Eine Reise um den Vierwaldstättersee

30.05.2014 |  Von  |  Alle Länder, Europa, Schweiz
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Eine Reise um den Vierwaldstättersee
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Aktiv sein, entspannen, entdecken, geniessen – der Vierwaldstättersee bietet mit seinen Uferregionen und anliegenden Städten und Gemeinden reichhaltige Möglichkeiten für Ferien oder Kurztrips zu jeder Jahreszeit. Er ist nicht nur der grösste See in der Zentralschweiz, sondern gilt mit seiner Umgebung auch als die Wiege der Eidgenossenschaft.

Der Gründungssage nach wurde 1291 auf einer Waldlichtung in der Nähe des Sees, dem Rütli, der Eid auf den Bund geschworen. Beteiligt waren damals die drei „Waldstätten“, sprich, Urkantone: Schwyz, Uri und Unterwald. Als vierter Namensgeber kam 1332 der Kanton Luzern hinzu.



Der Vierwaldstättersee auf alten Ansichten 1780—1880 (Bild: Chriſtian von Mechel/Franz Ludwig Pfyffer von Wyher, Wikimedia)

Der Vierwaldstättersee auf alten Ansichten 1780—1880 (Bild: Chriſtian von Mechel/Franz Ludwig Pfyffer von Wyher, Wikimedia)

Der See bildete sich am Ende der letzten Eiszeit und ist ringsum von Bergen umgeben. Da er bei seiner Entstehung zahlreiche Täler flutete, zeigt er heute ein fjordartiges Erscheinungsbild. Die grössten Seeteile und Buchten sind der Luzernersee, Küssnachtersee, Vitznauer Becken, Gersauer See, Treib Becken, Urnersee, Kreuztrichter und Alpnachersee. Die Uferlänge beträgt 162 Kilometer, seine Fläche knapp 114 km². Die tiefste Stelle mit 214 Metern liegt in der Bucht von Buochs.

Als Ausgangspunkt für die Entdeckung der Seeregion sei Luzern empfohlen. Die Stadt ist sowohl mit dem Auto als auch per Bahn sehr gut zu erreichen. Direkt neben dem Bahnhof liegt die Anlegestelle der Schifffahrtsgesellschaft des Vierwaldstättersees (SGV). Von hier aus lassen sich herrliche Ausflüge per Schiff über den See unternehmen, u.a. auch mit historischen Raddampfern, die zum Teil über 100 Jahre alt sind.





Blick auf den Vierwaldstättersee in der Nähe von Luzern (Bild: Jo in Riederalp, Wikimedia, CC)

Blick auf den Vierwaldstättersee in der Nähe von Luzern (Bild: Jo in Riederalp, Wikimedia, CC)




Luzern hat zahlreiche Sehenswürdigkeiten aufzuweisen, allen voran die Kapellbrücke mit Wasserturm, dem Wahrzeichen der Stadt, die Spreuerbrücke, die Museggmauer und Museggtürme, Bourbaki-Panorama und Alpineum sowie das Verkehrshaus der Schweiz, das grösste nationale Museum mit seiner umfangreichen Sammlung an Autos, Lokomotiven, Flugzeugen und Schiffen. Wer mehr über die Urgeschichte des Sees erfahren möchte, sollte den Gletschergarten besuchen. Dort werden die Entstehung der Alpen sowie der verschiedenen Eiszeiten und ihrer Gletscher dokumentiert.

Landeinwärts westlich von Luzern liegt die Region Sempachersee mit viel intakter Natur sowie kulturellen und historischen Sehenswürdigkeiten in den Orten Sempach, Beromünster, Sursee u.a. Die Gegend ist aber auch bekannt für ihr kulinarisches Angebot, immerhin gibt es hier mehr als 140 Gasthäuser. Nördlich grenzt das Seetal an, auch bekannt als das Tal der Schlösser und Seen, eine herrlich romantische Landschaft mit unverbauten Ufern, idyllischen Hügelzügen und einem imposanten Panoramablick auf die Alpen der Zentralschweiz.

Sempachersee mit Pilatus und Titlis (Bild: Krol:k, Wikimedia, CC)

Sempachersee mit Pilatus und Titlis (Bild: Krol:k, Wikimedia, CC)

Aussergewöhnliche Erfahrungen können Besucher in der UNESCO Biosphäre Entlebuch sammeln. Auf der 400 km² grossen Fläche befinden sich die weitläufigsten Moorlandschaften des Landes und eine Flora und Fauna von internationalem Rang. Neben vielen Sommer- und Wintersportarten lassen sich hier auch so exotische Handwerke wie Köhlern oder Goldwaschen ausprobieren.

