es wird zusammengesetzt aus dem niederländischen „boot“ und dem russischen Kosesuffix „-ik“, und bedeutet dann „Schiffchen“. Nur ein einziges Botik „Fortuna“ hat den grossen Brand von 1738 überlebt und ist heute im Museum „Botik Peters des Grossen“ ausgestellt. Dieses 1850 gegründete Museum der Geschichte der russischen Flotte in Pereslawl ist das älteste provinziale Museum in Russland.





Verklärungskathedrale in Pereslawl Salesski (Bild: Ewgeni Berlin, Wikimedia, CC)

Verklärungskathedrale in Pereslawl Salesski (Bild: Ewgeni Berlin, Wikimedia, CC)

Obwohl die Stadt richtig klein ist, gibt es hier neun Kirchen – besonders nennenswert die Christi-Verklärungskathedrale und die leider geschlossene und restaurierungsbedürftige Kirche des Metropoliten Peter. Die Verklärungskathedrale stammt aus dem 12. Jahrhundert. Der erste Stein der Kathedrale wurde vom Fürst Juri Dolgoruki gelegt, und somit ist sie eines der ältesten sakralen Gebäude Russlands. Die Kathedrale ist eines der ersten und am besten erhaltenen „Weissen Monumente von Wladimir und Suzdal“ – eine Sammelbezeichnung der weisssteinernen Denkmäler der altrussischen Baukunst im Bezirk von Wladimir, die das UNESCO Welterbe-Prädikat tragen. Hier wurde Alexandr Newski getauft.

Das Nikita-Kloster in Pereslawl  Salesski (Bild: Pereslavlfoto, Wikimedia, CC)

Das Nikita-Kloster in Pereslawl Salesski (Bild: Pereslavlfoto, Wikimedia, CC)

Von sechs orthodoxen Klöstern funktionieren heutzutage vier. Das Nikita-Kloster wurde 1010 gegründet und ist dem Heiligen Nikita dem Märtyrer gewidmet. Während seiner Jahrhunderte langen Geschichte genoss das Kloster die Liebe russischer Könige und Adelige, um so stärker liess sich die Ungunst der sowjetischen Macht spüren: Zu verschiedenen Zeiten wurden hier Erholungsheim für wissenschaftliche Mitarbeiter, Schule, Wohnungen, das Büro der städtischen Kommunalwirtschaft und die Zwangsarbeitsanstalt für Frauen stationiert. 1993 wurde das Nikita-Kloster wieder eröffnet und ist heute ein funktionierendes Männerkloster. Es gibt weitere nicht weniger sehenswerte Klöster in Pereslawl Salesski: das Nikolaus-Kloster, das Daniel-Dreifaltigkeitskloster und das Fjodor-Kloster.





Pereslawler Museums-Reservat im Goritski-Kloster (Bild: Ygrek, Wikimedia, CC)

Pereslawler Museums-Reservat im Goritski-Kloster (Bild: Ygrek, Wikimedia, CC)




In den Gebäuden vom geschlossenen Goritski-Kloster befindet sich das Pereslawler Museums-Reservat für Geschichte und Architektur. Die Besucher können hier viel Wissenswertes über die Geschichte, Kultur und Natur in der Umgebung von Pereslawl erfahren. Aber es muss nicht unbedingt alles ernst sein: Für den unterhaltsamen Zeitvertrieb sorgen das Bügeleisen-Museum, das Eisenbahn-Museum und das Museum „Haus der Teekanne“.

Bügeleisen-Museum in Pereslawl Salesski (Bild: Pereslavlfoto, Wikimedia, CC)

Bügeleisen-Museum in Pereslawl Salesski (Bild: Pereslavlfoto, Wikimedia, CC)

Da Pereslawl Sallesski etwas abseits der wichtigen Magistralen liegt, ist die industrielle Entwicklung hier nie richtig in Gang gekommen, was die Stadt mit ihren typisch provinziellen Holzhäusern ziemlich unberührt liess. Die Stadt lebt in der Gegenwart hauptsächlich vom Tourismus, aber nur 2 % der Besucher sind Ausländer, also ein richtig toller Geheimtipp.



 

Oberstes Bild: Das Daniel-Dreifaltigkeitskloster in Pereslawl Salesski (Bild: Sergeant Paper, Wikimedia, CC  )

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Über Natalia Muler

Ich schreibe, seit ich schreiben kann, und reise, seit ich den Reisepass besitze. Momentan lebe ich im sonnigen Spanien und arbeite in der Modebranche, was auch oft mit Reisen verbunden ist, worüber ich dann gerne auf den Portalen von belmedia.ch berichte. Der christliche Glaube ist das Fundament meines Lebens; harmonisches Familienleben, Kindererziehung, gute Freundschaften und Naturverbundenheit sind meine grössten Prioritäten; Reisen und fremde Kulturen erleben meine Leidenschaft; Backen und Naturkosmetik meine Hobbys und immer 5 Minuten zu spät kommen meine Schwäche.



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