La Réunion – ein Stück Europa im Indischen Ozean

02.04.2014 |  Von  |  Afrika, Alle Länder
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Rund 10’000 km von der Mitte Europas entfernt liegt La Réunion – eine Vulkaninsel mitten in den Weiten des Indischen Ozeans. Für die 800 Kilometer östlich von Madagaskar gelegene Insel ist Mauritius der nächste erreichbare Landfleck. Trotz dieser Abgeschiedenheit verbindet La Réunion mit Europa mehr, als die geographische Lage vermuten lässt.

Die Insel ist französisches Übersee-Departement und Teil der Euro-Zone. Touristisch steht La Réunion etwas im Schatten des benachbarten Mauritius. Das macht aber einen Aufenthalt auch besonders reizvoll. Wegen der atemberaubenden, durch den Vulkanismus geprägten Landschaft ist La Réunion ein Geheimtipp für Trekkingfans und Abenteuer-Sportler.



La Réunion – ein Taucherparadies (Bild: Philippe Bourjon, Wikimedia, CC)

La Réunion – ein Taucherparadies (Bild: Philippe Bourjon, Wikimedia, CC)

Von Portugiesen und Franzosen erschlossen

Die europäische Geschichte La Réunions beginnt bereits mit der portugiesischen Entdeckung im Jahre 1507. Im 18. Jahrhundert gelangte die Insel in französischen Besitz. Bestandteil Frankreichs ist La Réunion bis heute und wenig spricht dafür, dass sich daran in absehbarer Zukunft etwas ändert. Ursprünglich unbewohnt, wurde die Insel im Lauf der Jahrhunderte durch Menschen unterschiedlicher Herkunft besiedelt – nicht immer freiwillig, denn Sklaven vom afrikanischen Kontinent trugen lange zur Plantagenwirtschaft bei.



Längst sind diese Zeiten vorbei. Typisch für La Réunion sind das friedliche Miteinander und die Vermischung der Völker. Etwa 45 Prozent der gut 800’000 Einwohner sind Kreolen – also Mischlinge, jeweils über 20 Prozent afrikanischer und indischer Herkunft, der Rest europäischer und chinesischer Abstammung.

Tänzerinnen bei Festival Dipavali auf La Réunion (Bild: tirados joselito, Wikimedia, CC)

Tänzerinnen bei Festival Dipavali auf La Réunion (Bild: tirados joselito, Wikimedia, CC)




UNESCO-Weltnaturerbe

La Réunion kann Besuchern nicht so makellose und ausgedehnte Strandlandschaften wie Mauritius oder die Malediven bieten – ein Grund, warum die Insel bisher nicht im Fokus der Tourismuswirtschaft steht. Schöne Bademöglichkeiten finden sich aber auch hier. Der Badetourismus konzentriert sich an der West- und Südküste. Saint-Gilles les Bains, Saint Pierre und Saint Leu bilden die Hauptbadeorte.

Vor allem Saint-Gilles ist touristisch gut erschlossen und verfügt über zahlreiche Hotels, Ferienanlagen und einen Yachthafen. An der Ostküste dominieren dagegen Felsen. Dafür werden Touristen durch die atemberaubende Landschaft im Inselinneren entschädigt. Mehr als zwei Drittel der gut 2’500 Quadratkilometer grossen Insel sind Nationalparkgelände, dessen Kernzone seit 2010 zum UNESCO-Weltnaturerbe gehört.

Wasserfall Trou noir, Fluss Langevin, La Réunion. (Bild: David.Monniaux, Wikipedia, CC)

Wasserfall Trou noir, Fluss Langevin, La Réunion. (Bild: David.Monniaux, Wikipedia, CC)

Vulkanische Existenz

La Réunion verdankt seine Existenz alleine dem Vulkanismus. Vor rund drei Millionen Jahren erhob sich die Insel aus dem Ozean und bis heute gibt es hier vulkanische Aktivität. Der Piton de la Fournaise im Südosten La Réunions macht immer wieder durch Ausbrüche von sich reden. Die durch Lavaströme und Ausschüttungen geprägte Umgebung des Vulkans wirkt in manchen Bereichen denn auch wie eine Mondlandschaft und ist eine Hauptattraktion. Auch die übrige Berglandschaft der Insel ist vulkanischen Urspungs. Das gilt für den Piton des Neiges – mit 3070 Metern der höchste Gipfel – ebenso wie für die übrigen Gebirgsketten.

