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Rätselhafter Wüstenfund: die Linien von Nazca

13.08.2014 |  Von  |  Alle Länder, Südamerika
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Rätselhafter Wüstenfund: die Linien von Nazca
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Gigantische Tierfiguren, geometrische Zeichen und kilometerlange Linien, die mit dem Lineal gezogen zu sein scheinen: In der peruanischen Wüste müssen vor mehreren Tausend Jahren aussergewöhnliche Baumeister am Werk gewesen sein. Die Linien von Nazca sind ein weltweit einmaliges Schauspiel und bis heute nicht vollständig erforscht.

Die Linien von Nazca sind riesige Zeichnungen, die von der peruanischen Nazca-Kultur vor rund 2500 Jahren in den Wüstensand gescharrt wurden. Entdeckt wurden die Linien erst im Jahr 1924 mit dem Aufkommen der kommerziellen Luftfahrt. Passagiere der ersten Linienflüge beobachteten erstmals die gigantischen Zeichnungen in der Nazca-Wüste.

Geschaffen wurden die Linien auf ganz einfache Weise, indem die oberste Wüstenschicht entfernt wurde und so das darunterliegende, andersfarbige Gestein zum Vorschein kam. Über die Bedeutung der Zeichnungen sind sich Forscher jedoch bis heute nicht einig. Im Jahr 1994 wurden die Linien von Nazca von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.





Die Linien von Nazca aus der Nähe betrachtet (© Brattarb / Wikimedia / CC)

Die Linien von Nazca aus der Nähe betrachtet (© Brattarb / Wikimedia / CC)




Die Nazca-Kultur: Leben unter extremen Bedingungen



Die Nazca-Kultur, die ihren Namen ebenso wie die Wüstenzeichnungen von der Kleinstadt Nazca erhielt, entstand bereits mehrere Jahrhunderte vor unserer Zeitrechnung an der peruanischen Pazifikküste. Die extremen klimatischen Bedingungen der peruanischen Wüste zwangen ihre Bewohner zu immer neuen Entwicklungen, um die Lebensbedingungen zu erleichtern. So schuf das Nazca-Volk ein unterirdisches Bewässerungssystem, mit dessen Hilfe sie vielfältige Lebensmittel produzierten. In den Küstenregionen wurde ausserdem Fischfang und Robbenjagd betrieben.

Das Volk der Nazca pflegte zum Teil aufwendige und prachtvolle Rituale, so zum Beispiel beim Totenkult. Die Toten wurden von den Nazca in prächtige Tücher gewickelt und aufrecht sitzend in der Wüste begraben. Wenngleich viele Gräber von Plünderern zerstört wurden, sind noch heute viele der mumifizierten Toten erhalten. Verantwortlich dafür ist die extreme Trockenheit der peruanischen Wüste. Einige der Mumien können auf dem Friedhof Chauchilla südlich von Nazca besichtigt werden.

Die Nazca-Kultur wurde stark von der vorangehenden Paracas-Kultur beeinflusst, und die ältesten Wüstenzeichnungen stammen vermutlich noch aus dieser Periode. Wenngleich die Linien von Nazca im Allgemeinen der gleichnamigen Nazca-Kultur zugesprochen werden, war der Einfluss der Paracas-Kultur auf das Volk der Nazca in jedem Fall beträchtlich.





Luftblick auf kilometerlange Linienformationen (© EL GIMP / Wikimedia / CC)

Luftblick auf kilometerlange Linienformationen (© EL GIMP / Wikimedia / CC)

Unerforschtes Vermächtnis der Nazca-Kultur: die Linien von Nazca

Die Linien von Nazca haben ihren Ursprung grob in der Übergangszeit zwischen der Paracas-Kultur und der Nazca-Kultur. Nach neuesten Forschungsergebnissen wurden die Wüstenzeichnungen vermutlich im Rahmen von Fruchtbarkeitsritualen angelegt, die aufgrund von periodischen Klimaschwankungen abgehalten wurden. Dennoch sind die genauen Hintergründe und Techniken der Linien bis heute ungeklärt.

