Die Schinkenroute in Extremadura

16.06.2014 |  Von  |  Alle Länder, Europa
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Die Schinkenroute in Extremadura
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In der von Mythen und Legenden umrankten spanischen Extremadura, die mit sattem grünem Gras und Weiden dicht bestückt ist, suhlt sich das Iberische Schwein. Die halbwilde Schweinerasse, die sich dank kräftiger Muskeln flink durch das Unterholz wühlt und sich in Freiheit nur vom Besten ernährt, was ihm die Natur schenkt, ist die Basis für einen unvergleichlichen Schinken. Schon die Römer wussten um die Qualität des Fleisches und begannen mit der Zucht.

Doch nur in Freiheit aufwachsend und lebend entfaltet das Fleisch des Schweins sein unvergleichliches Aroma. Ein ganzer Landstrich in Spanien widmet sich dem Schwein und seinem Schinken. Bei einem Besuch in Extremadura lohnt es sich, die Schinkenroute anzufahren und in den einheimischen Gaststätten und urigen Tavernen den nussigen Schinken in vielfältiger Form zu geniessen.



Die Schinkenroute in Extremadura führt zwar diesen Namen, doch folgt sie weder einem genauen Verlauf, noch ist sie exakt definiert. Dort, wo das Iberische Schwein lebt, ist sie eben – die Schinkenroute. Immerhin dehnt sich die Region, in der sich das Schwein heimisch fühlt, auf mehr als zwei Millionen Hektar aus. Konzentrieren Sie sich auf die Strecke von Jerez de los Caballeros bis nach Monesterio, und Sie befinden sich mitten im Zentrum der Schinkenroute von Extremadura.

(Bild: Grez, Wikimedia, CC)

Iberische Schweine von Extremadura (Bild: Grez, Wikimedia, CC)

Jerez de los Caballeros – von maurischer und christlicher Vergangenheit geprägt

Eicheln und verschiedene andere Boden- und Baumfrüchte, die das Iberische Schwein auf seinem Speiseplan ganz oben stehen hat, gab es schon immer in der Region. Die Araber allerdings nicht. Sie weilten nur in einer bestimmten Epoche im Land, hinterliessen allerdings ihre typischen architektonischen Strukturen, die Jahrhunderte überdauerten und dem Landstrich zu einem exotischen Flair verhalfen. Ein gutes Beispiel hierfür ist Jerez de los Caballeros. Die Festung wurde um das Jahr 1230 bis 1240 erbaut. Das Bauwerk diente zur Abwehr der Araber während der Reconquista (Wiedereroberung).



Sechs grosse Portale und eine Burg voller Tempelritter sollten für eine starke christliche Präsenz in der Region sorgen. Doch die Tempelritter folgten nicht den Befehlen von Papst Clemens V. Daher wurde der Orden aufgelöst. Die verbleibenden Ritter, die ihren Idealen die Treue hielten, wurden von den königlichen Truppen im Turm erhängt.

Bei einem Rundgang durch die angrenzende Ortschaft werden Sie sich im frühen Mittelalter wiederfinden. Enge, gepflasterte Gassen, in denen sich weiss getünchte Häuser aneinanderreihen, stehen so wie vor Jahrhunderten. Beim Templerfestival im Juli können Sie die blutige Geschichte der Burg in gut besuchten Theateraufführungen nachempfinden.





Templerburg in Jerez de los Caballeros (Bild: El Pantera, Wikimedia, CC)

Templerburg in Jerez de los Caballeros (Bild: El Pantera, Wikimedia, CC)




Weite, teilweise unberührte Landschaften in Extremadura

Fahren Sie von dem Tempelritterort nach Fregenal, dann durchstreifen Sie eine hügelige Sierra, die auch als „dehesa extremeña“ bekannt ist. Hier und da begegnen Sie einem verlassenen oder auch bewohnten Gehöft, und dazwischen werden Sie immer wieder die landestypischen idyllischen Olivenhaine passieren. Durchsetzt sind die teils kargen, teils fruchtbaren Böden von Kräutern und wilden Gräsern. Hier fühlt sich nicht nur das Iberische Schwein wohl, auch Kühe, Rinder und Schafe grasen hier gerne. In den kühlen Wintermonaten wird kräftig gespeist. Im Sommer dösen und kauen sie unter vereinzelten Baumgruppen, um der brütenden Hitze zu entfliehen.

