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Assisi – unter dem Zeichen des Heiligen Franziskus

08.10.2014 |  Von  |  Alle Länder, Europa
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Assisi – unter dem Zeichen des Heiligen Franziskus
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Es gibt grössere und bedeutendere Städte in Italien als Assisi. Mit knapp 30’000 Einwohnern kommt der Ort kaum über den Umfang einer Kleinstadt hinaus. Und doch ist der Name Assisi in aller Welt bekannt.

Schliesslich handelt es sich um den Geburtsort des Heiligen Franziskus, Namensgeber des jetzigen Papstes, Ordensgründer, Kirchenreformer und einer der charismatischsten Heiligenpersönlichkeiten der katholischen Kirche.



Römische Spuren in Umbrien

Von daher überrascht es nicht, dass die Stadt in der Mitte Italiens ein herausragendes Pilgerziel ist und jedes Jahr grosse Besucherscharen zu verzeichnen hat. Assisi liegt in der Nähe von Perugia in der Region Umbrien. Die Stadt breitet sich malerisch auf einem Bergrücken an einer Seite des Monte Subasio oberhalb eines Tales aus. Die Bergspitze wird von den Ruinen der Festung Rocca Maggiore gekrönt.

Assisi wurde bereits in vorchristlicher Zeit von den Umbrern, einem der zahlreichen italischen Stämme, gegründet. Später wurde es römisch. Aus der Römerzeit ist noch einiges in der Stadt erhalten – Teile der Stadtmauer, Reste eines Theaters und Amphitheaters zum Beispiel. Manches wurde im Lauf der Zeit umgewidmet. Das römische Forum bildet heute die zentrale Piazza del Comune, der ursprüngliche Minerva-Tempel wurde zur Kirche Santa Maria sopra Minerva.

Die Kirche Santa Maria sopra Minerva in Assisi (Bild: Rippitippi, Wikimedia)

Die Kirche Santa Maria sopra Minerva in Assisi (Bild: Rippitippi, Wikimedia)




Vom Party-Löwen zum Bettelmönch

Um die Jahre 1181/82 wurde in Assisi der Heilige Franziskus geboren. Aus gutem Hause stammend, waren für ihn in jungen Jahren zunächst Party und Vergnügen Mittelpunkte eines oberflächlichen Playboy-Lebens. Erst Kriegserlebnisse und Gefangenschaft bewirkten einen Umschwung. Eine Pilgerfahrt nach Rom brachte die Hinwendung zum Glauben und das Bekenntnis zur Armut.



Mit einer Schar Gleichgesinnter zog Franz fortan als bettelnder Buss- und Wanderprediger durch die Lande, die Brüder bildeten die Keimzelle des Franziskanerordens, der heute zu den bedeutendsten Ordensgemeinschaften der katholischen Kirche zählt. In den Anfangsjahren war das Verhältnis zur „Amtskirche“ keineswegs konfliktfrei. Es dauerte einige Zeit, bis der Orden offiziell anerkannt wurde.

Assisi ist heute in einzigartiger Weise durch das Wirken des Ordens und seines Gründers geprägt und bietet mehrere Stätten, an denen des Heiligen Franz in besonderer Weise gedacht wird. Kein Bau steht dafür so sehr wie die Basilika San Francesco. Sie erhebt sich zusammen mit einem Kloster auf massiven Stützmauern auf einem künstlichen Plateau am Rande der Stadt. Sie gehört als Basilica maior zu den wichtigsten Kirchen der katholischen Christenheit, im Rang vergleichbar mit den päpstlichen Basiliken in Rom.

Basilika San Francesco in Assisi (Bild: Berthold Werner, Wikimedia)

Basilika San Francesco in Assisi (Bild: Berthold Werner, Wikimedia)

Basilika San Francesco: wunderbare Fresken



Genau genommen handelt es sich um zwei Kirchen. Die Basilika besteht aus einer Ober- und einer Unterkirche. Mit ihrem Bau wurde im Jahre 1228 begonnen, dem Jahr der Heiligsprechung Franz von Assisis. Die Basilika war von Anfang an als Grabstätte für den Heiligen gedacht. Kunsthistorisch herausragend ist vor allem die Oberkirche. Sie gilt als einer der schönsten Kirchenräume überhaupt. Das gotische Deckengewölbe mit seiner blauen Musterung und die berühmten Fresken aus dem Leben des Heiligen Franziskus geben dem Raum seine einzigartige Wirkung. Auch die Unterkirche bietet eindrucksvolle Fresken, ihr Höhepunkt ist der päpstliche Altar in der Apsis. 1997 wurde die Basilika bei einem Erdbeben schwer beschädigt, ist inzwischen aber nach jahrelangen Restaurierungsarbeiten wieder in voller Pracht zu sehen.

