Sizilien, Teil 7: Unterwegs in Catania im Schatten des Ätna

28.02.2014 |  Von  |  Alle Länder, Europa
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Sizilien, Teil 7: Unterwegs in Catania im Schatten des Ätna
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Wie alle Städte im Val di Noto ist Catania einer Reise wert, die Jahreszeit und die Länge des Aufenthalts spielen keine Rolle – langweilig wird es nie. Catania ist die zweitgrösste Stadt Siziliens und eine weitere Perle der Weltkulturerbe-Kette von UNESCO. Ausserdem ist Catania ein guter Ort, um die Reise durch Sizilien zu starten oder zu beenden, denn hier befindet sich einer der drei Flughäfen Siziliens.

Sehr viele Fluggesellschaften bieten günstige Flugverbindungen nach Catania an, es ist also ein sehr bequemes und unproblematisches Reiseziel. Der Flughafen von Catania ist ziemlich klein und überschaubar, aber bitte alle die nach dem Mietwagenbüro suchen und es nicht ausfindig machen können – nicht verzweifeln! Unlogisch aber wahr – es befindet sich dem Flughafen gegenüber in einem kleinen Häuschen ohne jegliche Beschriftung oder Aushängeschild. Hier eine kleine Bemerkung am Rande: Das Auto von Zuhause aus auszuleihen ist wesentlich günstiger als es vor Ort zu machen. Also, wie immer gilt  – Reise gut planen!



Was das Autofahren auf Sizilien betrifft, das ist ein Thema für sich. Die Mutigen, die sich entschieden haben, die Insel mit diesem Fortbewegungsmittel zu erkunden, werden wie keine anderen Reisenden das sizilianische Temperament und die dazugehörige Mentalität kennen lernen (müssen). Man bucht also beides – Mietauto und Einführung in die Landeskunde gleichzeitig. Das Fahren zu Hause, auch während der Rushhour, kommt dem verschwitzten Tourist nach ein paar Stunden mit dem Auto auf Sizilien höchstens wie das Fahren auf einem Verkehrsübungsplatz vor.

Auf den sizilianischen Strassen herrscht dagegen ein wohlproportioniertes Chaos. Wohlproportioniert, weil es durchaus Regeln gibt, deren wichtigste aber nicht wie gewohnt „rechts vor links“ oder „Rot heisst stehenbleiben“ lauten, sondern zum Beispiel „schneller vor schnell“, „lauter vor laut“ oder „die Ampel ist informativ, aber nicht bestimmend“. Zum Beispiel fahren nicht wenige Italiener auf engen Strassen mit vielen nacheinander folgenden Kurven nicht, wie es zu erwarten wäre, langsamer und vorsichtiger, sondern sie flitzen, als ob die Welt hinter ihnen gerade untergehen würde, und hupen dabei vor jeder Kurve. Im Grunde genommen ein Service, denn man schwitzt am Lenkrad zu den heiteren Klängen eines Hupkonzerts.



Wenn man aber nach all dem Nervenkitzel endlich Catania erreicht, die Unterkunft auf den Strassen ohne Strassenschilder gefunden hat (also, Navi sehr empfehlenswert!), kann man zur Ruhe kommen, und sich das schöne Catania anschauen.

Die Stadt wurde von den griechischen Aussiedlern gegründet. Dank der günstigen Lage am Meer erlebte Catania als wichtige Hafenstadt eine Blütezeit nach der anderen, zuerst unter der Herrschaft der Römer, dann der der Araber.  Wie auch andere Städte im Val di Noto wurde Catania während des verheerenden Erdbebens im Jahre 1693 komplett zerstört und dann im wunderbaren Stil des Sizilianischen Barocks unter der Leitung des Baumeisters Giovanni Battista Vaccarini wieder aufgebaut. Diesem Architekten verdankt die Stadt bis heute ihr freundliches und typisch sizilianisches Gesicht.

Kathedrale der Heiligen Agatha, Catania (Bild: Katharina Wieland Müller  / pixelio.de)

Kathedrale der Heiligen Agatha, Catania (Bild: Katharina Wieland Müller / pixelio.de)

Viele wunderschöne Bauwerke stammen aus dieser Epoche und machen den Bummel durch die Stadt zu einer richtigen Entdeckungsreise. Die Kathedrale der Heiligen Agatha im Zentrum der Stadt auf der Piazza Duomo war ursprünglich eine normannische Kirche, die heute nach vielen Umbauen und Restaurierungen sowohl einige normannische Bauelemente, als auch eine prächtige Barockfassade zeigt.

