Ankara – hier schlägt das Herz der Türkei

25.10.2014 |  Von  |  Alle Länder, Naher Osten
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Türkei, das ist Istanbul, oder die traumhaften Strände der türkischen Ägäis, richtig? Nicht so ganz, denn im Herzen Zentralanatoliens liegt Ankara, das Stiefkind unter den europäischen Hauptstädten. Doch warum eigentlich? Es ist nicht so, als ob Ankara nichts zu bieten hätte. Ganz im Gegenteil.

Vom eindrucksvollen „Anitkabir“, dem Grabdenkmal für den Gründer der türkischen Republik Mustafa Kemal Atatürk, über die Zitadelle in der Altstadt bis hin zu tollen Einkaufsmöglichkeiten bietet Ankara überraschend viel – was das Erleben und das Sehen angeht. Perfekt für einen Städtetrip übers Wochenende mit der besten Freundin!



Über 2000 Jahre Geschichte

Schon etwa 200 v. Chr. stand dort, wo sich heute Ankara befindet, eine phrygische Siedlung, und seit der Zeit ist die Stadt nur gewachsen. Als Teil des Byzantinischen Reiches gelang es Ankara (damals noch unter dem Namen Ancyra, später auch Angora), zu einigem Reichtum zu gelangen und sich als wichtige Stadt in Zentralanatolien zu etablieren.

Doch erst als Mustafa Kemal Atatürk seine Truppen zum Sieg im Türkischen Befreiungskrieg geführt hatte, wurde Ankara zur Hauptstadt der Türkei erklärt. Und warum nicht Istanbul? Atatürk wollte auf der einen Seite die zentrale Position Ankaras mitten im Land nutzen und auf der anderen Seite eine deutliche Abgrenzung zu Istanbul – der bisherigen Hauptstadt des gerade gefallenen Osmanischen Reiches – schaffen.

Heute ist Ankara mit rund 4,4 Millionen Einwohnern die zweitgrösste Stadt der Türkei und gilt als das politische und auch geschäftliche Zentrum des Landes. Hier finden sich zahlreiche Botschaften ausländischer Staaten, Regierungsgebäude und andere Anstalten des öffentlichen Rechts. Kein Wunder also, dass Ankara oft als etwas elitär empfunden wird – doch das täuscht. Abseits der breiten Regierungsboulevards bietet Ankara heute ein attraktives und breites Unterhaltungsangebot.





"Anitkabir" – das Grabdenkmal für den Gründer der türkischen Republik Mustafa Kemal Atatürk (Bild: Darwinek, Wikimedia, CC)

„Anitkabir“ – das Grabdenkmal für den Gründer der türkischen Republik Mustafa Kemal Atatürk (Bild: Darwinek, Wikimedia, CC)

Sehenswürdigkeiten in Ankara



Als imposanteste Attraktion gilt zweifelsfrei das Anitkabir, in welchem sich das Mausoleum Atatürks befindet. Die riesige Anlage im Regierungsviertel Cankaya bietet aber zusätzlich noch ein Museum, zahlreiche Statuen und eine grosszügige Parkanlage, durch die man endlos spazieren gehen kann. Mitten in der Altstadt Ankaras liegt die Zitadelle, die in drei Bereiche unterteilt wird: die äussere Burganlage (auf Türkisch „Diskale“), die innere Burg („Ickale“) sowie die eigentliche Burg („Akkale“).

Die Zitadelle von Ankara (Bild: David Stanley, Wikimedia, CC)

Die Zitadelle von Ankara (Bild: David Stanley, Wikimedia, CC)

Bei einem Besuch in Ankara sollte man zwei Sehenswürdigkeiten auf keinen Fall verpassen: Einmal wäre da das offizielle Wahrzeichen der Stadt, die Kocatepe-Moschee, zu nennen. In ihr findet man nicht nur die Gebetsräume, sondern auch Geschäfte und Teehäuser – ein Zentrum der Begegnung quasi. Weiterhin ist da der Atakule-Turm, der mit 125 Metern Höhe einen optimalen Überblick über die Stadt bietet. Im Turm befindet sich ein (recht hochpreisiges) Drehrestaurant, aber auch eine Mall und diverse andere günstigere Restaurant-Alternativen. Wer Lust auf eine Kirmes hat, sollte unbedingt den „Genclik Parki“ besuchen.

