Reykjanes – Island im Miniaturformat erleben

18.11.2014 |  Von  |  Alle Länder, Europa
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Reykjanes – Island im Miniaturformat erleben
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Island – raue Natur, Vulkanismus und heisse Quellen; immer mehr Besucher zieht es auf die eisige Insel, die zahlreiche Naturphänomene und Sehenswürdigkeiten bietet.

Doch wer das Land richtig kennenlernen möchte, muss meist viel Zeit mitbringen. Urlauber, die nur für einige Tage nach Island kommen, sollten deshalb am besten einen Ausflug nach Reykjanes machen; hier bietet sich Island praktisch im Miniaturformat. Ausser Gletschern sind hier fast alle Naturphänomene in komprimierter Form zu finden, die Island so besonders machen.





Leuchturm in Reykjanes (Bild: j-b.d, Wikimedia, CC)

Leuchturm in Reykjanes (Bild: j-b.d, Wikimedia, CC)




Reykjanes – Paradies für zahlreiche Tiere

Reykjanes gilt als Island im Miniaturformat, denn hier sind Zeichen des Vulkanismus, geothermische Felder und Lavagebiet zu finden. Die Halbinsel befindet sich im Südwesten Islands und schiebt sich weit in den Nordatlantik hinaus; das Gebiet ist von steilen Klippen, schwarzen Sandstränden und Felswatt umsäumt. Wir möchten natürlich zuerst die leicht gespenstisch wirkende Küste besichtigen und uns die unterschiedlichen Vogelarten ansehen. An den Klippen des Hafnabergs haben wir eine besonders gute Aussicht und bewundern Möwen und unterschiedliche Lummenarten, ferner Eissturmvögel und Tordalke. Insbesondere im Kontrast zu dem schwarzen Sand geben die Vogelschwärme ein interessantes Bild ab.

Vom Ufer aus versuchen wir, Delphine oder Wale zu erspähen; immerhin sind die Gewässer um Reykjanes eine Revier für diese Tiere. Allerdings können wir erst gegen Abend, als die See etwas ruhiger wird, in der Ferne einen Schwarm Delphine erkennen, die zusammen mit der untergehenden Sonne ein malerisches Motiv für unseren Fotoapparat abgeben.





Reykjanes - Paradies für zahlreiche Tiere (Bild: pjt56,Wikimedia, CC)

Reykjanes – Paradies für zahlreiche Tiere (Bild: pjt56,Wikimedia, CC)

Von Lavalandschaft und Vulkanen



Bei einem Ausflug in den Süden von Reykjanes erwarten uns sowohl natürliche als auch kulturelle Sehenswürdigkeiten. Auf der Höhe der Stóra-Sandvík, in östlicher Richtung der Strasse 425, überspannt eine Brücke von 18m Länge die dortige Kontinentalschlucht – ein gewaltiger Koloss aus Stahl und Holz. Der gut 6m tiefe Einschnitt ist vor allem aufgrund der dramatischen Lavalandschaft, in die er eingebettet ist, sehenswert. Diese Schlucht entstand – genau wie andere in dieser Gegend – aufgrund der Kontinentaldrift: die Kontinentalplatten von Nordamerika und Eurasien treiben hier kontinuierlich auseinander, jährlich um 2cm.
Die Strasse 425 knickt hier nach Osten ab, aber wir nehmen die Stichstrasse, die uns zur äussersten Südwestspitze in Reykjanes führt. Allerdings haben wir auf den letzten Kilometern mit einer Kolonie angriffslustiger Seeschwalben zu kämpfen, so dass wir insgesamt sehr langsam fahren müssen. Am Ende des Weges können wir dann doch aussteigen und einen Spaziergang durch die Umgebung machen: Hier erhebt sich über dem Ufer der Valahnúkur, ein Teil eines Vulkankraters. Spektakuläre Vulkane und Krater gehören in Island zu den beliebtesten Naturphänomenen. Er zeigt zum Meer hin lotrechte Klippen, zum Land hin einen Hang, auf dessen Spitze ein Leuchtturm steht.





In Reykjanes sind fast alle Naturphänomene von Island in komprimierter Form zu finden. (Bild: Milan Nykodym, Wikimedia, CC)

In Reykjanes sind fast alle Naturphänomene von Island in komprimierter Form zu finden. (Bild: Milan Nykodym, Wikimedia, CC)

Höhepunkt der Reise: Die Blaue Lagune

In Richtung Grindavík geht unsere Reise weiter zur Blauen Lagune – einem Hauptanziehungspunkt für Touristen und ein absolutes Muss für jeden Island-Besucher. Uns erwartet ein schimmernd blauer See, der seiner Farbe einer Mischung aus Mineralien, Algen und Kieselsäure verdankt. Natürlich nehmen wir ein Bad in der Anlage, die als moderne Badelandschaft inmitten einer rauen Natur angelegt wurde. Wir geniessen die Lavainseln und -grotten und ruhen uns an den kleinen Strandabschnitten aus. Zum Schluss entdecken wir noch eine Dampfbad in einer Lavahöhle, das zur Entspannung einlädt.

Doch die Blaue Lagune eignet sich nicht nur für ein entspannendes Bad; das Wasser ist darüber hinaus auch für seine heilende Wirkung bekannt und wird beispielsweise gegen Schuppenflechte eingesetzt. Aus dem Mineralschlamm der Blauen Lagune wird mittlerweile auch eine breite Platte an Hautpflegeprodukten angeboten, die man dort käuflich erwerben kann.

Fazit: Eine Reise nach Island ist nirgendwo so facettenreich wie in Reykjanes; wer einmal die unterschiedlichen Naturphänomene dieses Ortes bestaunt hat, möchte unbedingt wiederkommen – diesmal für einen längeren Besuch!

 

Oberstes Bild: Blaue Lagune – ein absolutes Muss für jeden Island-Besucher. (© Sarah1990, Wikimedia, CC)

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Über Lara Marie Balzer

Lara Marie Balzer hat den Beruf der Pharmazeutisch-technischen Assistentin mit den Zusatzqualifikationen "Ernährungsberatung" und "Ganzheitliche Medizin/Naturheilkunde" erlernt und mit großer Freude mehrere Jahre in einer naturheilkundlich orientierten Apotheke gearbeitet, bevor sie ein Studium begann (Lehramt Chemie und Religion).


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