Elefantenbrunnen auf dem Piazza Duomo (Bild: Markos90, Wikimedia, CC)

Elefantenbrunnen auf dem Piazza Duomo (Bild: Markos90, Wikimedia, CC)

Gegenüber der Kathedrale steht der berühmte Elefantenbrunnen – das Wahrzeichnen von Catania, das unter anderem auch sein Wappen ziert. Der Elefant von Catania trägt auf seinem Rücken einen ägyptischen Obelisk. Sowohl die Elefantenskulptur als der Obelisk wurden von Catanias Baumeister Vaccarini zufällig in den Trümmern der zerstörten Stadt gefunden. Er setzte dem römischen Elefanten eine marmorne Satteldecke auf, setzte darauf den Obelisk mit den Symbolen des ägyptischen Isiskults und krönte seine Kreation mit dem christlichen Kreuz, um die Stadt in der Zukunft vor Naturkatastrophen zu schützen.

Santa Maria dell'Elemosina oder Basilica Collegiata, Catania (Bild: Berthold Werner, Wikimedia, CC)

Santa Maria dell’Elemosina oder Basilica Collegiata, Catania (Bild: Berthold Werner, Wikimedia, CC)

Die frühere königliche Palastkapelle Collegiata, unzählige barocke Kirchen, Palazzi, Museen sowie ein antikes Amphitheater machen ein Besuch in Catania unvergesslich. Eines Besuchs wert sind auf jeden Fall zwei Geburtshäuser und Museen zugleich – das Geburtshaus des Schriftstellers Giovanni Verga, des Hauptvertreters des italienischen Naturalismus, und das Geburtshaus des wohl berühmtesten Sohnes von Catania – Vincenzo Bellini.

Teatro Massimo Bellini, Catania (Bild: Berthold Werner, Wikimedia, CC)

Teatro Massimo Bellini, Catania (Bild: Berthold Werner, Wikimedia, CC)

Vincenzo Bellini, einer der bedeutendsten Opernkomponisten und Schöpfer des „Melodramma tragico“, der romantischen italienischen Oper, scheint in Catania ziemlich allgegenwärtig zu sein: In der Kathedrale von Catania befindet sich seine Grabstätte, nach ihm ist Catanias Opernhaus Teatro Massimo Bellini benannt, im Stadtzentrum kann man durch den schönen Park Villa Bellini spazieren, der Flughafen von Catania trägt seinen Namen, und sogar in Restaurants kann man Pasta alla Norma bestellen – in Erinnerung an seine berühmte Oper, also ein kulinarischer und musikalischer Genuss zugleich.

Wenn Bellinis Präsenz unsichtbar ist, kann der Ätna nicht übersehen werden. Der mit seinen 3´200 Metern höchste und der aktivste Vulkan Europas scheint gleichzeitig auch der am wenigstens gefürchtete zu sein. Seit der Antike schätzte die hiesige Bevölkerung die Fruchtbarkeit seiner Böden und kehrte nach jedem Ausbruch wieder zurück, um in seinem Schatten zu leben. Der Ätna gehört zum UNESCO-Naturerbe und kann nicht nur von Catania, sondern auch von allen umliegenden Ortschaften aus wie Taormina, Pedara, Nicolasi, Linguaglossa oder Adrano besucht werden. In Catania spürt man die Präsenz des Ätna in der Architektur, da in vielen Gebäuden Elemente aus schwarzem Lavagestein benutzt wurden. Ausserdem heisst die Hauptstrasse und Shoppingmeile von Catania Via Etnea, die schnurgerade über drei Kilometer lang von der Piazza Duomo in Richtung Ätna verläuft.



 

Oberstes Bild: Unterwegs in Catania im Schatten von Ätna (Bild: Dror Feitelson, Wikimedia, CC)

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Über Natalia Muler

Ich schreibe, seit ich schreiben kann, und reise, seit ich den Reisepass besitze. Momentan lebe ich im sonnigen Spanien und arbeite in der Modebranche, was auch oft mit Reisen verbunden ist, worüber ich dann gerne auf den Portalen von belmedia.ch berichte. Der christliche Glaube ist das Fundament meines Lebens; harmonisches Familienleben, Kindererziehung, gute Freundschaften und Naturverbundenheit sind meine grössten Prioritäten; Reisen und fremde Kulturen erleben meine Leidenschaft; Backen und Naturkosmetik meine Hobbys und immer 5 Minuten zu spät kommen meine Schwäche.




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