Kostbare Schätze in Vientiane, Laos, bewundern

29.11.2013 |  Von  |  Asien
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Kostbare Schätze in Vientiane, Laos, bewundern
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Ein weisser Fleck auf meiner Reisekarte war für lange Zeit das Land Laos in Südostasien. Es juckte mich schon länger in den Fingern, aber irgendwie fehlte auf bisherigen Reisen nach Asien immer die Zeit für einen Abstecher dorthin. Laos liegt landeingebettet nördlich von Thailand und südlich von China.

Als Teil des ehemals französisch besetzten Indochinas erlebte das arme Land die gewaltsame Umstrukturierung zur kommunistischen Volksdiktatur in der zweiten Hälfte des zurückliegenden Jahrhunderts. Nur sehr langsam befreite sich das Land aus diesem Würgegriff und wurde als Mekhong-Anrainerstaat das Armenhaus des ASEAN-Staatenbundes, der die Länder in diesem Teil der Welt zu einer neuen Blüte führen soll.



Dem Tourismus öffnete sich Laos erst richtig um die Jahrtausendwende – das ist ja bekanntlich noch nicht so lange her. Schweizer Bürger benötigen seit 2009 für Aufenthalte bis 14 Tage kein Visum mehr. Das ist zwar nett, begrenzte meine Laosreise aber leider auf maximal 2 Wochen.

Direktflüge nach Laos gibt es aus der Schweiz nicht, aber gute Zubringerverbindungen über Bangkok. Ab Bangkok (12 Stunden Flugdauer von Kloten) hatte ich folglich einen Anschlussflug nach Vientiane, der Hauptstadt von Laos, gebucht.

Pha That Luang, Vientiane, Laos. (Urheber: Tevaprapas Makklay / Wiki)

Pha That Luang, Vientiane, Laos. (Urheber: Tevaprapas Makklay / Wiki)




Der Flug dauerte nur 90 Minuten mit einem zweimotorigen Turbopropfluggerät. Der Airport in Vientiane war überschaubar klein, und meine Ankunft am späten Nachmittag erlaubte mir eine sorgfältige Hotelauswahl. Was ich genau sehen und erleben wollte, das würde sich in den kommenden Wochen zeigen. Ich hatte viel zu Laos gelesen und kannte das Repertoire des Landes hinsichtlich aller Sehenswürdigkeiten. Das touristisch ausgetretenere Territorium von Thailand kannte ich von früheren Trips her ja zur Genüge. Hier entschied ich mich also für die bequemste Reiseform und liess mich ohne jeden Zeitdruck durch Buchungen treiben.



Vom Airport in die Stadt fuhr mich ein Flughafentaxi. Das sollte das letzte reguläre Automobil für mich auf dieser Reise werden, denn ab hier gab es die Space Shuttles, doch dazu später mehr. Das Taxi zeigte mir einige Hotels im direkten Umfeld der Innenstadt. Ich wollte ruhig wohnen und auch etwas von den täglichen Strapazen zu Fuss ausruhen können.

Das Green Park Boutique Hotel traf genau meinen Geschmack, denn es wirkte sehr gepflegt und hat auch einen schönen Swimmingpool für Gäste. Mein Zimmer war ansprechend dekoriert, und der Flachbildfernseher übertrug fast 100 Programme aus aller Welt. Der WiFi-Empfang im Zimmer war wirklich erstklassig schnell, das vereinfachte die „Bin gut und wohlbehalten angekommen!“-Meldung bei Freunden daheim und Angehörigen.

Pha That Luang, das Nationalsymbol von Laos. (Urheber: Frank Schneidewind)

Pha That Luang, das Nationalsymbol von Laos. (Urheber: Frank Schneidewind)

Die bildhübsche Laos-Expertin aus Kanada, die ich beim abendlichen Bier an der Hotelbar traf, arbeitete an einer Fotoserie im Auftrage eines grossen Reisemagazins. Sie kam gerade aus Luang Prabang zurück und erzählte mir von dem UNESCO-Weltkulturerbe dort. Eventuell erlebte ich das ja auch noch einmal selber.

