Streichelfarmen in Südafrika: Tierschutz sieht anders aus

09.12.2015 |  Von  |  Afrika
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Streichelfarmen in Südafrika: Tierschutz sieht anders aus
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In der angesagten Feriendestination Südafrika sind „Streichelfarmen“ nach wie sehr beliebt. Auf den tierschutzwidrigen Farmen, die den Nachwuchs für Jäger züchten, werden Löwen und andere Grosskatzen als Touristenattraktion missbraucht. Wer das Tierleid hinter dem Canned Lion Hunting nicht unterstützen will, vermeidet den Besuch solcher Farmen konsequent.

Südafrika ist ein nach wie vor sehr beliebtes Reiseziel. Wenn in Europa der Winter einzieht, startet das Land auf der Südhalbkugel munter in den Sommer – und das bei gerade mal einer Stunde Zeitunterschied.

2014 besuchten rund 1’365’000 europäische Touristen die Regenbogennation. Auf dem Programm stehen dabei jedoch nicht nur beeindruckende Küstenlandschaften und Nationalparks. Viele Touristen besuchen auch sogenannte „Streichelfarmen“, auf denen man mit Löwenjungen kuscheln, spazieren gehen und Fotos machen kann.

Alles andere als Arten- und Tierschutz

„Solche Ausflugsziele haben nichts mit Arten- oder Tierschutz zu tun, auch wenn das den Touristen so verkauft  wird“, warnt die Länderchefin VIER PFOTEN Schweiz, Julie Stillhart. Problematisch ist daran mitunter, dass die kleinen Löwen kurz nach der Geburt von der Müttern getrennt und anschliessend als Touristenattraktion missbraucht werden.

Das bedeutet für die Tiere purer Stress und führt auch zu gesundheitlichen Problemen. Dass das alles zu Gunsten des Artenschutzes und der Vermehrung der Löwenpopulation passiert, ist jedoch eine dreiste Lüge: „Diese in Gefangenschaft aufgewachsenen Löwen können niemals in die freie Wildbahn  ausgewildert werden. Es geht hier nur ums Geschäft“, so Stillhart.

Endstation Jagdfarm

Werden die Tiere zu gross, ist der  direkte Kontakt mit Menschen nicht mehr möglich und den meisten der in Massen gezüchteten Grosskatzen droht ein trauriges Schicksal. Viele landen, zum Teil über Zwischenstationen, am Ende auf einer Jagdfarm. Jedes Jahr werden bis zu 1’000 Zuchtlöwen beim Canned Lion Hunting, der grausamsten Art der Trophäenjagd, erlegt.


Löwenjungen, die schon bald von Jägern getötet werden, auf einer Zuchtfarm in Südafrika (Bild: © obs/VIER PFOTEN - Stiftung für Tierschutz/VIER PFOTEN/Thomas Pietsch)

Löwenjungen, die schon bald von Jägern getötet werden, auf einer Zuchtfarm in Südafrika (Bild: © obs/VIER PFOTEN – Stiftung für Tierschutz/VIER PFOTEN/Thomas Pietsch)


Heute sind rund 6’000 Löwen in Gefangenschaft von diesem Schicksal bedroht – 50 Prozent mehr als noch im Jahr 2010 und mehr als je zuvor. Die Jäger kommen vor allem aus den USA und europäischen Ländern.

Tierschutzwidrige Streichelangebote

Besichtigungen von kommerziellen Löwenfarmen wie dem „Lion Park“ in Johannesburg sind entweder vor Ort im Hotel buchbar oder teilweise bereits fixer Bestandteil einer organisierten Reise. VIER PFOTEN hat Kenntnis von rund 15 grösseren Einrichtungen, hinzu kommen aber auch kleinere Farmen, die Löwen-Streicheln saisonal anbieten. Auch Tiger und andere Grosskatzenarten werden für diese Touristenattraktion missbraucht.

„Wer Tierleid verhindern will, entscheidet sich bewusst gegen solche Angebote und hinterfragt kritisch, wenn von Tier- und Artenschutz die Rede ist. Viele Touristen sind sich leider nicht bewusst, dass auch der Besuch von Streichelfarmen die Löwenindustrie fördert und der direkte Kontakt mit Wildtieren nicht mit Tierschutz vereinbar ist“, so Stillhart.



VIER PFOTEN fordert seit Jahren ein Verbot dieser brutalen Praxis und hat vor kurzem die #RealTrophy-Kampagne ins Leben gerufen. Auf realtrophy.org  können Unterstützer mit einem Bild zeigen, worauf sie wirklich stolz sein können: ein Pokal, eine Medaille, eine besondere Errungenschaft – alle kreativen Ideen sind willkommen, solange es eine „echte“ Trophäe und kein totes Tier ist.

 

Artikel von: VIER PFOTEN – Stiftung für Tierschutz
Artikelbild: Maggy Meyer – shutterstock.com

Über Samuel Nies

Als gelernter Informatikkaufmann war für mich schon schnell klar, dass die Administration von verschiedenen Systemen zu meinem Gebiet werden sollte. Um aber auch einen kreativen Anteil in meinen Arbeitsalltag zu integrieren, verschlug es mich in die Welt des Web Content Management.


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