Zofingen – ein Kleinod unter Schweizer Städten

24.06.2016 |  Von  |  Schweiz, Städtereisen
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Zofingen – ein Kleinod unter Schweizer Städten
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Die Kleinstadt Zofingen liegt im äussersten Südwesten des Kantons Aargau und besitzt eine der am besten erhaltenen historischen Altstädte in der Schweiz. In Zofingen leben heute etwa 11.000 Menschen.

Es lohnt sich also, die Stadt an der unmittelbaren Grenze zum Kanton Luzern nicht unbeachtet zu lassen. Bei einem Besuch des Städtchens Zofingen gibt es eine Menge Sehenswertes zu entdecken.

Alte Siedlungsgeschichte

Der mittelalterliche Stadtkern von Zofingen liegt etwas erhöht über dem Wiggertal auf einer Höhe von knapp 440 Metern. Die höchste Erhebung der Gemeinde ist der 661 Meter hohe Rottannhubel an der östlichen Gemeindegrenze. Er gehört zu einer Hügelkette, welche das Wiggertal vom benachbarten Uerkental trennt.

Westlich der historischen Altstadt befindet sich der am stärksten besiedelte Teil von Zofingen. Die Anfänge der Siedlungsgeschichte reichen bis in die Jungsteinzeit zurück. Schon im 2. Jahrhundert v. Chr. war der Bereich der Altstadt von Helvetiern besiedelt und auch Römer siedelten hier, wobei allerdings kein lateinischer Name für Zofingen überliefert ist.


Der Heitere-Platz in Zofingen (Bild: © Roland Zihlmann - shutterstock.com)

Der Heitere-Platz in Zofingen (Bild: © Roland Zihlmann – shutterstock.com)


Eine der schönsten Altstädte der Schweiz

Ein Rundgang durch die sehenswerte Altstadt von Zofingen ist unbedingt sehenswert. Sie ist als unregelmässiges Rechteck angelegt und hat eine maximale Ausdehnung von 470 x 225 Metern. Die Altstadt gehört nicht zu Unrecht zu den schönsten Altstädten der gesamten Schweiz.


Ein Rundgang durch die sehenswerte Altstadt von Zofingen ist unbedingt sehenswert. (Bild: © Roland Zihlmann - shutterstock.com)

Ein Rundgang durch die sehenswerte Altstadt von Zofingen ist unbedingt sehenswert. (Bild: © Roland Zihlmann – shutterstock.com)


Sie ist eine typische Anlage aus den Zeiten der Frohburger, welche zum Ende des 12. und zu Beginn des 13. Jahrhunderts zur Sicherung des Frohburger Territoriums angelegt wurde. In den vergangenen Jahren wurden zahlreiche historische Gebäude restauriert und so erstrahlt die Altstadt in einem ganz neuen Glanz.

Sehenswertes bei einem Rundgang

Das Wahrzeichen von Zofingen ist die Stadt- und ehemalige Stiftskirche St. Mauritius im Herzen der Altstadt. Die dreischiffige Anlage stammt aus dem 11. Jahrhundert und wurde in späteren Jahrhunderten in Teilen deutlich verändert. Bei Restaurierungsarbeiten im Jahr 1979 stiessen Archäologen auf Überreste von Vorgängerbauten, welche sich bis auf das Jahr 600 n. Chr. datieren liessen. Die Grabbeigaben aus den Stiftergräbern sind heute im Museum von Zofingen zu besichtigen.


Das Wahrzeichen von Zofingen ist die Stadt- und ehemalige Stiftskirche St. Mauritius im Herzen der Altstadt. (Bild: © Roland Zumbühl, Wikimedia, CC BY-SA 3.0)

Das Wahrzeichen von Zofingen ist die Stadt- und ehemalige Stiftskirche St. Mauritius im Herzen der Altstadt. (Bild: © Roland Zumbühl, Wikimedia, CC BY-SA 3.0)


In der Altstadt von Zofingen gibt es noch mehrere Türme. Der Pulverturm war einst ein Eckpfeiler der Stadtbefestigung, stammt aus dem 14. Jahrhundert und ist der markanteste Überrest der mittelalterlichen Stadtbefestigung. Im Münzturm wurde das Zofinger Geld geprägt, welches zu Zeiten der Frohburger und Habsburger ein beliebtes Zahlungsmittel in der Nordwestschweiz darstellte. Ein weiterer Überrest der Wehranlage ist der Folter- oder Strecketurm und diente einst als Gefängnis.


Der Pulverturm war einst ein Eckpfeiler der Stadtbefestigung. (Bild: © Minnou, Wikimedia, CC BY-SA 3.0)

Der Pulverturm war einst ein Eckpfeiler der Stadtbefestigung. (Bild: © Minnou, Wikimedia, CC BY-SA 3.0)


Das in den Jahren 1792 bis 1795 erbaute Rathaus ist bereits das vierte Rathaus der Stadt an derselben Stelle. Es besitzt einen Innenhof mit Brunnen. In unmittelbarer Nähe steht Weibelhaus, welches im Jahr 1606 erbaut wurde. Weitere sehenswerte Bauwerke sind der Stiftsturm mit seinem Glockenspiel, der St. Urbanhof, das Siechenhaus aus dem Jahr 1600, das Lateinschulhaus und die Alte Kanzlei.


Ein weiterer Überrest der Wehranlage ist der Folter- oder Strecketurm und diente einst als Gefängnis. (Bild: © Minnou, Wikimedia, CC BY-SA 3.0)

Ein weiterer Überrest der Wehranlage ist der Folter- oder Strecketurm und diente einst als Gefängnis. (Bild: © Minnou, Wikimedia, CC BY-SA 3.0)


Zudem besitzt Zofingen mit dem Heiternplatz einen der schönsten Festplätze der gesamten Schweiz. Der von Linden umgebene Platz wurde Mitte des 18. Jahrhunderts als Exerzierplatz errichtet und wird heute für zahlreiche Feierlichkeiten unter freiem Himmel genutzt. Wunderschön ist der Blick auf die Altstadt und die Alpen.



Reste römischer Besiedlung

Von der einstigen Besiedelung durch die Römer zeugen die Reste eines Gutshofes. Das Herrenhaus des Gutes hatte dabei eine beachtliche Länge von rund 100 Metern und ist damit der grösste römische Gutshof im gesamten Kanton Aargau. Das Herrenhaus selbst wurde vermutlich in der ersten Hälfte des 1. Jahrhunderts n. Chr. erbaut. Sehenswert sind die restaurierten Mosaikböden des Herrenhauses, welche wohl in der Mitte des 2. Jahrhunderts gelegt wurden. Die Reste dieser römischen Anlage befinden sich auf einer sanften Anhöhe über dem Tal der Wigger mit freier Rundumsicht.

Fazit

Zofingen ist allemal einen Besuch wert. Die Altstadt gehört zu den Schönsten der Schweiz. Für interessierte Besucher werden verschiedene Führungen angeboten, um die Sehenswürdigkeiten von Zofingen kennen zu lernen.

 

Artikelbild: © Roland Zihlmann – shutterstock.com

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