Antoinette kam aus Vancouver von der Pazifikküste Kanadas und hatte nun noch 4 Tage für Schnappschüsse aus der Hauptstadt von Laos. Wir verstanden uns vorzüglich, und im Gegenzug für ein versprochenes Abendessen morgen lud sie mich ein, sie am Folgetag zu begleiten. Das nahm ich selbstredend gerne an.



Der Morgen bescherte mir dann den ersten Kontakt mit einem Space Shuttle. Das hat rein gar nichts mit laotischer Weltraumerkundung zu tun und ist auch sicherlich nicht von der NASA zugelassen. Der „Astronaut“ vorne sitzt auf einem halben Moped hinter einer Scheibe und hat dahinter ein Passagierabteil auf zweirädriger Achse angeschweisst. Solche Space Shuttles kosten fast nichts, wenn man eine erfahrene Reisebegleitung hat. Antoinette sprach etwas Lao und das half ungemein.

Tempel in Vientiane, aufgenommen aus dem Inneren des That Luang. (Urheber: Mattes / Wiki)

Tempel in Vientiane, aufgenommen aus dem Inneren des That Luang. (Urheber: Mattes / Wiki)

Mit dem Stadtplan wusste hier niemand umzugehen, aber wir wurden für eine handvoll Dollar einen ganzen lieben Tag lang zu jedem Zielpunkt gebracht. Der US-Dollar ist hier so eine Art Ersatzwährung und wird überall akzeptiert. Laotische Kip sind die lokale Währung, haben aber fast nur Wechselgeldcharakter. Die versprochene Abendmahlzeit nahmen wir am mächtigen Mekhong-Fluss zu uns. Es gab gebratenen Fisch und eine Art Risotto dazu. Wir unterhielten uns dabei angeregt und beschlossen, auch die nächsten Tage gemeinsam zu verbringen. Das war ein Mega-Sightseeing auch für mich!

Antoinettes Abreisetag war dann mein Aufbruchstag für den Buddhagarten des aus dem Lande gewiesenen Mönches. Hier kollidierte die kommunistische mit der buddhistischen Weltanschauung, und Schergen des Regimes oder missgünstige Idioten zerstörten einen Teil der religiösen Kunstwerke nachhaltig. Etwas betroffen von der Zerstörungswut der Kommunisten kehrte ich an diesem Abend heim in das Green Park Boutique Hotel, ein wenig traurig war ich sicher auch über den Verlust meiner so angenehmen Reisebegleiterin.

Kloster Wat Si Muang, Vientiane, Laos. (Urheber: Ondřej Žváček / Wiki / <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.en" target="_blank">CC</a>)

Kloster Wat Si Muang, Vientiane, Laos. (Urheber: Ondřej Žváček / Wiki / CC)

Sie hatte mir die architektonischen und musealen Schätze von Vientiane gezeigt, besser als es jeder Tourguide hätte machen können. Einen Ruhetag am Pool legte ich noch ein, und dann folgten zwei kleine Mekhong Cruises auf Passagierbooten. Jeweils für rund einen Tag ging es stromaufwärts und stromabwärts von der laotischen Metropole. Ein wenig auffällig war dabei, dass es offensichtlich nicht viele Brücken über den Fluss gibt – aber vorbei an endlosen Reisfeldern und Weideflächen für Wasserbüffel waren die jeweiligen Fahrten durchaus interessant.

Auf einen heftigen Regentag mit Monsunschauern gewaltiger Stärke folgten meine finalen Tage bei bestem und sonnigen Wetter. Das Space Shuttle war mir lieb geworden, denn die vorsichtige Fahrweise und beste Rundumsicht gefiel mir ausnehmend gut. Luang Prabang verbleibt noch vorerst auf meiner „Places-to-visit“-Liste. Im nächsten Jahr plant Antoinette, die Ebene der Tonkrüge und geheimen CIA-Anlagen des Vietnamkrieges bei Phon Savan zu fotografieren. Vielleicht ergibt sich ja ein Wiedersehen mit ihr, denn wir stehen ja per eMail in Kontakt.



 

Oberstes Bild: Patuxai, Vientiane, Laos. (Urheber: Gorgo / Wiki)

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