Von Amsteg nach Flüelen entlang des alten Saumwegs

28.11.2014 |  Von  |  Schweiz
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Von Amsteg nach Flüelen entlang des alten Saumwegs
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Beginnend in Amsteg und vorbei an Attinghausen führt ein interessanter Wanderweg nach Flüelen. Er ist Teil des alten Saumweges durch das Kanton Uri. Die alte Sust in Flüelen wurde zu Beginn des letzten Jahrhunderts zwar abgerissen, aber der Weg, für den Sie mindestens vier, besser fünf Stunden veranschlagen sollten, hält für den historisch interessierten Wanderer noch andere spannende Zeitzeugen bereit.

Für den alten Saumweg waren die jeweils örtlichen Genossenschaften verantwortlich. Schifffahrts- und Transportgesellschaften erhoben aufgrund ihres Monopols neben dem Fuhrlohn noch eine weitere Abgabe: Kaufleute, die sich eigener Saumtiere zum Warentransport bedienten, mussten die sogenannte Führleite an die Säumergenossenschaften entrichten. Unterwegs auf dem Weg erhält man einen guten Eindruck von den Anfängen des Passverkehrs, die bis ins 13.Jahrhundert zurückreichen.

Susten waren Magazine, in denen man Waren abwog, lagerte und signierte. Der zentrale Umschlageort für Waren von und nach Uri war ebenjene Sust, die sich am Hafen von Flüelen befand und heute leider nicht mehr zu besichtigen ist. Die erste urkundliche Erwähnung der Flüeler Sust ist im Jahr 1309 erfolgt, was darauf schliessen lässt, dass sie bereits im 13. Jahrhundert existierte. Durch ihre vorteilhafte Lage direkt am Wasser war sie der ideale Umladeplatz für die Schiffer und Säumer. Bis ins 18. Jahrhundert hinein war sie deshalb für den Warenhandel von enormem Gewicht.


1820, Schifflände Flüelen (Bild: © Adrian Michael)

1820, Schifflände Flüelen (Bild: © Adrian Michael)


Der Bedeutungsverlust setzte mit der Abschaffung des Zolls 1850 ein. Ein weiterer Schlag für die Sust war die Inbetriebnahme der Gotthardbahn. Ihrer früheren Funktion behoben, versuchte man, sie als Salzmagazin zu nutzen, was 1886 ein Ende fand. Mehrere Versuche des Wirts und Schiffskapitäns Jost Sigrist, die Sust käuflich zu erwerben, wurden von der Urner Regierung abschlägig beschieden. Das verwahrloste Gebäude wurde schliesslich 1907 versteigert und gleich darauf abgerissen. Der Denkmalschutz war zu Beginn des 20. Jahrhunderts noch nicht existent, um dies zu verhindern. Heute steht an der historischen Stelle ein Hotelanbau.


Silenen Dörfli mit Turm der Edlen (Bild: © Roland Zumbuehl - CC BY-SA 3.0)

Silenen Dörfli mit Turm der Edlen (Bild: © Roland ZumbuehlCC BY-SA 3.0)


Anderen historischen Gebäuden am Rande des Saumpfades war mehr Glück beschieden. Prächtige geschichtsträchtige Urnerhäuser erfreuen das Auge des Wanderers. Der frühere Wohnsitz der Freiherren zu Attinghausen erhebt sich heute als stolze Burgruine.



Der Weiler Obersilenen, ein nationales Kleinod, beherbergt eine von den „Edlen Freiherren von Silenen“ 1240 erbaute 5-stöckige Turmruine. Die Zinsen und Zehnte, die man einst hier einzog, fanden ihren Weg in das Fraumünster. 1339 wurde die Jagdmattkapelle bei Erstfeld erstmals urkundlich erwähnt. 1640 neu aufgebaut, dient sie heute als Heiratskapelle für manch ein Brautpaar und ist als Landeswallfahrtskapelle Ziel zahlreicher Wanderer.

 

Oberstes Bild: © Andreas Faessler – CC BY-SA 3.0

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