Chur – ein Rundgang durch die älteste Stadt der Schweiz

09.06.2016 |  Von  |  Schweiz
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Chur – ein Rundgang durch die älteste Stadt der Schweiz
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Chur ist die älteste Stadt der Schweiz und liegt im Osten des Landes. Die Stadt mit ihren rund 35 000 Einwohnern ist der Hauptort des Kantons Graubünden. Sie liegt im Norden des grössten Schweizer Kantons am Ostufer des Alpenrheins.

Chur befindet sich inmitten einer zauberhaften Bergwelt und lohnt einen längeren Aufenthalt. Es ist eine tolle Mischung aus urbanem Leben, sehenswerter Altstadt und fantastischer Natur mit schneebedeckten Alpengipfeln, was den ganz besonderen Reiz von Chur ausmacht.

Chur ist vielen Menschen, die auf dem Weg von Mitteleuropa und der Alpennordseite gen Italien fahren und dabei die San Bernardino Route benutzen, dem Namen nach bekannt. Die Stadt ist das Tor zur Graubündner Bergwelt und wird meist, im wahrsten Sinn des Wortes, links liegen gelassen. Auf der A 13 brausen die meisten letztlich nur an der Stadt vorbei.


Die San Bernardino Route (Bild: © Matteo Ceruti - shutterstock.com)

Die San Bernardino Route (Bild: © Matteo Ceruti – shutterstock.com)


Und auch mein erster Besuch von Chur war eher dem Zufall geschuldet. Auf dem Weg nach Mailand meldete der Verkehrsfunk einen langen Stau vor dem San Bernhardino-Pass mit entsprechender Wartezeit. Aufgrund dieser Nachricht verliess ich die Autobahn, um mich in Chur umzusehen. Ich war sehr angetan und hatte inzwischen mehrere Aufenthalte in dieser attraktiven Stadt.


Chur. (Urheber: Adrian Michael / Wiki / Lizenz: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.en" target="_blank">CC</a>)

Chur. (Urheber: Adrian Michael / Wiki / Lizenz: CC)


Die Mischung macht Chur zu etwas Besonderem

Fantastische Sehenswürdigkeiten, nicht nur in der malerischen Altstadt, und die zauberhafte Umgebung machen den ganz besonderen Reiz von Chur aus. Ganz nach persönlichem Gusto kann in den malerischen Gassen gebummelt, geschaut und eingekauft werden. Wer der quirligen Lebenslust entfliehen möchte, hat unverfälschte Natur in greifbarer Nähe. Direkt von der Altstadt geht es mit der Gondel der Brambrüeschbahn in die herrliche Bergwelt mit saftig grünen Bergwiesen.


Haldenstein (Bild: © Eder - shutterstock.com)

Haldenstein (Bild: © Eder – shutterstock.com)


Altes Stadttor in Chur (Bild: © Roman Babakin - shutterstock.com)

Altes Stadttor in Chur (Bild: © Roman Babakin – shutterstock.com)


Chur Blick auf die Altstadt (Bild: © Eder - shutterstock.com)

Chur Blick auf die Altstadt (Bild: © Eder – shutterstock.com)


Das sollten Sie auf keinen Fall versäumen, denn schon der Blick auf die zu Füssen liegende Stadt, das Rheintal und die Graubündner Bergwelt ist ein Traum. Hier oben am Hausberg von Chur beginnen wunderbare Rundwanderungen. Ein wirklich empfehlenswerter Rundwanderweg führt von der Bergstation zunächst über blühende Wiesen und durch Bergwälder zur Malixer Alp hinunter. Im weiteren Verlauf der einfachen Wanderung passieren Sie nacheinander Galtialp und Bärenalp, bis letztlich die Pradaschieralp erreicht wird. Und immer wieder bieten sich tolle Ausblicke.

Nun dauert es nicht mehr lange, bis nach acht Kilometern die Pradaschier-Bahn erreicht ist. Und hier wartet der krönende Abschluss für jeden, der gerne rodel: In rasanter Fahrt geht es auf der längsten Rodelbahn der Welt hinunter ins Tal. Für mich ein wahrhaft tolles Finale dieser schönen Wandertour. Mit dem Postbus ging es dann von Churwalden zurück nach Chur.


Eisfeld auf der Quaderwiese, Chur. (Urheber: Bravuogn / Wiki)

Eisfeld auf der Quaderwiese, Chur. (Urheber: Bravuogn / Wiki)


Mit Führungen zu den schönsten Plätzen

Wer erstmals die älteste Stadt der Schweiz besucht, die zudem eine bedeutende Bischofsstadt ist, fährt mit einer Stadtführung nicht schlecht. Aufgrund der Vielzahl der Sehenswürdigkeiten kann ich dies nur empfehlen. Es werden dabei sowohl Gruppenführungen als auch individuelle Rundgänge zu den verschiedensten Themen angeboten. Dabei ist zunächst eine Altstadtführung naheliegend. Sie führt vom modernen Bahnhof durch die verwinkelten Gassen der Altstadt bis hinauf zur Kathedrale, die vor rund 800 Jahren erbaut wurde. Bei diesem Rundgang wird eine rund 5000-jährige Stadtgeschichte greif- und erlebbar. Ebenfalls begeistert war ich von zwei weiteren Führungen, die für mich unvergessen bleiben werden.


