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Triest – Italiens Tor zum Osten Europas

08.05.2014 |  Von  |  Alle Länder, Europa
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Triest – Italiens Tor zum Osten Europas
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Im Vergleich mit anderen italienischen Städten hat Triest kaum herausragende Sehenswürdigkeiten aufzuweisen. Und dennoch übt die Hafenstadt am Golf von Triest auf seine Besucher eine ganz besondere Faszination aus, denn zwischen prachtvollen österreichischen Palästen, traditionsreichen Kaffeehäusern und ausladenden Stadtplätzen fühlt man sich hier, an der norditalienischen Adriaküste, so manches Mal ins kaiserliche Wien versetzt.

Über 500 Jahre lang war Triest Teil des Habsburgerreichs und zugleich der bedeutendste Handelshafen Österreichs. Als Stützpunkt der österreichischen Kriegsmarine und Tor zum Warenhandel zwischen Ost und West kam der Hafenstadt eine herausragende Bedeutung zu, und noch heute wird Triest von seiner aussergewöhnlichen Lage im Dreiländereck zwischen Italien, Slowenien und Kroatien bestimmt.



Im 18. Jahrhundert ein Zentrum der Künstler und Schriftsteller, heute junge Universitätsstadt – Triest konnte sich stets einer ganz besonderen kulturellen Stellung rühmen, was sich nicht zuletzt im bis heute lebendigen Triestiner Dialekt widerspiegelt, dem Triestín. Darüber hinaus vermischen sich in Triest historisch und geografisch bedingt die Sprachen und Ethnien; neben der italienischen Bevölkerungsmehrheit prägen auch beachtliche slowenische und kroatische Minderheiten das Mosaik der Triestiner Kultur.





Stadttunnel Scala dei Giganti (© RicciSpeziari / Wikimedia / CC)

Stadttunnel Scala dei Giganti (© RicciSpeziari / Wikimedia / CC)

Vom österreichischen Handelshafen zum Schmelztiegel der Kulturen



Von 1382 bis 1918 war Triest praktisch ununterbrochen Teil Österreichs und bildete für das Kaiserreich einen strategisch und wirtschaftlich bedeutenden Zugang zum Mittelmeer. Als einziger grosser Mittelmeerhafen Österreichs erlebte Triest im 18. und 19. Jahrhundert einen beachtlichen wirtschaftlichen Aufschwung und löste schliesslich sogar Venedig als führenden Handelshafen der Region ab. Dank seiner Lage im äussersten Nordosten der italienischen Halbinsel diente Triest traditionell als Verbindung zwischen Ost und West – nach dem 2. Weltkrieg wurde der Stadt die Nähe zu Jugoslawien jedoch zum Verhängnis.



Mit dem Ende des Krieges beanspruchte Tito Triest für Jugoslawien, und das aufgrund des hohen Anteils der Slowenen an der Bevölkerung mit Erfolg. Wenngleich Titos Partisanen die Stadt nach kurzer Zeit wieder verliessen, bestand der Konflikt an sich fort, und über Jahre hinweg blieb die Stadt zwischen den Alliierten und Titos Truppen aufgespalten. Der generelle Ost-West-Konflikt verschärfte die Lage und brachte Triest lange Zeit in eine Abseitsstellung, die mit einem wirtschaftlichen Niedergang einherging und erst durch den Beitritt Sloweniens zur EU beendet wurde. Seither dient die Hafenstadt wieder wie einstmals als Durchgangspunkt für Reisende und Waren zwischen Italien, Slowenien und Kroatien. Die günstige Lage nur wenige Kilometer von der slowenischen Hafenstadt Koper entfernt beflügelt auch den Tourismus auf beiden Seiten.

