Brac – die Insel der geheimnisvollen Buchten

14.05.2014 |  Von  |  Alle Länder, Europa
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Brac – die Insel der geheimnisvollen Buchten
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Die Ferienzeit war eigentlich vorüber, doch ich hatte noch ein paar Tage, die ich direkt am Meer verbringen wollte. Da entdeckte ich in einer Zeitschrift einen Beitrag über die Insel Brac. Die Stichworte „glasklares Wasser“ und „optimale Badetemperaturen“, sogar noch im Oktober, waren Grund genug, um mich ins Auto zu setzen und loszufahren.

Sonne satt und herrliches adriatisches Meer

Nach einigen Stunden Autofahrt habe ich die Anreise fast geschafft. Es geht noch mit der Fähre zum südöstlichen Ende der Insel, genauer gesagt nach Povlja. Dort macht das Boot an der Mole fest und ich betrete erstmals kroatischen Boden. Die Atmosphäre ist einzigartig, denn während sich im Hintergrund die Felsen des Biokovo-Gebirges in den Himmel türmen, ist vor mir eigentlich nur das Mittelmeer. Ein kleines Städtchen wird nun für ein paar Tage mein Domizil sein.

Blick auf von Povlja auf der Nordseite der Insel Brac (Bild: Wolfgang Hunscher, Wikimedia, CC)

Blick auf von Povlja auf der Nordseite der Insel Brac (Bild: Wolfgang Hunscher, Wikimedia, CC)




Noch bevor ich mich Sonne, Strand und Meer widme, gehe ich hoch zur einzigen Sehenswürdigkeit des Ortes, der Kirche aus dem sechsten Jahrhundert. Eigentlich sind ja nur mehr Mauerreste übrig, doch der Ausflug bietet eine gute Gelegenheit, in Kontakt mit den freundlichen Einheimischen zu kommen und die Gegend näher in Augenschein zu nehmen. In der Sommersaison, die hier von April bis Oktober dauert, kommen die Gäste aus dem In- und Ausland mit der Fähre vom Festland, wobei die Anlegestellte in der Inselhauptstadt Supetar am anderen Ende der Insel liegt. Im Stundentakt strömen die Feriengäste dann an Land und durch die engen Gassen hin zum Strand.

Brac ist die drittgrösste Adria-Insel. Sie weist 200 Kilometer Küstenlinie auf. Doch ist die Küste meist sehr felsig und steinig. Es bedarf mindestens einer dicken Isomatte, um hier am Strand zu relaxen. In meinem Handgepäck findet sich ein Paar Badeschuhe, die hier sehr nützlich sein werden, eine Taucherbrille sowie ein Schnorchel. Denn die Adria ist hier so glasklar und sauber, dass man bis zu zehn Meter tief sehen kann. Damit ist die Insel natürlich ein Paradies für Hobbytaucher und Schnorchler wie mich, die sich die Unterwasserwelt mal ganz gerne aus der Nähe ansehen.

Strand auf der Insel Brac (Bild: Kelovy, Wikimedia)

Strand auf der Insel Brac (Bild: Kelovy, Wikimedia)




Touristenhochburg im Westen



Neben der Hauptstadt Supetar ist der grösste Ort Bol. Hier findet sich eine Hotelanlage neben der anderen, wobei die Lage des Ortes schon irgendwie einmalig ist. Es ist vor allem der Strand, der hier so besonders ist: Er ragt wie ein spitzes Dreieck ins Meer hinaus. Der Name „Zlatni rat“, Goldenes Horn, ist also absolut gerechtfertigt. Je nach Windrichtung bewegt sich die Spitze des Strandes in unterschiedliche Richtungen.

Goldenes Horn bei Bol (Bild: Wolfgang Steinkläubl, Wikimedia, CC)

Goldenes Horn bei Bol (Bild: Wolfgang Steinkläubl, Wikimedia, CC)




Hier ist ein wahres Paradies für Kiter, Segler und Surfer. Vor allem Erstere rauschen hier mit schnellen Brettern über die blaue Adria. Für alle, die es gemütlicher angehen möchten, gibt es Ausflüge mit dem Bananaboot oder dem Jet-Ski am Ufer zu buchen. Natürlich kommt in Bol auch das Nachtleben nicht zu kurz. Hauptsächlich auf der langen Strandpromenade tummeln sich die Nachtschwärmer. Zahlreiche Bars und Restaurants locken mit regionalen Köstlichkeiten und landestypischer Musik.

Da ich es doch wieder ruhiger bevorzuge, geht’s zurück nach Povla. Auf der Fähre komme ich mit einem Einheimischen ins Gespräch, der mir in bestem Deutsch erklärt, dass es hier im Winter tatsächlich richtig einsam sein kann. Dann nutzt er die Zeit und schnitzt Fische aus hartem Olivenholz. Für die restliche Zeit auf der Insel organisiere ich mir einen Mietwagen, mit dem ich in die Provinzhauptstadt Selca fahre. Hier wie auch überall sonst auf der Insel blüht die Steinmetzkunst, was auf das zahlreiche Vorkommen von Steinbrüchen in der Region zurückzuführen ist. Bereits zur Römerzeit gab es den marmorähnlichen Kalkstein von Brac, der damals wie heute hoch im Kurs steht. Zum Beispiel liess Kaiser Diokletian seinen Palast auf Split aus diesem Baumaterial errichten. Auch in der Stadt Selca selbst ist überall dieses Naturmaterial zu finden, sei es als Balustrade und Balkon verarbeitet oder aber in Form von Türschwellen und Treppen.





Vasen aus dem marmorähnlichen Kalkstein von Brac (Bild: Karel Hrdina, Wikimedia, CC)

Vasen aus dem marmorähnlichen Kalkstein von Brac (Bild: Karel Hrdina, Wikimedia, CC)

Zwei Kilometer weiter komme ich nach Sumartin, in eines der romantischsten Städtchen der Insel. Hier gibt es zahlreiche ruhige Buchten mit herrlichen Badestellen, die aber vorwiegend von Einheimischen besucht und genutzt werden. Am Ortsrand entdecke ich die baulichen Reste der ersten Werft auf der Insel. Eine Werft ist bis heute in Betrieb. Dort werden vor allem Holzboote und ‑schiffe repariert. Von hier aus geht mehrmals täglich eine Fähre nach Makarska, das auf dem dalmatinischen Festland liegt.

 

Oberstes Bild: Die kroatische Insel Brac – der Hafen von Bol. (© Hedwig Storch, Wikimedia, CC)

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Über Susanne Mairhofer

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