Atakule-Fernsehturm in Ankara (Bild: Elelicht, Wikimedia, CC)

Atakule-Fernsehturm in Ankara (Bild: Elelicht, Wikimedia, CC)

Shoppen in Ankara

Eins vorweg: In Ankara gibt es nicht die typischen Touristen-Basare, auf denen man sich günstig mit gut gefälschten Produkten bekannter Marken eindecken kann – zumindest nicht in den Ausmassen, wie dies in den Touristenhochburgen der Türkei der Fall ist. Aber man kann hier trotzdem gut und relativ günstig shoppen, wenn man denn weiss, wo man hinmuss. Wer sein Glück trotzdem auf Basaren ausprobieren möchte, sollte sich in den Stadtteilen Altindag (Unter der Burg) und Ulus umsehen. Hier findet man viele Andenken und Souvenirs, aber auch typisch türkische Produkte, wie die „Nationalsüssigkeit“ Lokum oder wunderschöne handgeknüpfte Teppiche.

Wer eher auf der Suche nach modernen Schnäppchen ist, sollte sich im Kizilay-Viertel in der Innenstadt umsehen. Hier findet man nicht nur alle bekannten Modemacher (oft zu günstigeren Preisen), sondern auch viele lokale Designer-Boutiquen, die für relativ kleines Geld frische und originelle Kleidungsstücke im Portfolio führen. Im Gegensatz zur Schweiz, wo Ladenöffnungszeiten immer wieder auf dem Prüfstand stehen, gilt für die meisten Geschäfte in der Innenstadt Ankaras: geöffnet bis 22 Uhr!





Türkische "Nationalsüssigkeit" Lokum (Bild: Quick fix, Wikimedia, CC)

Türkische „Nationalsüssigkeit“ Lokum (Bild: Quick fix, Wikimedia, CC)

Ausgehen und geniessen

Natürlich findet man in Ankara nicht unbedingt die glamourösen Klubs mit extremer Promi-Dichte wie in Istanbul, aber trotzdem ist das Nachtleben in Ankara nicht zu verachten. Wer auf der Suche nach edlen Restaurants und hochklassigen Bars ist, sollte rund um den „Tunali Hilmi“ – eine Vergnügungsstrasse parallel zum berühmten „Atatürk-Boulevard“ – fündig werden. Studenten zieht es mehr in das Bestepe-Viertel, wo auf der „Yedinci Caddesi“ (Siebte Strasse) zahlreiche Kneipen und Bars warten. Hier gibt es zwar nicht in jedem Laden Alkohol, aber dafür in vielen Live-Musik.

So kommt man hin

Um nach Ankara zu gelangen, muss man von Zürich aus einen Zwischenstopp in Istanbul in Kauf nehmen. Die Reise dauert also zwischen fünf und sieben Stunden, je nach Verbindung. Der Flughafen von Ankara, Esenboga, liegt knapp 30 Kilometer ausserhalb der Innenstadt. Es fahren allerdings ständig sowohl öffentliche Verkehrsmittel wie auch private Busse zwischen Stadt und Flughafen hin und her. Will man lieber ein Taxi nutzen, sollte man aufpassen, einen der häufigsten Fehler auf Geschäftsreisen zu vermeiden: vom Taxifahrer übers Ohr gehauen zu werden. Die Strecke von 28 Kilometern sollte nicht mehr als knapp 75 Türkische Lira (rund 30 CHF, Stand Oktober 2014) kosten und innerhalb einer halben Stunde machbar sein.



 

Oberstes Bild: Die Kocatepe-Moschee in Ankara (© Bjørn Christian Tørrissen, Wikimedia, CC)

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