Trinidad – Zeitreise ins koloniale Kuba

20.02.2014 |  Von  |  Alle Länder, Nordamerika
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Trinidad – Zeitreise ins koloniale Kuba
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Trinidad, das bedeutet Eintauchen in längst vergangene Epochen. Die Zeit scheint seit Jahrhunderten stillzustehen in Kubas alter Zuckerstadt, deren koloniales Zentrum zu den prachtvollsten der Insel zählt. Trotz seiner altehrwürdigen Architektur ist Trinidad jedoch bis heute voller Leben und die alten Kolonialbauten nach wie vor bewohnt.

Trinidad lockt aber auch mit traumhaften Karibikstränden, die Touristen direkt vor den Toren der Stadt erwarten. Die Halbinsel Ancón zählt zu den wenigen Orten in Kuba, deren Strände auch ohne Unterkunft in teuren Resortanlagen frei zugänglich sind, und in dem aussergewöhnlich klaren Karibikwasser vor Kubas Südküste haben Taucher und Schnorchler die Gelegenheit, Kubas faszinierende Unterwasserwelt zu entdecken.

Trinidads ganzer Zauber zeigt sich in den Abendstunden, wenn auf der kolonialen Plaza Mayor Salsakonzerte stattfinden und die Bewohner sich vor den offenen Häusern zum Gespräch oder zum traditionellen Dominospiel versammeln. Ein Blick in die alten Kolonialbauten offenbart beim Stadtrundgang nicht selten wahre Schätze, denn trotz einfacher Lebensverhältnisse wohnen viele kubanische Familien umgeben von unschätzbar kostbaren Antiquitäten, die seit Generationen im Familienbesitz sind.

Alltag in Trinidad (Bild: Mmoyaq / Wikimedia / CC)

Alltag in Trinidad (Bild: Mmoyaq / Wikimedia / CC)

Koloniale Altstadt von Trinidad: Geschichte einer Zuckermetropole

Der vergangene Reichtum von Trinidad, der bis heute im kolonialen Stadtzentrum allgegenwärtig ist, verdankt die Stadt ihrer einstigen Rolle als bedeutender Zuckerproduzent. Im 17. und 18. Jahrhundert entwickelte sich Trinidad dank der Zuckerrohrplantagen, dem damit einhergehenden Sklavenhandel und der blühenden Viehzucht zur drittgrössten Stadt des Landes, die erst Ende des 19. Jahrhunderts mit dem Niedergang des Zuckerhandels an Bedeutung verlor. Bis heute ist die Kultur der Stadt geprägt vom Vermächtnis der einstigen schwarzafrikanischen Zuckersklaven, und die prachtvolle koloniale Architektur bescherte Trinidad 1988 die Aufnahme ins UNESCO-Weltkulturerbe.

In den Jahren der Kolonialisation und des Zuckerreichtums wurde Trinidad wie viele andere kubanische Städte von einigen wenigen wohlhabenden Familien dominiert, von deren Reichtum bis heute viele prachtvolle Villen zeugen. Eine davon ist der Palacio Cantero, der heute das historische Museum von Trinidad beherbergt. In einem weiteren historischen Herrenhaus ist das Museum der kolonialen Architektur untergebracht, das die architektonische Entwicklung der Stadt im Laufe der Jahrhunderte veranschaulicht. Im Palacio Brunet bietet das Museo Romántico einen Einblick in Leben und Wohnverhältnisse wohlhabender Kubaner im 19. Jahrhundert.

Palacio Brunet mit dem Museo Romántico (Bild: Gorupdebesanez / Wikimedia / CC)

Palacio Brunet mit dem Museo Romántico (Bild: Gorupdebesanez / Wikimedia / CC)




Auch abseits der alten Herrenhäuser scheint die Zeit in den kopfsteingepflasterten Strassen von Trinidad stehengeblieben zu sein, wenn Bauern aus der Umgebung ihre Ernten mit Pferdekarren in die Stadt bringen und in den Morgenstunden das frische Brot per Fahrrad ausgefahren wird. Obwohl der internationale Tourismus Trinidad längst erobert hat, scheint das in dieser zeitlosen Kleinstadt kaum jemanden wirklich zu beeindrucken.



