Granada – die junge, alte Stadt

13.08.2014 |  Von  |  Alle Länder, Europa
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Granada – die junge, alte Stadt
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Granada, ein hübsches Städtchen am Fusse der Sierra Nevada im Süden Spaniens, hat vor allem architektonisch eine Menge zu bieten. Hier fliessen die beiden Flüsschen Daro und Genil zusammen. Maurische Gebäude und verwinkelte Gässchen laden Einheimische und Besucher ein.

Wir hatten eine gute Zeit an der spanischen Küste verbracht; in einem kleinen Badeort namens Torre del Mar südlich von Malaga. Den Besuch von Granada haben wir uns bis zum Schluss aufgehoben. Die Fahrt mit dem Bus kostet etwa 12 Euro und die Fahrtzeit beträgt knapp zwei Stunden. Wir können es kaum glauben, aber noch im späten Frühling ist ein deutlicher Temperaturunterschied spürbar. Unser Spiritus-Kocher möchte in 800 Meter Höhe unseren morgendlichen Espresso einfach nicht kochen. Die bewundernswerte Skyline der Sierra Nevada mit dem 3398 Meter hohen Gipfeln des Velata und des Mulhacen fordert sozusagen ihren Tribut.





Avenida de la Constitución in Granada mit Sierra Nevada im Hintergrund (Bild: TL4LT, Wikimedia, GNU)

Avenida de la Constitución in Granada mit Sierra Nevada im Hintergrund (Bild: TL4LT, Wikimedia, GNU)

Auf nach Granada



Granada überrascht uns mit einem Anklang von Hippiefeeling, die jungen Leute (und es gibt viele davon auf den Strassen) sind lässig und auch entsprechend gekleidet. Kein Wunder, entsprechende Angebote gibt es in den vielen alternativen Läden und Kunsthandwerker-Shops reichlich. Es fällt uns sofort auf, dass Granada eine Studentenstadt sein muss. Wir erfahren, dass hier etwa 60’000 lernbegeisterte junge Menschen studieren.



Die Stadt wirkt magisch auf uns. Wir fühlen uns gleich von ihr umarmt. Granada kommt auf Sie zu, Sie müssen gar nicht grossartig suchen. Das Wahrzeichen der Stadt, die Alhambra, sehen wir auch – allerdings von oben. Unsere Wanderung durch die Stadt führt uns bis zum Mirador San Niklas, einer Kirche oben am Berg mit einem kleinen Platz davor – ein schweisstreibender Aufstieg, der mit einem faszinierenden Ausblick auf die Alhambra belohnt wird. Hier oben trifft sich die Jugend, hier wird auf Congas und mit Gitarren gespielt. Ein kleiner Handel mit Kunsthandwerk floriert. Ab und an, so durften wir miterleben, kam die Policía und die Händler liessen ihre Waren seelenruhig unter Tüchern oder in Taschen verschwinden.

Die Alhambra – das Wahrzeichen der Stadt Granada. (Bild: Jebulon, Wikimedia, CC)

Die Alhambra – das Wahrzeichen der Stadt Granada. (Bild: Jebulon, Wikimedia, CC)

Bevor es Nacht wird in Granada

Das Albaicin, das wohl älteste Viertel von Granada, liegt am Berg. Hier gibt es viele gemütliche Restaurants und Musikkneipen. Tagsüber hat die maurische Stadt einiges zu bieten. Da ist das Zentrum mit der grossen Kathedrale, der Park an der Avda. de Andalucía. Und es gibt noch etliche andere Sehenswürdigkeiten, die bei einem Besuch in Granada auf dem Besichtigungsprogramm nicht fehlen sollten. Neben der Alhambra und der Kathedrale können Sie (mit einem von der Stadt ausgestellten Touristenpass, dem Granada-Ticket, noch günstiger und einfacher) die Königskapelle, das Kloster Cartuja und das Kloster San Jeronimo besuchen. Unbedingt sehenswert! Auch die zwei Museen „Parque de las Ciencas“ (Wissenschaftspark) und das „Museo Memoria de Andalucia“ sind durchaus einen Abstecher wert.

Das Albaicin – das älteste Viertel von Granada. (Bild: Mihael Grmek, Wikimedia, CC)

Das Albaicin – das älteste Viertel von Granada. (Bild: Mihael Grmek, Wikimedia, CC)




In Granada sind die Nächte lang

Irgendwann fallen wir ermattet in die Stühle der ersten Tapasbar. Ein kühles Bier und dazu – umsonst und ungefragt wie überall in den Bars in Spanien – leckere Tapas. Studenten erzählen uns, es sei überhaupt kein Problem, sich durch den Tag zu trinken und dabei an fester Nahrung lediglich die reichhaltigen Tapas zu sich zu nehmen. Eine preiswerte Art zu leben, die auch noch Spass macht. Besonders zu empfehlen seien beispielsweise die Tapasbar Babel in der Calle Elvira, die Bar El Espejo, ebenfalls in der Calle Elvira sowie die Bar Bella y Bestia und für Vegetarier das Manila. Das haben uns eben jene Studenten verraten, die wir in einer Tapasbar namens Bella Kurva in der Calle San Jeronimo kennengelernt haben, wo es übrigens hervorragende Fideos (Nudelnester) gibt.



Das Nachtleben in Granada kommt erst gegen zwei oder drei Uhr morgens auf Touren. Sie haben also genügend Zeit, sich tagsüber und abends durch die Tapasbars zu essen und zu trinken. Sicher interessant für alle, die ein wenig auf Partys stehen, ist der Botellodromo, ein Platz nahe des grossen Supermarktes Hipercor. Hier treffen sich Spanier und Studenten aus allen Ländern Europas, um sich für die bevorstehende, lange Nacht günstig mit mitgebrachten Alkoholika vorzubereiten. In Neudeutsch nennt man dies „Vorglühen“.

Flamenco-Aufführung in Granada (Bild: Yair Haklai, Wikimedia, CC)

Flamenco-Aufführung in Granada (Bild: Yair Haklai, Wikimedia, CC)

Die Umgebung von Granada

Granada liegt in der Aera Metropolitana de Granada. Das heisst nichts anderes als Ballungsraum mit einer Menge Gemeinden. Mitten durch dieses Ballungsgebiet zieht sich recht unschön die Autobahn A-44 von Bailén nach Motril und weiter die A-92 von Sevilla nach Almeria. Wunderschön zu besuchen dagegen sind die Dörfer in den Las Alpujarras. Das sind die einsamen Bergregionen südlich der Sierra Nevada.

Tatsächlich findet sich hier ein Landschaftsbild, das nachdrücklich von den maurischen Besatzern geprägt ist. Dies erkennen Sie an den Bewässerungsanlagen mit den Rückhaltebecken, den offenen Brunnen sowie den künstlich angelegten Wasserläufen, die den Plantagen mit Mandel-, Feigen- und Zitrusbäumen ihre Fruchtbarkeit sichern. Granada war für uns ein Erlebnis der besonderen Art – wir kommen gerne wieder.

 

Oberstes Bild: Dekorierte Fassade in Granada (© Jebulon, Wikimedia, CC)

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Über Kirsten Schlier

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