Die Berglandschaft von La Réunion (Bild: Mamphi, Wikimedia, CC)

Die Berglandschaft von La Réunion (Bild: Mamphi, Wikimedia, CC)

Ein Wander- und Kletterparadies

Ein beliebtes Areal für Wanderer, Kletterer und Trekking-Fans sind drei tiefzerklüftete vulkanische Talkessel – die Cirques de Mafate, Cilaos und de Salazie – mit atemberaubenden Felsabstürzen, Schluchten und Wasserfällen. Der Cirque de Mafate ist dabei so abgelegen, dass er nur zu Fuss oder mit dem Hubschrauber erreicht werden kann. Ansonsten verfügt die Insel über ein gut ausgebautes Wander- und Wegenetz, so dass sich Wanderrouten für unterschiedlichste Ansprüche – vom Tagesausflug bis zu Mehrtagestouren – gut planen und durchführen lassen. Sehr beliebt sind auch Insel-Rundflüge mit dem Helikopter – eine hervorragende Gelegenheit, die faszinierende Landschaft La Réunions von oben zu betrachten.

Insel-Rundflüge mit dem Helikopter - eine hervorragende Gelegenheit, La Réunion von oben zu betrachten (Bild: David Monniaux, Wikimedia, CC)

Insel-Rundflüge mit dem Helikopter – eine hervorragende Gelegenheit, La Réunion von oben zu betrachten (Bild: David Monniaux, Wikimedia, CC)

Saint Denis – urbanes Zentrum



Wer urbanes Treiben sucht, findet es vor allem in der Inselhauptstadt Saint Denis im Norden. Mit fast 150’000 Einwohnern bildet sie die einzige Grossstadt la Réunions. Saint Denis ist ein Schmelztiegel der Völker und Kulturen der Insel. Dies wird nicht nur in ihren Bewohnern sichtbar, sondern auch in den Bauten. Katholische Kirchen gehören hier ebenso selbstverständlich zum Stadtbild wie Moscheen und chinesische Pagoden.

Und im Bereich des Zentrums sind noch viele historische Bauten im Stil der französischen Kolonialarchitektur erhalten. Saint Denis ist unbestritten das Einkaufzentrum des Überseedepartements. Wer shoppen möchte, findet dazu genügend Gelegenheit auf den Märkten und in den Geschäften der Hauptstadt. Und auch für Unterhaltung und das Nachtleben gibt es ein reichhaltiges Angebot. Ansonsten findet sich Entsprechendes nur noch in den Badeorten der Insel.

Saint Denis, La Réunion (Bild: Bbb, Wikimedia, CC)

Saint Denis, La Réunion (Bild: Bbb, Wikimedia, CC)

Kreolische Küche

Zur Kultur La Réunions gehört die lokale Küche. Die Vermischung verschiedener Einflüsse hat sich auch hier bemerkbar gemacht und eine eigene kreolische Kochkunst hervorgebracht. Cari – vom indischen Curry abgeleitet – ist eine Spezialität, ein Reisgericht mit einer scharf gewürzten Sauce aus Hülsenfürchten sowie Fleisch oder Fisch als Beilagen. Samoussas – gefüllte Teigtaschen – und Bonbons Piments – mit Erbspüree gefüllte Teigkrapfen – sind ebenfalls typisch. Sehr beliebt ist das Inselbier Dodo und Rum, neben der berühmten Bourbon-Vanille eines der Hauptprodukte der Insel.

Kreolische Spezialitäten – bonbons piment, samoussas, bouchons (Bild: Rob.moore, Wikimedia, CC)

Kreolische Spezialitäten – bonbons piment, samoussas, bouchons (Bild: Rob.moore, Wikimedia, CC)

Tropisches Klima bestimmt Reisezeit

Das Klima La Réunions ist tropisch-feucht. Es gibt nur Winter und Sommer. Auf der Südhalbkugel der Erde gelegen, verhalten sich die Jahreszeiten dabei umgekehrt wie bei uns. Beste Reisezeit ist der etwas trockenere und kühlere Winter zwischen Mai und Oktober. Danach beginnt die Regenzeit. Frieren muss man auch im Winter nicht. Die Durchschnittstemperaturen liegen zwischen 18 und 27 Grad. La Réunion ist über Direktflüge von Paris aus gut zu erreichen.



 

Oberstes Bild: Sonnenuntergang auf La Réunion (Bild: Cblm, Wikimedia, CC)

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Über Stephan Gerhard

ist seit Jahren als freier Autor und Texter tätig und beschäftigt sich bevorzugt mit Themen rund um Finanzen, Geldanlagen und Versicherungen sowie Wirtschaft. Als langjähriger Mitarbeiter bei einem Bankenverband und einem grossen Logistikkonzern verfügt er über umfassende Erfahrungen in diesen Gebieten.

Darüber hinaus deckt er eine Vielzahl an Themen im Bereich Reisen, Tourismus und Freizeitgestaltung ab. Er bietet seinen Kunden kompetente und schnelle Unterstützung bei der Erstellung von Texten und Präsentationen.



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