Vom Bodensee zum Lago Maggiore auf zwei Rädern – eine Alpenüberquerung der besonderen Art

08.11.2014 |  Von  |  Alle Länder, Europa, Schweiz
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Vom Bodensee zum Lago Maggiore auf zwei Rädern – eine Alpenüberquerung der besonderen Art
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Aktivferien sind in den letzten Jahren immer beliebter geworden; wer sich nicht die Wanderschuhe anzieht, macht sich auf zwei Rädern auf in die Landschaft. Eine besondere Tour erstreckt sich dabei vom Bodensee zum Lago Maggiore.

Zu empfehlen ist die Bewältigung der Tour übrigens mit dem normalen Tourenrad; wer will, kann auch auf das Mountainbike steigen. Fast ständiger Begleiter entlang der Radtour ist übrigens der Rhein, der bis ins Hochgebirge hineinreicht und durch herrliche Landschaften führt. Und doch geht’s meist gegen den Strom – nämlich den Radlerstrom, der unweigerlich um die herbstliche Jahreszeit rheinabwärts in Richtung Deutschland unterwegs ist.

Beschilderte Radtour verläuft abwechslungsreich

Wer sich vom Schweizer Ufer des Bodensees zum Lago Maggiore aufmacht, kommt unter anderem in der kleinsten Stadt der Schweiz vorbei. Hier gibt es immerhin zwei Gassen und knapp 100 Einwohner. Doch in Werdenberg erleben Gäste ein ganz besonderes Ambiente, allein schon wenn der Blick auf das Schloss aus dem 13. Jahrhundert fällt, zu dessen Füssen ein riesiger Ententeich liegt. Im urigen Stadtkern findet man zahlreiche bunt verzierte Holzhäuser.

Schloss und Burgstädtchen Werdenberg im Schweizer Rheintal (Bild: böhringer friedrich, Wikimedia, CC)

Schloss und Burgstädtchen Werdenberg im Schweizer Rheintal (Bild: böhringer friedrich, Wikimedia, CC)

Der Weg mit dem Rad entlang der beschilderten Route verläuft durch Dörfer und immer wieder leicht hügelige Weingärten. Ab und an wird auch das Rheinufer gewechselt, womit der Übergang ganz ohne Grenzkontrolle zum Fürstentum Liechtenstein und weiter nach Vaduz gewährleistet ist. Weiter geht’s nach Triesen, an saftigen Weiden voller Kühe vorbei.

Als Unterkunft für die erste Rast ist Bad Ragaz zu empfehlen. Hier gibt’s zum einen noble Hotels und Pensionen, zum anderen aber auch ein modernes Thermalbad. Genau das, mit Sauna und individuellem Massageangebot, bietet die perfekte Erholung für müde Beine nach der Radtour. Wer noch Energie übrig hat, kann einen Ausflug in die wunderschöne dunkel-kühle Taminaschlucht unternehmen.

Am nächsten Tag passieren die Radfahrer Schloss Marschlins, das wie ein mächtiger Wächter an der Tür zur Bergriesenwelt wirkt. Das einstige Wasserschloss ist immer noch ein beeindruckender Bau, auch wenn die Weiden rundherum meist von Ökobauern und deren Rindern und Schweinen und nicht mehr von Rittern bevölkert werden.





Schloss Marschlins – Eckturm im Südwesten (Bild: Adrian Michael, Wikimedia, CC)

Schloss Marschlins – Eckturm im Südwesten (Bild: Adrian Michael, Wikimedia, CC)




Chur, die wunderschöne Metropole Graubündens, ist die letzte Station für die Radfahrer, bevor es ins Hinterrheintal geht. Also noch schnell mal pausieren und im strahlenden Sonnenschein einen Kaffee oder ein Eis geniessen.



Die berühmte Via Mala als herausfordernder Streckenabschnitt

Nach der letzten Stärkung geht’s über die berühmte Via Mala und durch die düsteren Schluchten des Hinterrheins. Ein kurzer Stopp sollte genutzt werden, um ins „Verlorene Loch“ hinabzusteigen, wo sich ein tosendes Naturschauspiel ergibt. Der Canyon ist immer gut für schaurig-schöne Märchen und Legenden aus der alten Zeit, wenn erzählt wird, was sich hier zwischen den 300 Meter hohen Kalkfelsen am Grund abgespielt haben soll.





Via Mala-Schlucht bei Thusis, Kanton Graubünden (Bild: Zairon, Wikimedia, CC)

Via Mala-Schlucht bei Thusis, Kanton Graubünden (Bild: Zairon, Wikimedia, CC)




Doch schnell wird die abenteuerliche Finsternis zurückgelassen und es geht wieder hoch hinaus. Genauer gesagt zum Val Schons oder Schamsertal, wo die Dreitausender mit ihren weissen Schneehauben und die herrlich romantischen Bergdörfer mit den sonnengebleichten Holzhäusern gelegen sind. Von hier sind es noch ungefähr 20 Kilometer und immerhin 600 Höhenmeter bis zum nächsten Punkt auf der Route zur Alpenüberquerung. Die Rede ist vom San Bernardino, zu dem es steil bergauf geht und für den richtiges Treten in die Pedale gefragt ist. Oben angelangt, empfehlen sich eine Einkehr und Übernachtung im Albergo direkt am Pass, wobei man hier seine Ansprüche auf Komfort und Luxus besser nicht zu hoch ansetzen sollte.

San-Bernardino-Pass (Bild: Aconcagua, Wikimedia, GNU)

San-Bernardino-Pass (Bild: Aconcagua, Wikimedia, GNU)

Südliches Flair auf dem letzten Teilstück

Nachdem Rad und Fahrer ausgiebig Energie getankt haben, kann es auf die letzte Etappe gehen – auf direktem Weg zum Lago Maggiore. Dazu geht’s vom Pass wieder hinab auf den stark italienisch geprägten Teil der Schweiz, womit sich für viele eine ganz andere Welt auftut. Denn hier herrscht keine alpine Umgebung mehr vor, vielmehr kommt südliches Flair auf.

Klar ist, dass nun die steilsten Passagen auf der Alpenüberquerung überstanden sind, weshalb viele auch gleich entspannter in die Pedale treten. Das Ende der Tour ist in Bellinzona erreicht. Die zweitgrösste Stadt des Tessin, die lange Zankapfel zwischen Mailänder Bischöfen und den Schweizern war, kam erst 1516 endgültig zum Kanton Tessin. Heute gilt sie als Blickpunkt für mittelalterliche Baukunst, aber auch als lebendige Metropole, die zum Sightseeing genauso einlädt wie zum Bummeln. Während natürlich die Wahrzeichen, die „Tres Castelli“, die zum UNESCO-Weltkulturerbe zählen, auf dem Besichtigungsprogramm stehen sollten, finden modebegeisterte Damen und Herren in den zahlreichen Boutiquen die neuesten Trends bei Schuhen und Bekleidung.

 

Oberstes Bild: Mit dem Rad vom Bodensee zum Lago Maggiore – das ist eine besondere Herausforderung und ein unvergessliches Erlebnis. (© Mbdortmund, Wikimedia, GNU)

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Über Susanne Mairhofer

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