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Bratislava – junge europäische Hauptstadt am Dreiländereck

02.08.2014 |  Von  |  Alle Länder, Europa
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Bratislava – junge europäische Hauptstadt am Dreiländereck
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Sie kann auf eine über tausendjährige Geschichte zurückblicken und ist gleichzeitig eine der jüngsten Kapitalen Europas – die slowakische Hauptstadt Bratislava. Am Dreiländereck zwischen der Slowakei, Österreich und Ungarn gelegen, gehört sie ohne Frage noch zu Mitteleuropa. Bratislava steht etwas im Schatten der grösseren Metropolen Wien, Prag und Budapest. Trotzdem ist sie ein interessantes Ziel für eine Städtereise.

Die geografische Lage der Stadt prägte immer wieder ihre Funktion und ihre politische Zugehörigkeit. Erstmals wurde Bratislava im Jahr 907 erwähnt. Etwa seit dieser Zeit war die Stadt über viele Jahrhunderte ein Teil Ungarns. Das blieb so bis zum Jahr 1918, als die Donaumonarchie unterging. Danach fiel Bratislava an die neu gegründete Tschechoslowakei. Mit der Trennung von Tschechen und Slowaken nach dem Ende des Kommunismus wurde die Stadt 1993 zum politischen Zentrum der unabhängigen Slowakei.

Mitten in Europa

Trotz neuer Grenzen in diesem Teil Europas bestehen enge kulturelle und wirtschaftliche Verbindungen zu den beiden Nachbarländern. Die Donau, an der Bratislava liegt, wirkt gleichsam als gemeinsames Band ebenso wie die Zugehörigkeit zur Europäischen Union. Der Euro ist hier Zahlungsmittel. Weniger als 60 Kilometer trennen Bratislava von der österreichischen Hauptstadt Wien. Zwischen den beiden Weltkriegen endete die Wiener Strassenbahn in Pressburg – so heisst Bratislava deutsch, Pozsony ist der ungarische Name. Die Nähe zu Wien macht es auch gut möglich, eine Wien-Reise mit einem Besuch in Bratislava zu verbinden.

Altes und neues Bratislava

Die Donau bildet die zentrale Achse Bratislavas und teilt die Stadt in zwei sehr unterschiedliche Teile. Nördlich des Stroms liegt das historische Stadtzentrum, das von einem Kranz von Wohnvierteln umgeben ist. Südlich erstreckt sich vor allem das Stadtviertel Petrzalka, das von typischer sozialistischer Wohnarchitektur in Plattenbauweise geprägt wird. Mehrere Brücken verbinden die kontrastierenden Stadtteile. Bratislava ist auch eine grüne Stadt. Ausläufer der Karpaten reichen bis ins Stadtgebiet. Ihre Waldflächen enden erst kurz vor dem Zentrum. Darüber hinaus gibt es viele Parks und Grünanlagen.

Altstadt von Bratislava (Bild: Marc Ryckaert, Wikimedia, CC)

Altstadt von Bratislava (Bild: Marc Ryckaert, Wikimedia, CC)

Panoramablicke von der Burg

Was Bratislava sehenswert macht, ist seine historische Altstadt. Neben gotischer Architektur verdankt sie ihr heutiges Erscheinungsbild vor allem dem Barock, als im 17. und 18. Jahrhundert zahlreiche Adelspalais im Stil der Zeit entstanden. Sie machen den besonderen Reiz der Altstadt aus. Einen guten Überblick bietet die Burg Bratislava, die sich auf einem Felsen über der Donau erhebt und ein Wahrzeichen ist. Von hier aus bietet sich ein schönes Panorama sowohl des alten als auch des modernen Bratislava.



Der Burgberg war wohl schon in vorgeschichtlicher Zeit besiedelt. Bereits im 10. Jahrhundert bestand hier eine Burg, die im Lauf der Jahrhunderte immer wieder verändert und erweitert wurde. Nach einem Brand Anfang des 19. Jahrhunderts war sie lange eine Ruine und wurde erst nach dem Zweiten Weltkrieg wiederhergestellt. Mittelpunkt der Burg ist das fast quadratische eigentliche Burggebäude mit seinen charakteristischen vier Ecktürmen. Darum herum gruppieren sich weitere Gebäudekomplexe mit Höfen, Befestigungen und Toranlagen.

