Slowenien – zwischen Geschichte, Natur und Prunkbauten

01.09.2014 |  Von  |  Alle Länder, Europa
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Slowenien – zwischen Geschichte, Natur und Prunkbauten
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Mit Grenzen zu den Ländern Österreich, Ungarn, Kroatien und Italien ist Slowenien ideal für eine Rundreise im südlichen Europa. Aber auch der alleinige Besuch dieses schönen Landes lohnt sich. Eine reichhaltige Natur, die Mittelmeerküste sowie verschiedene sehenswerte Städte laden hierzu ein.

Slowenien hat eine lange Geschichte. Der unabhängige Staat besteht allerdings erst seit 1991. Die verschiedenen Herrschaftseinflüsse haben ihre Spuren hinterlassen, die Sie während einer Reise in dieses interessante Land entdecken können.

Sloweniens Geschichte vor der Zeitenwende



Slowenien kann auf eine lange Besiedlungsgeschichte zurückblicken. Zahlreiche archäologische Entdeckungen belegen, dass in der Bronzezeit um 2000 vor Christus das Gebiet der heutigen Hauptstadt Ljubljana von Menschen in Pfahlbauten besiedelt war. Achthundert Jahre später wurden diese Gebäude von Hügelsiedlungen abgelöst, welche wahrscheinlich vom Volk der Illyrer stammten. Um 300 vor Christus siedelten dann vor allem Kelten im heutigen Slowenien. Von Süden her liessen sich zur gleichen Zeit griechische Kaufleute nieder.

Stadt Ptuj in Slovenien (Bild: Yonashek, Wikimedia, GNU)

Stadt Ptuj in Slovenien (Bild: Yonashek, Wikimedia, GNU)

Die Bildung des slowenischen Staates

Bereits im 6. Jahrhundert nach Christus sollen sich die slawischen Ahnen der Slowenen im heutigen Staatsgebiet niedergelassen haben. Im Verlauf des Mittelalters und darüber hinaus gab es allerdings keinen einheitlichen slowenischen Staat. Das Gebiet gehörte zu verschiedenen König- und Kaiserreichen und wurde bei einer Osterweiterung unter anderem dem Heiligen Römischen Reich einverleibt. Später fiel das Gebiet den Habsburgern zu, welche aus der heutigen Schweiz stammten. Die Habsburger hielten ab 1456 das gesamte slowenische Areal, wie es heute bekannt ist, bis zum Ersten Weltkrieg unter ihrer Herrschaft.

Der „Nationalrat der Slowenen, Kroaten und Serben“ wurde im Oktober 1918 etabliert. Er fusste auf dem im 19. Jahrhundert entstandenen Nationalbewusstsein der Slowenen sowie auf der Auflösung der k. u. k.-Monarchie Österreich-Ungarn zum Ende des Ersten Weltkriegs. Im Dezember des gleichen Jahres entstand dadurch das Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen. Durch einen Staatsstreich erlangten die Serben 1929 mehr Einfluss auf den neuen Staat, welcher nun in das „Königreich Jugoslawien“ umbenannt wurde.

1941 wurde das Gebiet militärisch besetzt und anschliessend unter Ungarn, Italien und Deutschland aufgeteilt. Nach dem Zweiten Weltkrieg folgte eine kommunistische Regierung. Noch immer wurden mehrere Staaten unter dem Namen Jugoslawien zusammengefasst und verwaltet. Slowenien war zeitweise selbstverwaltend. 1991 folgte die Unabhängigkeit Sloweniens. Seit 2004 ist das Land in der Europäischen Union und Teil des Schengener Abkommens.