Das Valle de los Ingenios und seine Zuckerplantagen

Als die UNESCO Trinidad 1988 zum Weltkulturerbe erklärte, schloss diese Ernennung auch das östlich der Stadt gelegene Tal Valle de los Ingenios mit ein. Wenige Kilometer von Trinidad entfernt, können Besucher hier die historischen Zuckerplantagen besuchen, denen die Stadt einst ihren Wohlstand verdankte. Im Valle de los Ingenios sind noch heute historische Zuckermühlen, Sklavenunterkünfte und koloniale Wohnhäuser erhalten, die einen Einblick in die Lebensverhältnisse im ländlichen Kuba vor 200 Jahren bieten.





Sklaventurm im Valle de los Ingenios (Bild: Zinneke / Wikimedia / CC)

Sklaventurm im Valle de los Ingenios (Bild: Zinneke / Wikimedia / CC)




Über den Plantagen thront der 50 m hohe Sklaventurm, der seinen unrühmlichen Namen der Bedeutung als Aufsichtsturm verdankt. Von hier aus wurden die schwarzafrikanischen Sklaven bei der Fronarbeit in den Feldern überwacht und per Glockenläuten zur Arbeit gerufen. Heute dient der Sklaventurm als Aussichtspunkt, von dem aus sich den Besuchern ein atemberaubender Ausblick über das ganze Valle de los Ingenios bietet. Als weiterer Aussichtsturm dient der Mirador de la Loma wenige Kilometer nordöstlich der Stadt.

Sierra de Escambray und Nationalpark Topes de Collantes

Nordwestlich von Trinidad liegt das Küstengebirge Sierra de Escambray und in ihm einer von Kubas sieben Nationalparks, der Topes de Collantes. Auf 110 km² umfasst der Nationalpark inmitten von Kiefernwäldern, Eukalyptushainen und Regenwäldern eine faszinierende Artenvielfalt, die den abwechslungsreichen Landschaftsformen der Sierra de Escambray zu verdanken ist. Inmitten dieser Bergwelten erwarten abgelegene Hotels diejenigen Reisenden, die sich eine Auszeit vom Trubel der kubanischen Städte gönnen möchten.

Ländliche Idylle in der Sierra de Escambray (Bild: Panther / Wikimedia / CC)

Ländliche Idylle in der Sierra de Escambray (Bild: Panther / Wikimedia / CC)

Die Sierra de Escambray ist aber auch ein beliebtes Wandergebiet mit zwei zentralen Wegen, von denen der eine die Bambus- und Orchideengärten der Hacienda Codina mit der Höhle La Batata verbindet. Die Hacienda Codina ist neben ihren exotischen Gärten vor allem für ihre Schlammbäder und ihren natürlichen Aussichtspunkt berühmt. Der zweite Weg führt Wanderer quer durch den Regenwald zum Wasserfall Salto del Caburní, einer von einer ganzen Reihe spektakulärer Wasserfälle in der Sierra de Escambray, der sich aus über 60 m Höhe in mehrere natürliche Pools ergiesst.

Neben ihren natürlichen Attraktionen ist die Sierra de Escambray aber auch aus geschichtlicher Sicht von Bedeutung, denn die Bergregionen dienten während der Kubanischen Revolution den Truppen von Che Guevara als Ausgangspunkt für ihre militärischen Operationen. Guevaras Hauptquartier, von dem aus er ab 1958 operierte, ist heute kubanisches Nationalmonument. Der Zugang ist allerdings schwierig. Beachtenswert ist auch, dass in der Sierra de Escambray trotz eines reichhaltigen Vorkommens an Mineralien kein Bergbau betrieben wird, um die ökologische Vielfalt der Region nicht zu beeinträchtigen.



 

Oberstes Bild: Blick auf Trinidad (Bild: Yomangani / Wikimedia / public domain)

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Über Andrea Rathjen

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