Zu den bedeutendsten Figuren zählen vor allem Tierzeichnungen, darunter ein Kolibri, ein Kondor, ein Affe und eine Echse. Aber auch menschliche Körperteile wie Hände und Kopf sowie verschiedene geometrische Figuren wurden entdeckt. Das Erstaunlichste an den Zeichnungen ist die Tatsache, dass die Linien über Strecken von bis zu 20 km völlig gerade gezogen wurden. Ausserdem sind an den Endpunkten vieler Linien Feuergruben zu finden, die nach der Meinung einiger Forscher als Startpunkte frühzeitlicher Heissluftballons gedient haben könnten. Diese Theorie wird vor allem dadurch bekräftigt, dass die Zeichnungen zum überwiegenden Teil nur aus der Luft vollständig erkennbar sind.

Aussichtsturm von Maria Reiche in der Nazca-Wüste (© Shoestring / Wikimedia / CC)

Aussichtsturm von Maria Reiche in der Nazca-Wüste (© Shoestring / Wikimedia / CC)

Insgesamt konnten mittlerweile bereits weit mehr als 1500 Wüstenzeichnungen ausgemacht werden. Erst im Jahr 2011 wurden weitere 138 Linien und Hügel entdeckt. Ausserdem wurden Siedlungsreste entdeckt und erforscht, die neben Knochen- und Mumienfunden auch Textilien und Keramik umfassen.

Dadurch, dass die Linien von Nazca erst sehr spät entdeckt wurden, ist ein Teil der Zeichnungen der unbewussten Zerstörung von Menschenhand zum Opfer gefallen. Strassenbau, Abholzung und Erosion gefährden die Linien heute ebenso wie der informelle Siedlungsbau im Gebiet der Linien, die über eine Fläche von rund 500 km² verteilt sind.

Rundflug von Nazca über die Linien



Die 23.000-Einwohner-Stadt Nazca hat sich zum touristischen Zentrum für den Besuch der Nazca-Linien entwickelt. Von hier aus starten täglich private Rundflüge, die Besuchern einen Überblick über die gigantischen Figuren bieten. 20 km nordwestlich von Nazca können einige der Figuren ausserdem von einem Aussichtsturm betrachtet werden. Der Turm wurde von Maria Reiche eingerichtet, einer deutschen Archäologin, die die Linien von Nazca weltbekannt machte und sich bis zu ihrem Tod im Jahr 1998 dem Erhalt der Linien widmete. Unweit des Aussichtsturms ist Maria Reiche im Valle del Ingenio auch ein Museum gewidmet.

Mumien auf dem Friedhof Chauchilla (© EL GIMP / Wikimedia / CC)

Mumien auf dem Friedhof Chauchilla (© EL GIMP / Wikimedia / CC)

Spuren der Nazca-Kultur in und um Nazca

Neben den Linien von Nazca bietet vor allem der Friedhof Chauchilla südlich von Nazca einen Einblick in die Traditionen und Rituale der alten Nazca-Kultur. Selbst nach jahrelanger Zerstörung durch Plünderer umfasst dieser Friedhof noch eine ganze Reihe an Grabstätten mit hervorragend erhaltenen Mumien. Sie können in sitzender Haltung betrachtet werden, die Beine an die Brust gezogen und in wertvolle Tücher gewickelt. Selbst das Haar der Mumien ist erhalten und lässt erkennen, dass die bedeutenden Männer der Nazca besonders langes und prachtvolles Haar trugen.

In Cantalloc kann das Bewässerungssystem der Nazca besichtigt werden, das ursprünglich aus 46 unterirdischen Kanälen bestand. Mithilfe dieses kunstvollen Tunnelsystems bewässerten die Nazca mitten in der Wüste ihre Felder. Viele davon sind noch gut erhalten und werden sogar bis heute verwendet.

 

 

Oberstes Bild: Blick auf die Affenfigur (© Markus Leupold-Löwenthal / Wikimedia / CC)

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Über Andrea Rathjen

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