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Andere Länder, andere Sitten – Knigge für Island

18.11.2014 |  Von  |  Alle Länder, Europa
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Andere Länder, andere Sitten – Knigge für Island
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Island – Vulkane, Geysire und endlose Weiten. Nicht zuletzt aufgrund seiner rauen Natur bringt das Land eine ganz eigene Mentalität hervor, so dass sich Besucher mitunter über fremde Umgangsformen oder Gewohnheiten wundern. Doch wer mit der isländischen Etikette erst einmal vertraut ist, wird schnell feststellen, dass man sich unter den Einheimischen schnell wohlfühlen kann. Die beste Voraussetzung für gelungene und entspannte Ferien!

Die Pünktlichkeit und das Wetter



Schon bei unserem ersten Besuch in Island konnten wir uns von der rauen Natur und dem oft unbeständigen Wetter überzeugen. Spontane Schneefälle oder Regen sowie trübe Tage sind hier keine Seltenheit, so dass Sonnenstunden und warmes Wetter von den Isländern stets voll ausgekostet werden. Hierin liegt auch der Grund für das ganz eigene Verhältnis der Isländer zur Pünktlichkeit: Oft werden Arbeiten erst in letzter Minute fertig oder Aufträge nicht umgehend erledigt. Verständlich: Die kurzen, häufig überraschend auftretenden Schönwetterperioden müssen ausgenutzt werden – und die bestellte Ware oder der Service warten, bis das Land wieder im Nebel oder Schneeschauer versinkt. Dann gilt: ruhig und gelassen bleiben und sich lieber selbst über die Sonne freuen!





Nebel und Sonne am See Myvatn, Island (Bild: Bruce McAdam, WIkimedia, CC)

Nebel und Sonne am See Myvatn, Island (Bild: Bruce McAdam, WIkimedia, CC)

Improvisation beim Service

Wer während seines Aufenthalts in Island nicht gerade in einem Hotel der gehobenen Klasse nächtigt, wird mitunter mit einem improvisierten Service rechnen müssen. Die Touristensaison ist in Island denkbar kurz, und zahlreiche Sehenswürdigkeiten wie Geysire oder das Hochland lassen sich vorwiegend im Sommer besuchen. Deshalb sollte man den Service nicht mit den europäischen Standards vergleichen und sich nicht darüber ärgern, wenn der Tankwart oder die Supermarkt-Kassiererin gleichzeitig das Touristenbüro managt – oder wenn der Schüler, in dessen Bett man schläft, am nächsten Morgen auch das Frühstück serviert.

Und: Mit Kritik erreicht man in Island gar nichts, auch wenn der Service einmal suboptimal ausfallen sollte! Deshalb ist es wichtig, dass man sich bereits im Vorfeld auf diese besonderen Bedingungen einstellen und im Zweifelsfall ruhig bleiben sollte. Und natürlich gilt nicht nur in der Gastwirtschaft: Trinkgeld geben hilft bei der Optimierung des Service!

Hotel Vallhöll am Þingvellir-Nationalpark, Island (Bild: Bromr, Wikimedia, GNU)

Hotel Vallhöll am Þingvellir-Nationalpark, Island (Bild: Bromr, Wikimedia, GNU)




Kennenlernen im Schwimmbad

Die beste Möglichkeit, um mit den Einheimischen ins Gespräch zu kommen, besteht bei einem Besuch der heissen Pötte. Diese einmaligen Anlagen finden sich in Island überall; sie übernehmen hier die Funktion von Pubs oder Bars. Bis zum Hals im warmen Wasser, kommt man mit dem Gegenüber schnell ins Gespräch. Allerdings sollte man sich nicht wundern, wenn die Einheimischen direkt zum „Du“ übergehen – auch Titel werden bei der Anrede nicht genannt. Dann ist es falsch, das Gegenüber darauf hinzuweisen! Es handelt sich hierbei um die eigenen Sprachgewohnheiten in Island, die man respektieren sollte.





Die kleine Blaue Lagune am Mývatn, Nordostisland (Bild: Zairon, Wikimedia, CC)

Die kleine Blaue Lagune am Mývatn, Nordostisland (Bild: Zairon, Wikimedia, CC)




Vorsicht, Fettnäpfchen – Reizthema Walfang

Nicht zuletzt gibt es einige Themen, die man im Gespräch mit Einheimischen unbedingt meiden sollte; hierzu gehört vor allem eine Diskussion über den Walfang. Hier in Island gehört die Walbeobachtung zu den Attraktionen, und beim Whale-Watching konnten wir bereits so manches Prachtexemplar bewundern. Ganz anders verhält es sich mit dem Walfang: Obwohl sich in unseren Breiten die grosse Mehrheit gegen die gezielte Jagd auf die gigantischen Meeresbewohner ausspricht, ist dieser Standpunkt in Island häufig unverständlich. Hier präsentiert sich so mancher Einheimische starr und lässt sich auch durch die besten Argumente nicht umstimmen. Deshalb gilt: Dieses Thema sollte am besten vollständig vermieden werden, um nicht unnötig einen Streit zu provozieren. Denn: Die Ferien sind viel zu kurz, um sie mit Streitigkeiten zu vergeuden – sondern sollten lieber für Ausflüge im beeindruckenden Island genutzt werden!

Fazit

Wer sich etwas der Mentalität der Isländer anpasst, wird schnell erkennen, wie herzlich und gastfreundlich die Einheimischen sein können. Dann werden auch die Ferien zu einem unvergesslichen Erlebnis!

 

Oberstes Bild: Grassodenhäuser auf Island (Stefan Schafft, Wikimedia, CC)

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Über Lara Marie Balzer

Lara Marie Balzer hat den Beruf der Pharmazeutisch-technischen Assistentin mit den Zusatzqualifikationen "Ernährungsberatung" und "Ganzheitliche Medizin/Naturheilkunde" erlernt und mit großer Freude mehrere Jahre in einer naturheilkundlich orientierten Apotheke gearbeitet, bevor sie ein Studium begann (Lehramt Chemie und Religion).


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