Wer von Luzern aus die historischen Stätten und Sehenswürdigkeiten rund um den Vierwaldstättersee erkunden möchte, kann für viele Ziele auf das Auto verzichten und das Angebot der SGV nutzen. Neben den fünf historischen Raddampfern besteht die Flotte aus zahlreichen Motorschiffen verschiedener Grösse, Nauen und einem hochmodernen Katamaran, die zum Teil auch für private Events und Feste gemietet werden können.

Bequem per Schiff zu erreichen sind etwa die malerischen Ortschaften Greppen, Weggis und Vitznau am Nordufer des Sees. Sie liegen am Fuss der Rigi, dem beliebtesten Ausflugsberg in der Schweiz. Von seinem Gipfel überblickt man nicht nur einen weiten Teil der Alpen, sondern auch 13 Seen und das schweizerische Mittelland. Zudem bietet das Massiv mehr als 100 Kilometer ausgezeichnete Wanderwege.





Blick auf den Vierwaldstättersee von Weggis aus gesehen (Bild: edwin.11, Wikimedia, CC)

Blick auf den Vierwaldstättersee von Weggis aus gesehen (Bild: edwin.11, Wikimedia, CC)

Richtung Osten geht es weiter nach Gersau, Brunnen, Schwyz und Morschach-Stoos. Gersau wird wegen seiner traumhaften Lage am südlichen Fuss der Rigi auch als „Riviera der Innerschweiz“ bezeichnet. Die Umgebung von Brunnen am nördlichen Ende des Urnersees lädt vor allem zum Wandern und zu Ausflügen in die nahen Berge ein. Stoos in der Gemeinde Morschach ist ein autofreies Dorf auf einer Höhe von 1’300 Metern. Am besten – und besonders spektakulär – erreicht man es mit der Standseilbahn, die mit 78 Prozent Steigung zu den steilsten der Welt gehört. In Schwyz, der Hauptstadt des gleichnamigen Kantons, befinden sich nicht nur wichtige Gründungsurkunden der Eidgenossenschaft. Der Ort ist ausserdem Heimat des bekannten Militärtaschenmessers und des ältesten Holzhauses in Europa, Haus Bethlehem.

Der grösste Teil des Urnersees liegt im Kanton Uri. Hier war Wilhelm Tell zu Hause, der nicht erst seit dem gleichnamigen Drama von Friedrich Schiller zu einem Mythos geworden ist. In Flüelen fliesst die Reuss in den Vierwaldstättersee und durchquert ihn von Ost nach West, um in Luzern wieder herauszutreten. Von Flüelen aus sollten Besucher der Gegend unbedingt einen Abstecher Richtung Süden zum Gotthard machen, einem der schönsten Alpenpässe. Durch Uri verlauft auch der 35 Kilometer lange „Weg der Schweiz“, ein Heimatwanderweg, von dem jedem Schweizer 5 Millimeter gehören.

Blick über den Urnersee bis zum Urirotstock (Bild: Manfred Heyde, Wikimedia,CC)

Blick über den Urnersee bis zum Urirotstock (Bild: Manfred Heyde, Wikimedia,CC)

Das südliche Ufer des Vierwaldstättersees zwischen Uri und Luzern teilen sich die Kantone Nidwalden und Obwalden. Beide Regionen locken mit vielen Freizeitangeboten und anderen Attraktionen, z.B. dem Hammetschwandlift, dem Titlisgletscher oder dem Engelberg, seines Zeichens grösster Wintersportort in der Zentralschweiz.

Allgemein bieten der See und seine Umgebung neben Geschichte und Kultur unzählige Sportmöglichkeiten sommers wie winters. Wandern, Rad fahren, Mountainbiking, Golf, Tennis, Minigolf, alle Arten von Wassersport wie Rudern, Surfen, Segeln, Kanu fahren, Schwimmen, Fischen und vieles, vieles mehr. Alles während eines Urlaubs zu erkunden, ist so gut wie unmöglich.



 

Oberstes Bild: Vierwaldstättersee gesehen aus Vitznau-Rigi-Bahn, Vitznau (© Andrew Bossi, Wikimedia, CC)

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Über Ulrich Beck

hat Germanistik, Geschichte und Philosophie studiert und ist zusätzlich ausgebildeter Mediendesigner im Segment Druck. Er schreibt seit über 30 Jahren belletristische Texte und seit rund zwei Jahrzehnten für Auftraggeber aus den unterschiedlichsten Branchen.



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  1. Raus ins Grüne – ein entspannter Tag am See › events24.ch

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