Stromboli – Vulkaninsel im Thyrrenischen Meer

20.08.2014 |  Von  |  Europa, Italien
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Stromboli – Vulkaninsel im Thyrrenischen Meer
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Italien ist ein Land der Vulkane. Dies hängt mit der Lage des Landes in einer geologisch sensiblen Zone zusammen. Hier stossen die afrikanische und die eurasische Kontinentalplatte aufeinander, ein Grund dafür, warum es hier auch immer wieder zu Erdbeben kommt. Neben dem Ätna auf Sizilien und dem Vesuv bei Neapel ist der Stromboli der dritte aktive Vulkan des Landes. Er ist sogar der lebhafteste der drei Feuerberge.

Drei Kilometer hoch

Der Stromboli ist Vulkan und Insel zugleich. Das bei Eruptionen ursprünglich am Meeresboden ausgeworfene Material hat im Laufe der Zeit die Meeresoberfläche durchbrochen und sich zu einem Inselberg aufgetürmt. Auf etwa 40.000 Jahre wird das Alter des Vulkans geschätzt. Stromboli gehört zwar zu den Liparischen Inseln, die nördlich von Sizilien im Thyrrenischen Meer liegen, befindet sich aber etwas abseits der Hauptinseln des Archipels.

Der Stromboli ist ständig aktiv. (Bild: Bernhard Friesacher / pixelio.de)

Der Stromboli ist ständig aktiv. (Bild: Bernhard Friesacher / pixelio.de)




Über 900 Meter ragt der Vulkanberg über den Wasserspiegel hinaus, ein gewaltiger Koloss, der noch vom schon weiter entfernten kalabrischen Festland schemenhaft zu erkennen ist. Dabei handelt es sich tatsächlich nur um die Spitze des Berges. Denn vom Meeresgrund aus gemessen erreicht der Vulkan eine Höhe von rund 3.000 Metern. Die Fläche der Vulkaninsel macht dabei nur rund 12,6 Quadratkilometer aus, das ist angesichts der Höhe relativ wenig und zeigt, wie steil die Bergflanken sind.

Stromboli - die kleine Nachbarinsel Strombolicchio bieten wunderbare Tauchplätze. (Bild: an77, Wikimedia, CC)

Stromboli – die kleine Nachbarinsel Strombolicchio bieten wunderbare Tauchplätze. (Bild: Man77, Wikimedia, CC)




Ständig aktiv

Der Stromboli ist ständig aktiv. Im Abstand von wenigen Minuten bis zu einigen Stunden werden Fetzen von Lava, Schlacke und Asche aus mehreren Krateröffnungen ausgeworfen. Viel davon fällt wieder in den Krater zurück. Einiges fliesst über die sogenannte ‚Sciara del Fuoco‘, einen Berghang, in Richtung Meer. Dort wo die glühend-heisse Lava das Wasser erreicht, türmen sich gewaltige Dampfwolken auf – ein ebenso faszinierendes wie auch furchteinflössendes Naturschauspiel. Die permanente Aktivität des Stromboli ist weltweit einmalig.

Wer die Insel ansteuert, dem präsentiert sich Stromboli als eine dunkle, schwarz-graue und weitgehend vegetationslose Masse. Die Asche und der Vulkansand lassen ab grösseren Höhen keinen Bewuchs mehr zu. Nur auf den niedriger gelegenen Flächen findet sich die typische mediterrane Macchia. Es gibt auf der Insel nur zwei Dörfer, den Hauptort Stromboli und das winzige Ginostra. Für längere Aufenthalte bietet sich Stromboli daher nicht so sehr an. Die Insel ist aber ein beliebtes Ziel für Tagesausflüge und Kurzzeitaufenthalte. Es gibt entsprechende Schiffsverbindungen von Neapel, Sizilien und Kalabrien aus. Am schönsten sind Besuche in der Nebensaison, wenn die Insel nicht so überlaufen ist.

Strombolianische Eruption am Stromboli (Bild: Rolf Cosar, Wikimedia, CC)

Strombolianische Eruption am Stromboli (Bild: Rolf Cosar, Wikimedia, CC)

Am Kraterrand und schwarze Strände



Die Hauptattraktion ist natürlich der Vulkan selbst. Es gibt geführte Touren, die bis an den Kraterrand gehen. Es ist für Besucher immer wieder ein unvergleichliches Erlebnis, hier das Wirken der Kräfte aus dem Erdinneren live zu erleben. An kaum einem anderen Ort wird so deutlich, dass wir nur auf einer dünnen Kruste leben, die die abgekühlte Oberfläche eines glühenden Kerns darstellt. Die Zerbrechlichkeit menschlichen Daseins wird so unmittelbar erfahrbar.

Unterhalb des Kraters gibt es auch Möglichkeiten zum Wandern. Ausserdem verfügt Stromboli über schöne Badestrände, die sich durch ihren schwarzen Sand vom gewohnten Strand deutlich unterscheiden. Die Buchten der Insel und die kleine Nachbarinsel Strombolicchio bieten wunderbare Tauchplätze. Ein besonderes Highlight sind nächtlich Ausflugsfahrten mit dem Boot zur Sciara del Fuoco, um dem feurigen Fluss der Lava ins Meer zu folgen – entsprechende Aktivität vorausgesetzt.

 

Oberstes Bild: Die Vulkaninsel Stromboli im Thyrrenischen Meer (©Man77, Wikimedia, CC)

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Über Stephan Gerhard

ist seit Jahren als freier Autor und Texter tätig und beschäftigt sich bevorzugt mit Themen rund um Finanzen, Geldanlagen und Versicherungen sowie Wirtschaft. Als langjähriger Mitarbeiter bei einem Bankenverband und einem grossen Logistikkonzern verfügt er über umfassende Erfahrungen in diesen Gebieten.

Darüber hinaus deckt er eine Vielzahl an Themen im Bereich Reisen, Tourismus und Freizeitgestaltung ab. Er bietet seinen Kunden kompetente und schnelle Unterstützung bei der Erstellung von Texten und Präsentationen.


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