Sizilien, Teil 1: Palermo – sizilianische Hauptstadt früher und heute

07.02.2014 |  Von  |  Europa, Italien
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Sizilien, Teil 1: Palermo – sizilianische Hauptstadt früher und heute
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Sizilien verbirgt so viele Schätze und Reichtümer jeglicher Art, dass es angemessener wäre, viel mehr von einem Kontinent als von einer Insel zu sprechen. Die Vielfalt der Eindrücke auf Sizilien ist kaum in Worte zu fassen: Seine ganz eigentümliche Art, die Welt zu sehen, ein unbeschreiblich reiches Erbe der Griechen, Römer, Normannen und Araber, Schätze aus der Zeit der Renaissance und des Barock, die Mannigfaltigkeit seiner Landschaften, eine unbeschreiblich leckere Küche und schliesslich natürlich der Vulkan, der immer dann aufwacht, wenn man es am wenigsten erwartet.

Palermo, die Hauptstadt von Sizilien, ist der beste Startpunkt für eine Rundreise durch die Insel, aber nicht nur weil die Stadt die Destination der meisten Luftverbindungen ist. Palermo überwältigt durch Dutzende und Aberdutzende von Palästen, Oratorien, Herrenhäusern, Kirchen und prächtigen Plätzen. In der Luft schweben noch ganz subtil die Legenden der gloriosen Vergangenheit, deren bestes Beispiel der Normannenpalast von Palermo ist, mit dessen Bau wurde im 9. Jahrhundert begonnen wurde.



Die Erfahrung aller Reisenden, die zum ersten oder auch zum hundertsten Mal nach Palermo kommen, ist immer gleich: die sizilianische Hauptstadt packt einen ein und lässt nicht los. Aber nicht nur das reiche historische Erbe ist dafür verantwortlich. Die Gegenwart der Stadt ist nicht weniger aufregend. Momentan befindet sich Palermo in einer höchst interessanten Umbruchphase: Dank dem derzeitigen Stadtoberhaupt Leoluca Orlando, der 2012 zum vierten Mal zum Bürgermeister gewählt wurde, wurden die EU-Gelder dorthin investiert, wo sie am nötigsten gebraucht wurden – in die Restauration.

So zum Beispiel wurde das weltberühmte Opernhaus, das Teatro Massimo, auf der Piazza Verdi wieder eröffnet, das über 20 Jahre wegen Mängel und Verfall der Baustruktur und korrupter und mafiöser Baupolitik der Stadt geschlossen war. Dank der Bemühungen von Leoluca Orlando finden dort seit 1997 ununterbrochen Konzerte und Opernaufführungen statt und das Teatro Massimo verwandelte sich in ein Symbol des Kampfes gegen die Mafia.

(Bild: Bernhard J. Scheuvens, Wikimedia, CC)

(Bild: Bernhard J. Scheuvens, Wikimedia, CC)

Durch umfangreiche Sanierungsmassnahmen wurden die verfallenen Gebäude in der Altstadt wieder instandgesetzt. Die Folge: Viele Palermitaner kehren aus den Vorstädten in die Stadt zurück und ziehen wieder in ihre geliebten und jetzt auch bewohnbaren Palazzis wieder ein. Leider ist die Stadt mit allen Restaurierungsprojekten noch lange nicht fertig: Die Bürokratie ist überall eine sehr mühselige und langwierige Angelegenheit, und auf Sizilien mahlen ihre Mühlen noch langsamer. Doch die Veränderungen waren so spürbar, dass die Verbesserungen der Infrastruktur und steigende Touristenzahlen nicht auf sich warten liessen, was seinerseits noch mehr positive Veränderungen mit sich brach.

