Kreuzfahrten: Auf den Spuren der Piraten von der Karibik bis Ecuador

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Kreuzfahrten: Auf den Spuren der Piraten von der Karibik bis Ecuador
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Im westlichen, tropischen Teil des Atlantischen Ozeans gelegen, versprüht die Karibik einen Hauch von Abenteuer. Im Westen reicht sie an den Golf von Mexiko, hauptsächlich besteht sie aus Inseln und Inselgruppen. Einen grossen Bekanntheitsgrad geniessen die Inseln Jamaika, Kuba, die Bahamas, Haiti oder die Dominikanische Republik. Aber auch kleinere Inseln wie Puerto Rico, die britischen Jungferninseln, Barbados oder Trinidad und Tobago sind Teil der Karibik.

Den Namen hat die Karibik vom Volk der Kariben, einem kriegerischen Indianerstamm, der auf den kleinen Antillen (u.a. Guadeloupe, Barbados) lebte und als Erstes mit den nach Indien suchenden spanischen Eroberern Kontakt hatte. Zunächst siedelten im 1. Jahrtausend vor Christus Arawak-Ureinwohner aus Venezuela auf die karibischen Inseln über.

Ihnen folgten die Kariben, ein äusserst kampflustiges Volk, welches die Arawak vertreiben konnte. Zur Zeit der Entdeckung Amerikas durch Kolumbus 1492 lebten die Kariben auf den kleineren Inseln der Karibik, wohingegen die Arawak auf Kuba, Hispaniola und den Bahamas siedelten. Die spanischen Eroberer fanden kaum Gold und zogen weiter. Das führte unter anderem dazu, dass die Karibik im 17./18. Jahrhundert ein Mekka für Piraten wurde. Auf den zahlreichen Inseln fanden die Piraten viele Möglichkeiten unterzutauchen und die spanischen Schiffe dienten als fette Beute.

Die französischen Karibikinseln

Kreuzfahrten in die französische Karibik sind ein Geheimtipp. Zu den französischsprachigen Karibikinseln gehören nach folgendem Beitrag Guadeloupe, Martinique, Saint-Barthélemy und Saint-Martin. Auch hier siedelten die Kariben, als Kolumbus 1493 vor Guadeloupe und 1502 vor Martinique an Land ging. Zeugnisse der ersten Bewohner finden sich in den sehenswerten Felsenmalereien auf Martinique, den Roches Gravés, oder an vielen Fundstätten auf Guadeloupe. Die bunten Holzhäuser der kreolischen Architektur und der typische Baustil sind heute die Kennzeichen der französischsprachigen Karibik geworden.

Sie werden bewusst auch touristisch eingesetzt, sodass sich heute viele Gästehäuser im gleichen Baustil präsentieren. Wer die französischsprachige Karibik besucht, sollte die reiche Vielfalt an kulturellen Ausprägungen geniessen: Musik und Tanz sind wichtige Elemente für die kreolischen Kariben. So werden jeden Februar zu Karneval die typischen Tänze Biguine, Zouk, Quadrille und die Gwoka getanzt. Viel Freude bereitet den französischen Kariben auch das Segeln. Im August findet die Tour des Yoles statt, eine spannende und spektakuläre Regatta.

Kreuzfahrt im östlichen Pazifik – Ecuador

Kreuzfahrten nach Ecuador sind unglaublich beliebt geworden. Dabei ist das lateinamerikanische Land, das an der Westküste Südamerikas liegt, nicht nur von der Seeseite aus einen Besuch wert. Von Norden nach Süden von den Anden durchzogen, grenzt es im Westen an den Pazifischen Ozean. Eine reiche Inselwelt ist dem Äquatorstaat vorgelagert. Etwa 1000 km vom Festland entfernt, liegen im Pazifik die berühmten Galapagos-Inseln, die aus 13 grösseren und vielen kleinen Inseln bestehen. Wer das ecuadorianische Festland während einer Kreuzfahrt besucht oder sogar einen Ausflug in die Osthänge der Anden wagt, sollte sich gut einkleiden. Leichte, atmungsaktive Kleidung wird hier gute Dienste leisten ebenso wie ein Regenschutz.


Traumhaft: ecuadorianische Andenlandschaft. (Bild: © tommypic - Fotolia.com)

Traumhaft: ecuadorianische Andenlandschaft. (Bild: © tommypic – Fotolia.com)


Ecuador ist sehr grün, und das beinhaltet natürlich auch ausgedehnte Regenzeiten. Die auf ecuadorianischem Gebiet gefundenen Artefakte werden auf bis zu 8000 v. Chr. datiert und zählen zu den ältesten Funden menschlicher Zivilisation auf dem lateinamerikanischen Kontinent. Die Hochkulturen der Manta hatten gerade in der Metallverarbeitung, dem Töpfern und dem Weben enorme Fertigkeiten. Im Jahr 1450 nach Christus unterwarfen die Inkas alle Kulturen und Völker Ecuadors. Ihre Herrschaft war jedoch nicht von langer Dauer, da sich 1533 der Spanier Francisco Pizarro nach Peru aufmachte und dort den letzten Inka-Herrscher Atahualpa gefangen nahm und hinrichten liess.