Aquarium an der Hafenfront von Triest (© Tiesse / Wikimedia / public domain)

Aquarium an der Hafenfront von Triest (© Tiesse / Wikimedia / public domain)

Triest – Stadt der Künstler und Baumeister



Seine Blütezeit erlebte Triest um 1900, als die Stadt weltbekannten Künstlern und Schriftstellern als Schaffensort diente, darunter so illustre Namen wie James Joyce oder Italo Svevo. Mit einer ungewöhnlich internationalen Bevölkerung und Intellektuellen aus aller Welt galt Triest als literarisches Zentrum Mitteleuropas. Auch viele der prächtigen Paläste stammen aus dieser Zeit, allen voran das Ensemble rund um die Piazza dell’Unità d’Italia, den zentralen Platz der Stadt. Direkt am Meer säumen hier prachtvolle neoklassizistische Bauwerke den Platz, darunter das 1875 erbaute Rathaus von Giuseppe Bruni und der Regierungspalast des Wiener Architekten Emil Artman aus dem Jahr 1904.

Mit dem Palazzo Pitteri, einem Denkmal Kaiser Karls VI. und dem Brunnen im Zentrum des Platzes umfasst die Piazza dell’Unità d’Italia auch die letzten barocken Bauwerke der Stadt, die zwischen 1728 und 1790 entstanden sind und im Gegensatz zum Rest des Stadtzentrums nicht der grossflächigen Umgestaltung zum Opfer gefallen sind. Der prachtvolle Brunnen des Platzes, 1750 von Giovanni Battista Mazzoleni errichtet, stellt alle vier Kontinente dar, die bei seiner Erbauung bekannt waren.

Regierungspalast an der Piazza dell'Unità d'Italia (© Airin / Wikimedia / CC)

Regierungspalast an der Piazza dell’Unità d’Italia (© Airin / Wikimedia / CC)

Zeugnisse vergangenen Reichtums

Eines der herausragenden Zeugnisse von Triests glanzvoller Vergangenheit ist das Opernhaus an der Piazza Verdi in unmittelbarer Nähe zur Piazza dell’Unità d’Italia. Das Teatro Verdi, bis heute eines der meistbesuchten Opernhäuser in Italien, wurde ab 1798 von Matteo Pertsch erbaut. Gegenüber des Opernhauses steht die Alte Börse der Stadt aus dem Jahr 1806, heute Sitz der Triestiner Handelskammer, vor einem Denkmal des Habsburger Kaisers Leopold I.

Die Città Vecchia, Triests historische Altstadt und der älteste Teil der heutigen Stadt, beschränkt sich auf wenige Strassen, denn ein Grossteil des historischen Viertels wurde im Auftrag Mussolinis auf der Suche nach Überbleibseln römischer Zeiten zerstört. Einige der ältesten Bauwerke in Triest stammen tatsächlich aus dieser Epoche, darunter mit dem Arco di Riccardo das älteste Bauwerk der Stadt. Der mehr als sieben Meter hohe Torbogen ist das letzte Überbleibsel der alten römischen Stadtmauer und stammt noch aus dem 1. Jahrhundert v. Chr.

Arco di Riccardo (© GFDL-Self / Wikimedia / CC)

Arco di Riccardo (© GFDL-Self / Wikimedia / CC)

Zwei mächtige Bauwerke thronen über der Stadt und sind zugleich die beiden Wahrzeichen von Triest: die Festung San Giusto, deren Bau 1470 unter Friedrich III. begonnen und erst 1630 beendet wurde, und die gleichnamige Kathedrale San Giusto. Die Kathedrale wurde an der Stelle einer frühchristlichen Basilika errichtet, von der noch heute ein Teil des Bodenmosaiks erhalten ist und in der Kathedrale besichtigt werden kann. Die Kathedrale bestand ursprünglich als zwei nebeneinander errichteten Kirchen, wurde jedoch im 14. Jahrhundert zur Kathedrale in der Form zusammengefasst, wie sie bis heute besteht.

 

Oberstes Bild: Sant‘ Antonio Nuovo am Canale Grande (© Triestino / Wikimedia / public domain)

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