Comarca de La Vera im Norden von Cáceres (Bild: Miguel303xm, Wikimedia, CC)

Comarca de La Vera im Norden von Cáceres (Bild: Miguel303xm, Wikimedia, CC)

Weiter auf der Schinkenroute in Extremadura

Als nächstes Ziel steht Fregenal de la Sierra auf dem Programm. Ähnlich wie Jerez de los Caballeros entstand auch dieser Ort im 13. Jahrhundert. Die starken Befestigungsmauern werden von mehreren Wachtürmen überthront, von denen Sie einen weiten Blick über die wellige Landschaft und den Ort geniessen. Auch in Fregenal de la Sierra werden Sie sich unweigerlich in das frühe Mittelalter zurückversetzt fühlen.

Einen grossen Unterschied zu vielen ähnlichen Dörfern in der Region gibt es allerdings doch. Als der Ort seine Funktion als Verteidigungsposten aufgegeben hatte, wurde im Spätmittelalter eine Stierkampfarena errichtet. Man kann dazu stehen, wie man will, Fakt ist aber nun einmal, dass der Stierkampf lange Zeit zur spanischen Tradition gehörte.

Iberischer Schinken mit Weissbrot (Bild: wikival, Wikimedia, CC)

Iberischer Schinken mit Weissbrot (Bild: wikival, Wikimedia, CC)

Kulinarische Genüsse entlang der Schinkenroute

Vegetarier werden kulinarisch gesehen in der Region nicht unbedingt glücklich. Das bedeutet aber nicht, dass nicht auch sie die Schönheit der Region ausgiebig geniessen könnten. Wenn Sie den besten Schinken in Extremadura kaufen wollen, dann achten Sie darauf, dass auf dem Etikett immer ein Abzeichen oder ein Stempel mit dem Aufdruck D.O.P. Dehesa de Extremadura zu finden ist. Nur dann können Sie sicher sein, dass das Schwein nicht nur aus der Region stammt, sondern auch – wie gesetzlich geregelt – sein Leben in Freiheit verbracht hat und in den Genuss der Eicheln, Wurzeln und Nüsse gekommen ist, die sein Fleisch so einzigartig machen.

Probieren Sie das proteinreiche und fettarme Schweinefleisch nicht nur als luftgetrockneten und wenig gesalzenen Schinken. Die Gastwirte in der Region sind durchaus in der Lage, mehr aus dem köstlichen Fleisch zu machen. In Orten wie Higuera la Real, Cabeza la Vaca, Fuente de Cantos, Oliva de la Fronter und anderen werden in den Tavernen ausser Schinken leckerer Spargel, anderes heimisches Gemüse und viel Wild aus der Region Extremadura mit kräftigen Weinen aus der Region serviert.



 

Oberstes Bild: In der spanischen Extremadura ist das Iberische Schwein zu Hause. (© Juan Pablo Zumel Arranz, Wikimedia, CC)

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1 Kommentar


  1. Jerez de la Frontera – Pferde, Flamenco & Fino

    Eine der vielen Perlen Andalusiens ist Jerez de la Frontera, nur ca 12 km von den Stränden der Costa de la Luz entfernt.
    Im Mai wird das altehrwürdige Jerez jedes Jahr zu einem Mekka der Pferdeliebhaber – die Feria del Caballo wird gefeiert – und die ganze Stadt erstrahlt.

    Jerez de la Frontera ist nicht nur im Mai eine Reise wert.

    Seit dem Mittelalter, als sich während der Feria die Pferdehändler bei Sherry und Flamenco um ihre Geschäfte kümmerten, wird diese Tradition gepflegt. Die Fassaden und Strasse werden festlich geschmückt. Reiter in traditionellen Kostümen und prachtvolle Kutschen beleben die Strassen. In farbenfrohen Flamencokleidern flanieren Spanierinnen jeden Alters durch die Stadt.
    In den fast 200 casetas am Festgelände wird Flamenco getanzt,musiziert, gelacht, gegessen und natürlich Sherry ausgeschenkt, bevorzugt der trockene Fino. Sehr zu empfehlen ist die süffige Mischung aus Sherry auf Eis mit Limonade und Minzblättern, der Rebujito. Und mit ein paar Tapas zur Stärkung geht es weiter…zum Flamenco, zum Stierkampf oder zum Besuch einer der berühmten Bodegas von Jerez.

    Wer unterwegs durch die Altstadt mit Smartphone oder Tablet navigiert und mobile Internet nutzen möchte in Spanien, dem sei eine Spanien Prepaid SIM (http://www.prepaid-global.de/spanien-prepaid.html) ans Herz gelegt. Die SIM-Karten der „heimischen“ Netzanbieter sind deutlich günstiger und der Kaufpreis rechnet sich in der Regel bereits nach 1-2 Tagen bei geringer Nutzung.

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