Ein Kurzbesuch bei Dänemarks bekanntester Jungfrau ist ein Erlebnis

11.03.2014 |  Von  |  Allgemein, Europa

Geschätzte Lesezeit: 6 Minuten

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Als Kind hatte ich eine kleine Spieluhr, die nach dem Aufziehen die Melodie von „Wonderful Kopenhagen“ spielte. Vor Kurzem habe ich das gute Stück wieder gefunden und nochmals gelauscht. Dabei kam mir die Idee für einen Kurztrip in die Stadt, wo die kleine Meerjungfrau zu Hause ist.

Dank günstiger Flugverbindungen landete ich nach nur wenigen Stunden direkt am Flughafen und machte mich mit den öffentlichen Verkehrsmitteln vertraut. Ein Stadttrip der besonderen Art nahm damit seinen Lauf, der nicht nur Erinnerungen weckte, sondern auch neue Eindrücke bescherte.



Teuer, aber schön

Dänemarks Hauptstadt, die heute mehr als eine halbe Million Einwohner zählt, besticht durch ihre Schönheit und ihre enge Verbindung von Architektur und Natur. Direkt im Zentrum finde ich eine lebhafte Fussgängerzone vor, an deren Seiten bunte Häuser stehen und die teilweise so schmal wird, dass man beim Nebeneinandergehen zweier Personen kaum durchkommt.

Blick über die Innenstadt von Kopenhagen (Bild: Trabert, Wikimedia, CC)

Blick über die Innenstadt von Kopenhagen (Bild: Trabert, Wikimedia, CC)

Doch genau das macht das Flair dieser Stadt aus, die nicht nur Sitz der dänischen Verwaltung ist, sondern auch als Mekka für die Kunst- und Designszene gilt. Mitten in der Stadt finde ich den einen oder anderen grünen Park, dessen Grünfläche tatsächlich zum Verweilen einlädt. Auf Decken und mitgebrachten Sesseln finden sich hier Einheimische und Touristen gleichermassen, die einfach das Leben und die Sonne geniessen.



Gerade zu Beginn der Frühjahrszeit kann man die Dänen sehr ausgelassen erleben, denn Sommer bedeutet nicht nur warme Temperaturen, sondern auch viel Tageslicht und gute Stimmung. Als ich mich mit Proviant versorgen möchte, muss ich feststellen, dass die Preise für die einfachsten Lebensmittel deutlich über unserem Niveau liegen.

Ein sympathischer Däne gibt mir allerdings den Tipp, einfach in eine Milchbar zu gehen. Dort gibt es ebenfalls alles, was ich brauche, und zwar zu einem deutlich günstigeren Preis als in den einen oder anderen Laden. Es fällt mir auf, dass die Bevölkerung in Dänemark sehr herzlich und aufgeschlossen ist. Wenn sie merken, dass man kein Dänisch versteht, wechseln sie sofort ins Englische oder meist sogar ins Deutsche und sind sehr gesprächsbereit.

Das Rathaus von Kopenhagen besticht durch Drachenfiguren



Ausgehend vom Bahnhof, komme ich am berühmtesten Vergnügungspark der Welt vorbei, dem Tivoli. Doch um diese Uhrzeit steht alles noch still und die Buden sind verschlossen. Ich mache mich also auf den Weg weiter ins Zentrum und komme am ersten Designhotel der Welt – dem Radisson SAS Royal Hotel – vorbei.

Vergnügungspark Tivoli in Kopenhagen (Bild: Malte Hübner, Wikimedia)

Vergnügungspark Tivoli in Kopenhagen (Bild: Malte Hübner, Wikimedia)

Dann endlich bin ich am eigentlichen Zielpunkt angelangt, dem Kopenhagener Rathaus. Es steht im Mittelpunkt von Kopenhagen und ist mit gefährlich aussehenden Drachenfiguren auf dem Dach verziert. Weiter geht es zur Heiliggeistkirche, bevor ich in die Haupteinkaufsstrasse, die Christiansborg Slot, einbiege. Doch hier kann man nicht nur gut und teuer einkaufen, hier war einst auch der Sitz der Königsfamilie.



Heute befindet sich hier das Parlament und der Oberste Gerichtshof, etwas weiter weg ist die alte Börse angesiedelt, die als prächtiger Renaissance-Bau aufwartet. Der König residiert inzwischen im Amalienborg Slot, wo ich auf meinen Weg zum Nyhan anschliessend vorbeikomme. Ob Margarethe mit ihrer Familie tatsächlich anwesend ist, erfährt der Besucher ganz einfach, indem er auf die gehisste Flagge am Schlossturm achtet.

Königliche Gardisten (Bild: Mariusz Paździora, Wikimedia, CC)

Königliche Gardisten (Bild: Mariusz Paździora, Wikimedia, CC)

Ausflugsboote durch die Kanäle der Stadt

In Kopenhagen sind die meisten Einheimischen mit dem Fahrrad unterwegs, doch ich begebe mich zu Fuss von einer Sehenswürdigkeit zur nächsten. Als ich nicht mehr mag, finde ich den Weg zum Nyhan. Dort legen einige Ausflugsboote, die mit Glas überdacht sind, ab und zeigen den Touristen die schmalen Kanäle der Stadt quer durch die angesagten Vierteln für Künstler, die Wirtschaftstreibenden und die Touristen.

Erholt und durch ein typisch dänisches Hotdog gestärkt, mache ich mich auf zur wichtigsten Sehenswürdigkeit in Kopenhagen – der kleinen Meerjungfrau. Die Märchen von H.C. Andersen haben mich über die ganzen Jahre der Kindheit begleitet, und ich habe mit der nunmehrigen Statue, die lediglich 1,25 Meter gross ist, tatsächlich mitgelitten. Das kleinste Wahrzeichen der Welt ist frisch restauriert und erstrahlt in neuem Glanz, was dem traurigen Gesichtsausdruck der Statue keinen Abbruch tut.

Die kleine Meerjungfrau im Hafen von Kopenhagen, Dänemark (Bild: Avda, Wikimedia, CC)

Die kleine Meerjungfrau im Hafen von Kopenhagen, Dänemark (Bild: Avda, Wikimedia, CC)

Über die Uferpromenade gelange ich schliesslich zum wunderschönen Renaissanceschloss Rosenberg, das letztlich nicht weit vom direkten Stadtzentrum von Kopenhagen entfernt ist. Im grosszügig angelegten Schlosspark lasse ich mich kurz nieder und geniesse die Ruhe und die Sonnenstrahlen, bevor es retour ins Hotel geht.

Nach zwei Tagen in der dänischen Hauptstadt reise ich heimwärts mit einem ganzen Gepäck an herrlichen Eindrücken, denn die perfekte Mischung aus grüner Natur, viel Wasser und beeindruckender Architektur begeistert nicht nur mich, sondern alljährlich eine grosse Anzahl Touristen. Die bunten Häuser am Nyhan, das Schloss mit dem königlichen Wappen und die eher spartanisch errichteten sakralen Bauten ergeben einen ganz besonderen Reiz dieser herrlichen Stadt im Norden, die naturgemäss im Sommer sicherlich noch schöner ist als zur kalten Jahreszeit. Höfliche Einheimische, denen man ihren ausgeglichenen Lebensstil förmlich anmerkt, tun ihr Übriges, um aus Kopenhagen eine lebendige Metropole zu machen, die auch mitten im Zentrum ihre Ruhepole hat.



 

Oberstes Bild: Hafen von Kopenhagen (Bild: Alexander Klaus  / pixelio.de)

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