Die historischen Türme des Kantons Aargau

05.12.2014 |  Von  |  Alle Länder, Europa, Schweiz
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Die historischen Türme des Kantons Aargau
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Mit hohen Bergen kann der Kanton Aargau nicht aufwarten. Dafür gibt es in der Region eine Vielzahl historischer Türme, die unter Heimat- und Denkmalschutz stehen und besichtigt werden können. So bieten sich auch im Aargau zahlreiche Möglichkeiten, den Blick in die Weite der Landschaft schweifen zu lassen. Der Ausblick von der Plattform eines jahrhundertealten Bauwerks ist dabei ein besonderes Erlebnis. Ein Teil der Türme stammt noch aus spätrömischer Zeit. Für den Erhalt dieser Bauwerke sorgt – neben der Denkmalpflege – auch die Kantonsarchäologie.

Der höchste Turm der Schweiz befindet sich in Aarau, der Hauptstadt des Kantons. Mit seinen 62 Metern ist der Obertorturm zugleich Wahrzeichen der Stadt. Erbaut wurde er im frühen 13. Jahrhundert. Nachdem er im 16. Jahrhundert um drei Stockwerke erweitert worden war, diente er als Wach- und Wohnturm. Auch die Räderuhr, die noch heute täglich aufgezogen wird, stammt aus dieser Zeit. Bei den Stadtführungen steht immer auch ein Besuch des Oberturms auf dem Programm, denn man kann ihn vom Keller bis hinauf zur früheren Turmwächter-Wohnung besichtigen.



Der Obertorturm in Aarau (Bild: Voyager, Wikimedia, CC)

Der Obertorturm in Aarau (Bild: Voyager, Wikimedia, CC)

Der Schwarze Turm von Brugg ist ebenfalls Wahrzeichen der Stadt und zugleich ihr ältestes Bauwerk. Erbaut im späten 12. Jahrhundert, diente dieser Turm von 1846 bis zum Jahr 2006 als Bezirksgefängnis. Zwar ist der Schwarze Turm nur 25.7 Meter hoch, dennoch bietet er einen grandiosen Ausblick auf die Altstadt von Brugg, das Wasserschloss und in die Aareschlucht. Der Schwarze Turm kann während der Stadtführungen besichtigt werden.

Der Schwarze Turm von Brugg (Bild: Voyager, Wikimedia, GNU)

Der Schwarze Turm von Brugg (Bild: Voyager, Wikimedia, GNU)




Kaiserstuhl ist unter den historischen Altstädten des Kantons Aargau zwar die kleinste, dafür steht hier aber das komplette Städtchen unter Denkmalschutz. Überragt wird es vom Oberen Turm, der im Jahr 1260 als Teil der südlichen Stadtbefestigung erbaut wurde. Für Besucher ist der Turm am Wochenende geöffnet.

Aus der Mitte des 15. Jahrhunderts stammt der 56.4 Meter hohe Stadtturm in der Altstadt von Baden. Als einziger noch erhaltener Teil der Stadtbefestigung diente dieser Wehrturm noch bis zum Jahr 1984 als Bezirksgefängnis. Wie er in Zukunft genutzt werden wird, ist derzeit noch ungeklärt, über seine spannende Geschichte kann man sich aber bei Führungen informieren.

Stadtturm von Baden (Bild: Harubaba, Wikimedia, CC)

Stadtturm von Baden (Bild: Harubaba, Wikimedia, CC)

Der Spittelturm in Bremgarten – ebenfalls Rest der alten Wehranlage – wurde Mitte des 16. Jahrhunderts erbaut. Der Gefängnisraum, der erst von einigen Jahren wiederentdeckt wurde, kann bei einer Turmführung besichtigt werden.



Mitte des 14. Jahrhunderts wurde der Storchennestturm in Rheinfelden erbaut, der früher auch Kupferturm genannt wurde. Der Balkon unter dem Dach bietet eine schöne Sicht auf die Altstadt und den Rhein. Im Sommer wird die Turmstube für kleinere private Anlässe vermietet. Sie bietet Platz für bis zu 15 Personen.

Der Storchennestturm in Rheinfelden (Bild: Zairon, Wikimedia, CC)

Der Storchennestturm in Rheinfelden (Bild: Zairon, Wikimedia, CC)




Darüber hinaus gibt es im Kanton Aargau noch viele weitere historische Aussichtstürme, die eine eindrucksvolle Fernsicht bieten. Die besondere Aufmerksamkeit der Kantonsarchäologie und der Denkmalpflege gilt aber auch den römischen Wachtürmen am Hochrhein. Sie gehören zu einer Überwachungsanlage, die 364 bis 375 errichtet wurde und vom Bodensee bis nach Basel reichte. Erst Anfang des 20. Jahrhunderts wurde diese Anlage wiederentdeckt. Seither hat man Teile davon freigelegt und restauriert, ein Projekt, das noch viele weitere Jahre in Anspruch nehmen wird. Dabei werden modernste Methoden der Restauration und Dokumentation eingesetzt. Der Kanton und die Kantonsarchäologie stellen finanzielle Mittel zur Verfügung, um die Anlagen für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Unterstützt werden diese Anstrengungen auch von den jeweiligen Gemeinden, auf deren Gebiet sich die geschichtsträchtigen Bauwerke befinden.

So wird in der Gemeinde Koblenz, die 2015 ihr 750-jähriges Bestehen feiert, das Jubiläumsfest ganz im Zeichen der Römer stehen – im Mittelpunkt der Wachturm aus dem Jahr 371 n. Chr. Mit seinen rund 2 Meter hohen Mauerresten ist er im Kanton Aargau der am besten erhaltene Wachturm aus spätrömischer Zeit. Erhalten blieb auch die Inschrift „Summa Rapida“.

Die hier vorgestellten Türme bilden nur einen kleinen Teil der Bauwerke des Kantons Aargau, die unter Denkmalschutz stehen. Auch viele Schlösser und Burgen des Kantons sind in bestem Zustand und lohnen eine Besichtigung – so Schloss Hallwyl, das in früherer Zeit als Wohnturm diente. Besonders gut erhalten ist auch die Festung Aarburg mit ihren markanten Türmen. In dieser Festung, die zu den Kulturgütern von nationaler Bedeutung zählt, ist heute ein Jugendheim untergebraucht.

Der Kanton Aargau besitzt ein reiches kulturelles Erbe an Baudenkmälern, das geschützt und erhalten wird. Bei der Besteigung der historischen Türme und mittelalterlichen Burgen können Besucher tief eintauchen in die Atmosphäre früherer Jahrhunderte.



 

Oberstes Bild: Der obere Turm von Kaiserstuhl, Kanton Aargau. (© Dietrich Michael Weidmann, WIkimedia, CC)

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