Sein Leutnant Benalcazar eroberte zeitgleich Ecuador. Eine endgültige Unabhängigkeit erhielt das Land 1830. Wer einen Ausflug mit einem Anbieter wie der Royal Caribbean Schweiz macht, wird zudem die Galapagos-Inseln anlaufen, die als Weltnaturerbe der UNESCO als besonders sehenswert gelten. In den Wintermonaten der Südhalbkugel (Juni-November) sollte sich hier wärmere Kleidung und eine Nieselregenschutz im Gepäck befinden. Ecuador hat Besuchern viel zu bieten. Allerdings liegt das Land auch in einer Erdbebenzone. Zudem ist es die Heimat zahlreicher noch aktiver Vulkane. Wer Ecuador besucht, kann sich auf den Seiten des Eidgenössischen Departments für auswärtige Angelegenheiten zahlreiche Tipps und Informationen für den Besuch und die Sicherheit im Andenland ansehen.

Der Raum der Piraten

So schön die Gewässer dieser Wel auch sein mögen, um sie ranken sich auch zahlreiche Legenden und Geschichten. Gerade die Karibik ist der Stoff, aus dem viele Piratengeschichten stammen. Doch was sind Piraten genau? Piraten sind per Definition nichts anderes als Seeräuber. Doch tatsächlich gibt es viele verschiedene Typen. Die im Mittelmeerraum operierenden Piraten wurden Korsaren genannt. Meist arbeiteten sie vor der Küste Nordafrikas. Von ihrer muslimischen Religion ermächtigt, hatten sie einen göttlichen Auftrag, die Schiffe christlicher Länder zu kapern. Diese Piraten wurden von den Christen deshalb auch Barbaresken genannt.

Genauso berüchtigt waren die maltesischen Piraten, die ihrerseits von Europa ermächtigt waren, gegen die Barbaresken zu kämpfen. Zu den anfänglich religiösen Antrieben gesellte sich bald die Gier nach Beute, die schnell zur Hauptmotivation der Piraterie wurde. Als Freibeuter wurden bewaffnete Schiffe und deren Besatzung bezeichnet. Im Gegensatz zur den Korsaren waren Freibeuter durch eine Kommission der Regierung autorisiert, fremde Handelsschiffe anzugreifen. Diese Freibeuter-Briefe waren vom internationalen Recht anerkannt. Sie verschafften diesem Piratentypus Legalität. Die grossen Seefahrernationen nutzten die Freibeuter als billige Alternative zum Bau und Unterhalt einer eigenen Kriegsflotte.

In der Karibik waren vor allem die sogenannten Bukanier unterwegs. Sie stammten ursprünglich als Jäger von der Insel Hispaniola. Der Name leitet sich von der französischen Bezeichnung des Räucherhauses (boucan) ab, in welchem sie ihre erjagte Beute in Streifen schnitten und räucherten. Von den spanischen Kolonialherren wurden die Bukanier aufs Härteste verfolgt. Doch nicht zuletzt weil sie sich mit Deserteuren, entflohenen Sklaven und anderen Gesetzlosen zusammentaten, kamen die Eroberer kaum gegen sie an. Gegen Ende des 17. Jahrhunderts hatte sich der Begriff Bukanier für alle Piraten in den Gewässern der Karibik durchgesetzt.

Geschichtlich gesehen ist die Piraterie schon immer eng mit der Seefahrt verknüpft gewesen. Bereits die Griechen im 7. Jh. v. Chr. oder die Römer 200 v. Chr. hatten ihre liebe Not mit Piraten. Im Mittelalter machten Freibeuter wie Sir Francis Drake sich einen Namen. 1603 wurden jedoch alle Kaperbriefe gekündigt. Dies war ein Startschuss für das Zeitalter der klassischen Piraterie. Die Karibik wurde damals vom berüchtigten Blackbeard terrorisiert und die Küste Nordamerikas vom berühmten Samuel Bellamy in Angst und Schrecken versetzt. Piraten kämpften sogar im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg für die Kolonialisten. Auf den Hauptschifffahrtsrouten gilt die Piraterie heute als ausgestorben, jedoch in der Karibik und in Südostasien floriert sie nach wie vor.

 

Oberstes Bild: © NAN – Fotolia.com

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