Als Erstes auf der Besichtigungsliste steht selbstverständlich der Normannenpalast, der sich an der höchsten Stelle der mittelalterlichen Altstadt befindet. Der Palast entstand im 9. Jahrhundert und war jahrhundertelang der Sitz der Könige und Vizekönige Siziliens. Heutzutage beherbergt der Normannenpalast das Sizilianische Parlament. Am Normannenpalast sind die arabischen Stilelemente klar zu erkennen, genau wie an seiner Cappella Palatina, die mit Emaillekacheln ausgeschmückt ist.

Normannischer Teil des Palastes (Bild: WikiOrso, Wikimedia)

Normannischer Teil des Palastes (Bild: WikiOrso, Wikimedia)




Aber wenn man alle Muss-Besichtigungen (von denen es sehr viele gibt) hinter sich hat, ist es sehr empfehlenswert, durch die Strassen von Palermo zu laufen, einfach wohin die Füsse tragen. Ein blosser Spaziergang wird sich unvermeidlich in eine spanende Entdeckungsreise verwandeln, denn egal wohin man geht, überall in Palermo erwarten die Besucher bezaubernde Häuser, alte Kirchen und barocke Paläste.



Wie zum Beispiel die Kirche San Giovanni degli Eremiti – ein normannisches Kirchengebäude, dessen Vorgängerbau im arabischen Stil errichtet wurde. Den arabischen Einfluss erkennt man am ehemaligen arabischen Saal, der später als Sakristei verwendet wurde, wo die Reste der Pfeiler und der ursprünglichen Gewölbeansätze noch zu erkennen sind. Auch der Kreuzgang mit seinen Doppelsäulen aus Marmor und filigranen Arkaden und einem Brunnen in der Mitte zeugt von der arabischen Präsenz auf der Insel.

Kirche der Heiligen Maria vom Ammiratus – La Martorana (Bild: Bernhard J. Scheuvens, Wikimedia, CC)

Kirche der Heiligen Maria vom Ammiratus – La Martorana (Bild: Bernhard J. Scheuvens, Wikimedia, CC)

Ein anderes Beispiel ist die Kirche der Heiligen Maria vom Ammiratus, im Volksmund als La Martorana bekannt, an der Südseite der Piazza Bellini. Das Kirchengebäude wurde 1143 als eine Privatkirche erbaut, erlebte seitdem mehrere bauliche Veränderungen und ist somit ein sehr interessantes Beispiel der Harmonie, die aus einem stilistischen und architektonischen Mischmasch entstehen kann. Im 17. Jahrhundert wurde dem ursprünglichen Atrium eine barocke Fassade vorgesetzt. Die ersten zwei Etagen des Glockenturms sind in ihrem Originalzustand erhalten geblieben, das obere Teil stammt aber aus dem 14. Jahrhundert, als der ursprüngliche Bau um weitere Stockwerke im Stil der katalanischen Gotik erweitert wurde. An der Ikonographie im Inneren der Kirche sind viele byzantinische Einflüsse zu erkennen. Die Vierungskuppel, den höchsten Punkt der Kirche, schmückt das Mosaik, das Jesus Christus als alleinigen Allherrscher, Pantokrator, mit vier Engeln in anbetender Stellung vor seinen Füssen darstellt.



 

Oberstes Bild: Piazza Pretoria in Palermo, Sizilien (Bild: Tango7174, Wikimedia, CC)

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Über Natalia Muler

Ich schreibe, seit ich schreiben kann, und reise, seit ich den Reisepass besitze. Momentan lebe ich im sonnigen Spanien und arbeite in der Modebranche, was auch oft mit Reisen verbunden ist, worüber ich dann gerne auf den Portalen von belmedia.ch berichte. Der christliche Glaube ist das Fundament meines Lebens; harmonisches Familienleben, Kindererziehung, gute Freundschaften und Naturverbundenheit sind meine grössten Prioritäten; Reisen und fremde Kulturen erleben meine Leidenschaft; Backen und Naturkosmetik meine Hobbys und immer 5 Minuten zu spät kommen meine Schwäche.




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