Basilika San Francesco – Päpstlicher Altar mit Fresken (Bild: Starlight, Wikimedia)

Basilika San Francesco – Päpstlicher Altar mit Fresken (Bild: Starlight, Wikimedia)

Portiuncula: Sterbekapelle mit Überbau

Neben der Basilika ist die Portiuncula der zweite grosse Erinnerungsort an Franz von Assisi. Es handelt sich um die Sterbekapelle des Heiligen, einen schlichten kleinen Bau, der ursprünglich vor den Toren der Stadt lag. Franziskus zog sich hierhin zurück, um den Tod zu erwarten. Er starb im Jahre 1226.

Im 16. Jahrhundert wurde die Portiuncula mit einer gewaltigen Kuppelkirche überbaut, der Basilica Santa Maria degli Angeli. Die Sterbekapelle wird seitdem von der Kuppel überwölbt. Auch diese Basilika verfügt ähnlich wie die Basilika San Francesco über einen herausragenden Rang und gilt als „Mutterkirche“ des Franziskaner-Ordens. Die Basilika ist im Zeitalter zwischen Renaissance und Barock entstanden und präsentiert sich Besuchern im dorischen Stil mit schlichtem Weiss.

Portiuncola in Santa Maria degli Angeli (Bild: zyance, Wikimedia, CC)

Portiuncola in Santa Maria degli Angeli (Bild: zyance, Wikimedia, CC)

Am Ort des Sonnengesangs

Damit nicht genug, verfügt Assisi noch über eine Reihe weiterer bedeutender Sakralbauten. In der Basilika Santa Chiara ist die Heilige Klara begraben, die ebenfalls aus Assisi stammende Gründerin des Klarissenordens, die sich in der Nachfolge des Heiligen Franz sah. Der äusserlich schlichte Bau aus dem 13. Jahrhundert weist im Inneren ebenfalls wertvolle Fresken auf. Die Kathedrale von Assisi ist noch älter, ein Bau, der im Äusseren noch romanisch wirkt und sich innen in der Gestalt der Renaissance zeigt. Etwas ausserhalb der Stadt inmitten von Feldern und Olivenbäumen liegt San Damiano, ein Kapellen- und Klosterbau aus dem 13. Jahrhundert. Es handelt sich um das erste Klarissenkloster und den Ort, an dem Franziskus seinen berühmten „Sonnengesang“ dichtete.

Stätte für interreligiösen Dialog



Trotz des Pilger- und Besuchertrubels – Assisi ist bis heute ein spiritueller Ort. Die Päpste besuchen die Stadt mehr oder weniger regelmässig. Mehrfach war Assisi während des Pontifikats von Johannes Paul II. Ort der sogenannten Weltgebetstreffen, einer interreligiösen Veranstaltung, die dem Bemühen um den Frieden in der Welt gewidmet war. Santa Maria degli Angeli wurde dafür als Ort gewählt. Manchmal scheint es derzeit, als ob es mehr denn je eines solchen gemeinsamen Bemühens bedürfte.

 

Oberstes Bild: Assisi von Norden (© Magalex, Wikimedia, GNU)

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Über Stephan Gerhard

ist seit Jahren als freier Autor und Texter tätig und beschäftigt sich bevorzugt mit Themen rund um Finanzen, Geldanlagen und Versicherungen sowie Wirtschaft. Als langjähriger Mitarbeiter bei einem Bankenverband und einem grossen Logistikkonzern verfügt er über umfassende Erfahrungen in diesen Gebieten.

Darüber hinaus deckt er eine Vielzahl an Themen im Bereich Reisen, Tourismus und Freizeitgestaltung ab. Er bietet seinen Kunden kompetente und schnelle Unterstützung bei der Erstellung von Texten und Präsentationen.


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