Die Neeracher Geigenmühle

02.12.2014 |  Von  |  Schweiz
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Die Neeracher Geigenmühle
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Im Zürcher Unterland gibt es viele Riegelhäuser zu bewundern; eines davon ist die Neeracher Geigenmühle, die um 1570 von Felix Albrecht erbaut wurde. Eine umfassende Renovierung und Erweiterung erfolgte durch Hans Albrecht im Jahre 1636. Im Verlauf des 19. Jahrhunderts wechselte die Mühle mehrfach ihre Besitzer.

In einem über der Tür befindlichen Stein sind die Jahreszahlen 1570/1942 eingemeisselt, während ein Riegelbalken mit dem Spruch „Das Stücklein Brot, das dich nährt, ist mehr als Gold und Silber wert“ geschmückt ist.

Die Mühle, die bis 1925 in Betrieb war, wurde danach ihrem Schicksal überlassen und drohte komplett zu verfallen. Teile ihrer Einrichtung kamen abhanden. Heute wird die Geigenmühle in der „Liste der Kulturgüter in Neerach“ geführt.

Vermutlich wäre das gesamte Mühlengebäude zerstört worden, wenn es im 2. Weltkrieg nicht verkauft und renoviert worden wäre. Seitdem wird der Wohntrakt wieder als solcher genutzt. In den Siebzigerjahren kam es zu einem erneuten Besitzerwechsel. Zwischen 1976 und 1982 wurde die Geigenmühle von den neuen Inhabern detailgetreu und in aufwendiger Kleinarbeit renoviert. Dies zeigt eindrucksvoll, wie wichtig und wertvoll es ist, wenn sich auch Privatpersonen für die Denkmalpflege und die Erhaltung unseres Kulturguts einsetzen.


Neeracher Geigenmühle – Strassenansicht (© Geigenmühle Neerach)

Neeracher Geigenmühle – Strassenansicht (© Geigenmühle Neerach)


Heute ist die Mühle ein wahres Schmuckstück. Neben der äusserlichen Restaurierung wurde auch die Inneneinrichtung, soweit dies möglich war, dem ausgehenden 19. Jahrhundert angepasst. Auch das beeindruckend grosse Metallwasserrad, das fast acht Meter Durchmesser misst, wurde rekonstruiert und entspricht nun seinem Stand von 1880. Um ein solches Projekt zu verwirklichen und am Leben zu erhalten, benötigt es wahre Idealisten, die die Geigenmühle erfreulicherweise gefunden hat. So kann nun ab und an wieder die Mühle klappern. Die derzeitigen Inhaber führen das „lebende Museum“ aus dem Ansinnen, um zu verhindern, dass das alte Handwerk in Vergessenheit gerät. Die Mühle steht heute für Ausflüge und feierliche Anlässe zur Verfügung.

Nach Voranmeldung können Besucher von Frühling bis Herbst an Führungen teilnehmen. Im Anschluss kann das steingemahlene Mehl gekauft werden, während im Garten oder im Gewölbekeller ein Apéro eingenommen werden kann. Der Besuch des kleinen Museums ist auch für Kinder ein Erlebnis, die auf diese Weise miterleben können, wie Mehl entsteht.
Darüber hinaus bietet der Ort Neerach noch einige andere sehenswerte Gebäude, wie das alte Türmli am Schulhaus, sowie Bauernhäuser und Speicher, die dank Heimatschutz und Denkmalpflege wunderschön anzusehen sind und einen Besuch lohnen.


Neeracher Geigenmühle – Wasserrad (© Geigenmühle Neerach)

Neeracher Geigenmühle – Wasserrad (© Geigenmühle Neerach)


Wer zur Besichtigung der Geigenmühle ins Zürcher Unterland anreist, kann die Besichtigung mit einem Ausflug zur Kamelfarm in Oberglatt oder an den Flughafen verbinden.

 

Oberstes Bild: © Toksave

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