Vesela Gora in der Nähe von Okrog, Slowenien (Bild: Ines Zgonc, Wikimedia, CC)

Vesela Gora in der Nähe von Okrog, Slowenien (Bild: Ines Zgonc, Wikimedia, CC)

Die Natur in Slowenien



Slowenien ist durch seine reichhaltige und verschiedenartige Flora und Fauna ein Eldorado für Naturliebhaber. Hier finden Sie jede fünfzigste Art aller dem Menschen bekannten Festlandtiere und Festlandpflanzen. Slowenien unternimmt grosse Bemühungen, um diese natürliche Diversität zu erhalten. Vor allem für Naturliebhaber und Menschen, die Ruhe und Erholung suchen, ergeben sich in Slowenien dadurch viele Alternativen, um einen abwechslungsreichen und dennoch erholsamen Urlaub zu verbringen. Mehr als vier % des Landes sind in einem einzigen Nationalpark zusammengefasst, welcher zudem ein UNESCO-Biosphärenreservat darstellt. Zudem verfügt das Land über 52 Naturschutzgebiete, 44 Landschaftsparks, 26 Vogelschutzgebiete und viele weitere geschützte Natur-Areale.



Am slowenischen Mittelmeer



Wenn Sie sich eher für das offene Gewässer interessieren, dann finden Sie im Südwesten des Landes, in der an Italien und Kroatien grenzenden Region „Obalno-kraka,“ ein Küstengebiet am Mittelmeer. Neben diversen Sandstränden, an denen Sie sich erholen oder dem Wassersport nachgehen können, erwartet Sie die Stadt Koper. Neben dem Hafen finden Sie den Prätorenpalast aus dem späten Mittelalter. Mit seiner interessant gestalteten Fassade und den Schwalbenschwanz-Zinnen ist er sehr sehenswert. Eine weitere Sehenswürdigkeit der Stadt ist die Kathedrale der Himmelfahrt der Jungfrau Maria aus dem 12. Jahrhundert. Der Stil der Kirche wechselte durch Um- und Ausbauten sowie durch Erweiterungen im Laufe der Jahrhunderte von der Gotik über die Renaissance bis hin zum Barock.

Prätorenpalast in Koper (Bild: Earnest B, Wikimedia, CC)

Prätorenpalast in Koper (Bild: Earnest B, Wikimedia, CC)

Die Hauptstadt Ljubljana



In der Hauptstadt Sloweniens steht die gesamte Altstadt unter Denkmalschutz. Hier zeigen sich vor allem österreichische Einflüsse. Jedoch spielen hier und da – und vor allem aufgrund des Klimas, an das die Architektur angepasst wurde – mediterrane Einflüsse mit. Bezeichnend sind zudem die Bauten des Architekten Jože Plečnik, welcher neben Ljubljana auch Städte wie Belgrad, Prag und Wien mit seinen Gebäuden bereicherte. In Slowenien zählen die Slowenische Nationalbibliothek oder die „Drei Brücken“, eine Verkehrsbrücke, die von zwei Fussgängerbrücken eingerahmt wird, zu seinen bekannten Werken.

Ljubljanica- Fluss in der slowenischen Hauptstadt Ljubljana (Bild: Mihael Grmek, Wikimedia, CC)

Ljubljanica- Fluss in der slowenischen Hauptstadt Ljubljana (Bild: Mihael Grmek, Wikimedia, CC)

Ebenfalls sehenswert ist der St.-Nikolaus-Dom. Der Dom verfügt unter anderem über zwei massive Bronzetüren, welche die Geschichte des Landes als Reliefs darstellen. Diese Türen wurden 1996 anlässlich des Besuchs Johannes Paul des II. befestigt. Der Dom besticht ausserdem durch seinen prunkvollen Innenraum mit imposanten Deckenmalereien, Statuen, Seitenaltären, Goldornamenten und mehreren Orgeln.

Ähnlich prunkvoll ist die Mariä-Verkündigung-Kirche. Sie gilt mit ihrer roten Fassade, dem Kunstgiebel und ihrem im Vergleich zum Hauptgebäude klein wirkenden Glockenturm als Wahrzeichen Ljubljanas. Im Innenraum finden Sie ebenfalls eine interessante Gestaltung mit eindrucksvollen Malereien an Wänden und Decke.

 

Oberstes Bild: Bleder See in Slowenien (© Martin McBrien, Wikimedia, CC)

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Über Kirsten Schlier

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