Panoramablick von der Burg (Bild: Pudelek, Wikimedia, GNU)

Panoramablick von der Burg (Bild: Pudelek, Wikimedia, GNU)

Martinsdom – ungarische Krönungskirche



Ein anderes Wahrzeichen der Stadt stellt der Martinsdom dar. Er befindet sich am westlichen Rand der Altstadt zu Füssen der Burg und ist der grösste und bedeutendste Sakralbau Bratislavas. Zwischen 1563 und 1830 war der Dom die Krönungskirche der Habsburger Herrscher, die hier die ungarische Stephanskrone erhielten. Zuletzt wurde der österreichische Kaiser Ferdinand I. als Ferdinand V. zum König von Ungarn gekrönt. Der Martinsdom ist ab dem 13. Jahrhundert entstanden und präsentiert sich dem Besucher heute wieder in seinem ursprünglichen gotischen Erscheinungsbild.

Gotischer Martinsdom in Bratislava – Nordfassade (Bild: Werudolf, Wikimedia, CC)

Gotischer Martinsdom in Bratislava – Nordfassade (Bild: Werudolf, Wikimedia, CC)




Rund um die Altstadt

Im Bereich der Altstadt gibt es weitere schöne Kirchenbauten. Gotisch sind die Franziskaner- und Klarissen-Kirche, ganz barock zeigt sich dagegen die Trinitarier-Kirche. Ein besonderes Schmuckstück bildet die Elisabeth-Kirche, eine der wenigen Sakralbauten im Jugendstil. Zwei Plätze dominieren im historischen Zentrum: der Hauptplatz und der Hviezdoslav-Platz. Der Hauptplatz befindet sich im Herzen der Altstadt. Hier liegt das schöne gotische Alte Rathaus mit seinem barocken Turm. Mehrere prächtige Palais umsäumen den Platz.



In der Nähe befindet sich das eindrucksvolle Primatial-Palais, ehemals Residenz des Primas von Ungarn und heute Sitz des Bürgermeisters von Bratislava. Eher boulevardartig und als Promeniermeile präsentiert sich dagegen der baumbestandene Hviezdoslav-Platz, dessen markantester Bau das Slowakische Nationaltheater ist.





Das Slowakische Nationaltheater (Bild: Petra Dirscherl  / pixelio.de)

Das Slowakische Nationaltheater (Bild: Petra Dirscherl / pixelio.de)

Nördlich der Alstadt sind noch zwei Paläste zu erwähnen. Das Palais Grassalkovich ist ein Werk des Barock und Rokoko und dient heute dem slowakischen Staatspräsidenten als Residenz. Ausgedehnte Grünanlagen verbinden es mit dem nahen Erzbischöflichen Sommerpalais, das Sitz der Regierung ist. Ausserhalb der Kernstadt ist die Burgruine Devin am Zusammenfluss von March und Donau ein beliebtes Ziel. Sie gilt als ein Ursprungsort slowakischer Identität.

Grosse Musiktradition

Bratislava ist auch ein kulturelles Zentrum. Seit jeher hat hier Musik ihren Platz. Mehrere renommierte Musik-Festivals gehören zum Kulturangebot. Sie bieten eine grosse Bandbreite von der Klassik bis zum Hip-Hop. Bratislavaer Musikfestival (Klassik), Bratislavaer Jazz-Tage und das Wilsonic Festival (moderne Musik unterschiedlicher Stilrichtungen) stehen heute für die lange Musiktradition der Stadt.

 

Oberstes Bild: In der Altstadt von Bratislava (Bild: Bildpixel  / pixelio.de)

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Über Stephan Gerhard

ist seit Jahren als freier Autor und Texter tätig und beschäftigt sich bevorzugt mit Themen rund um Finanzen, Geldanlagen und Versicherungen sowie Wirtschaft. Als langjähriger Mitarbeiter bei einem Bankenverband und einem grossen Logistikkonzern verfügt er über umfassende Erfahrungen in diesen Gebieten.

Darüber hinaus deckt er eine Vielzahl an Themen im Bereich Reisen, Tourismus und Freizeitgestaltung ab. Er bietet seinen Kunden kompetente und schnelle Unterstützung bei der Erstellung von Texten und Präsentationen.


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