Wandern in Brontë-Country – eine literarische Spurensuche

21.11.2014 |  Von  |  Alle Länder, Europa
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Wandern in Brontë-Country – eine literarische Spurensuche
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Bezaubernde Wanderwege, literarische Gedenkstätten und typisch englischer Charme – in Brontë-Country kommen Romanfans und Wanderfreunde gleichermassen auf ihre Kosten. Auf den Spuren der Literatenfamilie Brontë das Gelände zu erkunden, stärkt sowohl Körper als auch Geist.

Dabei ist der Weg, den man während der Wanderung zurücklegt, für Jeden leicht zu schaffen; gut 15km führt die Strecke zu den Top Withins und anschliessend hügelabwärts zurück nach Haworth. Lediglich an festes Schuhwerk sollte man denken – dann kann der Ausflug starten.

Die Beschilderung in Brontë-Country ist ausgezeichnet (Bild: Mer Fuller, Wikimedia, CC)

Die Beschilderung in Brontë-Country ist ausgezeichnet (Bild: Mer Fuller, Wikimedia, CC)




Malerischer Spaziergang für Literaturfreunde

Unbestritten stellt Stratford-upon-Avon der meist besuchte literarische Ort auf den britischen Inseln dar; aber gleich danach folgt Haworth – ein hügeliger, kleiner Ort im Norden Englands, inmitten der Moore von Westyorkshire. In diesem Gebiet lebten in der Mitte des vorigen Jahrhunderts die Brontës, Englands berühmteste Literatenfamlie, das sich wegen der Bücher Pfarrerstöchter Emily, Anne und Charlotte mit der Zeit zu einem regelrechten Pilgerziel für Literaturfreunde wandelte. Wer im Herbst durch das mit Heidekraut bedeckte Moor wandert, lernt die Landschaft kennen, die in den Romanen so bildhaft beschrieben wird. So wird Literatur lebendig!

Die Hauptstrasse in Haworth (Bild: Jon Farman, Wikimedia, CC)

Die Hauptstrasse in Haworth (Bild: Jon Farman, Wikimedia, CC)

Aufstieg zu den Top Withins



Die Wanderroute startet am Brontë-Museum in Haworth. Ortsauswärts folgt man dem Weg nach Peninstone, von wo man zu den Brontë-Wasserfällen aufbricht. Die Beschilderung ist ausgezeichnet und auch für Anfänger nicht zu übersehen. Dort angekommen, sollte man sich Zeit nehmen, um die Eindrücke, welche die malerische Landschaft bietet, in sich aufzunehmen. Die Schwestern der Literatenfamilie bezeichneten diesen Ort als „Treffpunkt des Wassers“, da dieses von drei Seiten herbeiströmt und sich anschliessend zu einem einzigen Fluss vereinigt. Den Höhepunkt dieses verwunschenen Platzes bildet jedoch der Charlotte-Stein, der wie ein Sessel ohne Lehne aussieht. Ab jetzt wird die Tour durchaus etwas anstrengender; um die Sturmhöhen zu erreichen, muss man die Brontë-Brücke überqueren und dann leicht bergauf gehen. In der Ferne ist bereits das Gehöft von Top Withins zu sehen, das einen guten Anhaltspunkt für die Entfernung gibt, die noch zurückzulegen ist. Nach insgesamt 6km ist dann das Ziel erreicht: Hier oben bläst dem Wanderer der frische Wind um die Nase, und auf der Anhöhe Top Withins ist der Ausblick überwältigend: Von hier aus kann man die Aussicht über das Haworth Moor geniessen. Jetzt ist auch Zeit für ein kleines Picknick – um für den Abstieg gestärkt zu sein.

Top Withins bei Haworth (Bild: John Robinson, Wikimedia, CC)

Top Withins bei Haworth (Bild: John Robinson, Wikimedia, CC)




Zurück nach Haworth



Nach einer ausgedehnten Besichtigungstour auf den Sturmhöhen geht es zurück nach Haworth, immer hügelabwärts. Viele Sehenswürdigkeiten, die es in dem Ort zu entdecken gibt, stehen in enger Verbindung zu den Brontës, beispielsweise das restaurierte Pfarrhaus, das man gegen eine geringe Gebühr besichtigen kann. Das Haus gibt des Eindruck der 1650er wieder – jene Zeit, in der Charlotte Brontë ihren grossen Erfolg „Jane Eyre“ gefeiert und die Zimmer komplett neu eingerichtet hat. In der Kirche ist eine kleine Gedenkstätte zu finden; zwischen dem Pfarrhaus und der Kirche kann man den Friedhof besichtigen, der zeigt, dass hier nicht nur die Brontë-Schwestern einen frühen Tod gefunden hatten.



Bei einem Spaziergang entlang der mit Kopfstein gepflasterten Strasse findet man zahlreiche Souvenirs, die an die Familie Brontë erinnern; von Büchern über Tassen bis hin zu Dufttüchern kann der Literaturfreund fast alles finden, was mit den drei erfolgreichen Schwestern zu tun hat. Zum Schluss sollte man in einen Gasthof einkehren – und sich den Genüssen der englischen Küche hingeben.

Fazit: Wer England liebt und sich für Literatur interessiert, wird nach dieser Reise mit vielen neuen Erinnerungen ins Heimatland zurückkehren – im Gepäck das ein oder andere Buch der Geschwister Brontë.

 

Oberstes Bild: Bronte Sisters Statue in Haworth (Immanuel Giel, Wikimedia)

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Über Lara Marie Balzer

Lara Marie Balzer hat den Beruf der Pharmazeutisch-technischen Assistentin mit den Zusatzqualifikationen "Ernährungsberatung" und "Ganzheitliche Medizin/Naturheilkunde" erlernt und mit großer Freude mehrere Jahre in einer naturheilkundlich orientierten Apotheke gearbeitet, bevor sie ein Studium begann (Lehramt Chemie und Religion).


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