Wo die Puszta noch lebendig ist

09.10.2014 |  Von  |  Alle Länder, Europa
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Die Bilder von Ziehbrunnen und Hirten, die so typisch für die Puszta sind, werden Sie vielleicht noch vor Augen haben. Von diesem für Ungarn einst typischen Weideland sind heute nur noch Teile übrig, die sich vor allem im Südosten und Osten des Landes befinden.

In dieser einzigartigen Landschaft zwischen Theiss und Donau konnten nur die Bugac-Puszta und die Hortobágy-Puszta ihre Ursprünglichkeit bewahren.

Ansicht von Kunpuszta, Kerekegyháza, Ungarn (Bild: Beroesz, Wikimedia, CC)

Ansicht von Kunpuszta, Kerekegyháza, Ungarn (Bild: Beroesz, Wikimedia, CC)

Herbe Landschaften voller Reize

Begriffe wie Paprika, Csárdas und Puszta waren einst Synonyme für die Tiefebenen Ungarns, und dennoch kennen nicht viele diese herbe Landschaft. Bilder eines typischen Ziehbrunnens haben die meisten schon gesehen. Und es gibt sie noch in den scheinbar endlosen Weiten.

Die Tiefebene Ungarns wird im Westen durch die Donau begrenzt. Durch die Tiefebene selbst schlängelt sich gemächlich die Theiss, Ungarns zweitlängster Fluss. Auf der Theiss herrscht im Gegensatz zur Donau nur geringer Schiffsverkehr. Und statt über Brücken werden Reisende mit Fähren von einem Ufer zum anderen gebracht.



Zentrale Teile der noch bestehenden Puszta in der Grossen Tiefebene sind der Nationalpark Kiskunság in der Bugac-Puszta, der Nationalpark Hortobágy sowie der Theiss-See. Seit 1999 ist die Hortobágy-Puszta Weltnaturerbe. Hier leben Pferde, Büffel, Graurinder und Zackelschafe unter freiem Himmel. Wenn Sie die Puszta entdecken möchten, sollten Sie das Tourismuszentrum der Bugac-Puszta besuchen. Hier werden traditionelle Reitervorführungen angeboten. Grosser Beliebtheit erfreut sich auch das berühmte Pferdetreiben. Auch der Besuch des Hirtenmuseums kann nur empfohlen werden, denn hier erhalten Sie einen tollen Eindruck vom Alltag der Hirten.





Aus einer Reitervorführung in der Puszta bei Kalocsa. (© Karl-Heinz Laube  / pixelio.de)

Aus einer Reitervorführung in der Puszta bei Kalocsa. (© Karl-Heinz Laube / pixelio.de)

Der Theiss-See ist ein Paradies

Mit seinen zahlreichen Inseln, verschwiegenen Altarmen und morastigen Stellen erinnert der Theiss-See an eine Welt aus längst vergangenen Tagen. Hier im Osten Ungarns kommen Naturfreunde und Wassersportler gleichermassen zu ihrem Recht. In den unter Naturschutz stehenden Bereichen des Sees tummelt sich eine artenreiche Vogelwelt, die sich von verschiedenen Aussichtsplattformen gut beobachten lässt. Im Theiss-See befindet sich zudem das grösste zusammenhängende Seerosengebiet Europas.

Auf dem künstlich entstandenen See ist an ausgewiesenen Stellen auch Wassersport möglich. Segler und Surfer schätzen die hier vorherrschenden Bedingungen. Selbst Motorboote und Jet-Skis sind in Teilbereichen zugelassen. Rund um den See gibt es einige Erholungsorte, die auch über öffentliche Badestrände verfügen. An heissen Tagen, und die sind im Sommer nicht selten, können Sie sich mit einem Sprung ins Wasser etwas Kühlung verschaffen.

Paddler kommen vor allem auf der Theiss zu ihrem Recht. Der Fluss ist für längere Touren geradezu ideal. An den zahlreichen Sandbänken kann man eine erholsame Rast einlegen, bevor zur nächsten Etappe gestartet wird.





Der Theiss-See ist ein Paradies (Bild: Németh Dániel, Wikimedia, GNU)

Der Theiss-See ist ein Paradies (Bild: Németh Dániel, Wikimedia, GNU)




Sehenswürdigkeiten der Puszta-Region



Trotz aller Ursprünglichkeit und herber landschaftlicher Schönheit kommen auch Besucher mit einem Faible für Kultur im Südosten des Landes auf ihre Kosten. Im östlichen Teil der Ungarischen Tiefebene liegt mit Debrecen die zweitgrösste Stadt des Landes. Sie hat den Besuchern einiges zu bieten. Erwähnt seien vor allem das klassizistische Rathaus, die Kathedrale St. Anna und die grösste Windmühle Mitteleuropas. Zudem wird die grösste kirchliche Büchersammlung Ungarns hier im Reformierten Kollegium aufbewahrt.

Am Zusammenfluss von Körös und Theiss liegt mit Csongrád ein zauberhaftes Städtchen. Unbedingt sehenswert sind die rund 30 Fischerhäuschen, die schon im 14. Jahrhundert erbaut worden sind. Das Städtchen Gyula ist für seine aus dem 15. Jahrhundert stammende gotische Burg bekannt. Für Begeisterung sorgen aber auch die romantischen Rosengärten und Promenaden. In Gyula befindet sich zudem mit dem Burgbad eines der schönsten Thermalbäder Ungarns. Rund um den Theiss-See gibt es weitere Thermalbäder, von denen vor allem das moderne Bad in Tiszaújváros eine besondere Empfehlung ist.

Die ungarische Puszta ist eine Reise wert. Dabei werden Sie unvergessliche Eindrücke mit nach Hause nehmen.

 

Oberstes Bild: Brunnen in der Hortobágyer Puszta, Ungarn (© Andreas.poeschek, Wikimedia, CC)

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Über Winfried Meyer

Als gelernter Kartograf galt mein Interesse schon früh den Landkarten und fernen Ländern. Daraus entwickelte sich eine grosse Leidenschaft für das Reisen, die mich schon in viele Teile unserer Erde geführt hat. Inzwischen betreibe ich ein Redaktionsbüro für die Reise- und Tourismusbranche und biete meinen Kunden einen umfangreichen Service an. Neben hochwertigen Inhalten plane ich individuelle Rundreisen und übernehme Fotoaufträge.


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