Mit Führungen zu den schönsten Plätzen (Bild: © Martin Lehmann - shutterstock.com)

Mit Führungen zu den schönsten Plätzen (Bild: © Martin Lehmann – shutterstock.com)


Im Spätsommer steht mehrmals eine Zeitreise ins Mittelalter im Veranstaltungsplan von Chur Tourismus. Bei dieser Tour erleben Sie, wie im Mittelalter gewohnt und gearbeitet wurde. Umrahmt von spannenden Geschichten, bekommt man tatsächlich einen Eindruck, wie das Leben zu jener Zeit war. In der dunklen Jahreszeit stehen dann sagenhafte Abendführungen auf dem Programm. Mit funkelnden Laternen zieht die Gruppe durch die verwinkelte Altstadt. Mit dem Nachtwächter geht es durch das Obertor hinein in das romantisch beleuchtete Zentrum. Unterwegs erzählt der Stadtführer alte Geschichten und Sagen aus Chur. Am Ende der Tour wird den Teilnehmern ein wärmender Glühwein gereicht.


Die Kathedrale in Chur. (Bild: © Roman Babakin - shutterstock.com)

Die Kathedrale in Chur. (Bild: © Roman Babakin – shutterstock.com)


Das müssen Sie gesehen haben

Die Kathedrale St. Maria Himmelfahrt steht am höchsten Punkt des Bischöflichen Hofes. Sie wurde in ihrer jetzigen Form zwischen 1154 und 1270 errichtet. Hier standen vermutlich schon mehrere Vorgängerbauten und der erste Kirchenbau existierte wohl schon im 5. Jahrhundert.

Ein besonderer Blickfang sind das mit prächtigem Schnitzwerk versehene Chorgestühl und der Hochaltar, welcher von Jakob Russ im ausgehenden 15. Jahrhundert im spätgotischen Stil gefertigt wurde. In der Mittelachse der Kathedrale befindet sich ein prächtiges Rundbogenfenster und ist vermutlich das älteste mittelalterliche Fenster in Graubünden. Aus dem Mittelalter stammt auch das sehenswerte Rathaus und die schiefen Wände deuten sichtbar darauf hin, dass das Gebäude schon einige Jahrhunderte auf dem Buckel hat.


Bischöfliches Schloss Chur. (Urheber: Xenos / Wiki / Lizenz: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.en" target="_blank">CC</a>)

Bischöfliches Schloss Chur. (Urheber: Xenos / Wiki / Lizenz: CC)


Im Jahr 1464 wütete ein grosser Brand in Chur und danach wurde das Rathaus, das früher auch ein Spital beherbergte, immer wieder umgebaut. Die wechselvolle Geschichte des Gebäudes lässt sich an zahlreichen Kulturgütern aus verschiedenen Epochen ganz gut nachvollziehen. Sehenswert ist auch das Gesamtensemble rund um das Bischöfliche Schloss. Auf dem Weg zum Schloss passieren Sie zunächst den Torturm, bevor der von Domherrenhäusern flankierte dreieckige Platz überquert wird.


Panorama Chur (Bild: © Martin Lehmann - shutterstock.com)

Panorama Chur (Bild: © Martin Lehmann – shutterstock.com)


Das Ende des Platzes markiert das Bischöfliche Schloss, dem gegenüber sich die beeindruckende Kathedrale befindet. Ein besonderes Augenmerk sollten Sie dabei auf die bemerkenswerten Plastiken im Aussenbereich legen.



Chur ist zudem ein hervorragender Ausgangspunkt, um mit Bahnfahrten spektakuläre Landschaften zu geniessen. Vom Bahnhof der Stadt starten der legendäre Glacier Express, der Bernina Express und die Arosabahn. Aber dazu mehr zu einem späteren Zeitpunkt.

 

Artikelbild: © Martin Lehmann – shutterstock.com

Über Winfried Meyer

Als gelernter Kartograf galt mein Interesse schon früh den Landkarten und fernen Ländern. Daraus entwickelte sich eine grosse Leidenschaft für das Reisen, die mich schon in viele Teile unserer Erde geführt hat. Inzwischen betreibe ich ein Redaktionsbüro für die Reise- und Tourismusbranche und biete meinen Kunden einen umfangreichen Service an. Neben hochwertigen Inhalten plane ich individuelle Rundreisen und übernehme Fotoaufträge.



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