Zwischen Serengeti und Kilimandscharo – der Ngorongoro-Krater

27.03.2015 |  Von  |  Afrika, Alle Länder
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Zwischen Serengeti und Kilimandscharo – der Ngorongoro-Krater
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In den Savannen Ostafrikas sind noch die grossen Wildtierherden zu finden, die unsere Vorstellung von dem schwarzen Kontinent prägen. Diese ursprüngliche Tierwelt ist mehr und mehr bedroht, je stärker sich die menschliche Zivilisation ausbreitet und Platz für sich beansprucht. Daher bedarf es besonderer Refugien, um die einheimischen Arten zu schützen. Ein solches Schutzgebiet ist der Ngorongoro-Krater im Norden Tansanias. Ein Besuch führt gleichzeitig auch zu den vermuteten Ursprüngen der Menschheit.

Der Ngorongoro-Krater liegt östlich des bekannten Serengeti-Nationalparks in Tansania. Bis zum höchsten Gipfel Afrikas, dem Kilimandscharo, sind es von hier aus noch etwa 250 Kilometer. Die kenianische Hauptstadt Nairobi befindet sich etwa 300 Kilometer Luftlinie in nordöstlicher Richtung entfernt.



Die grosse Abgeschlossenheit des Gebiets hat den Ngorongoro-Krater zu einem Reservat für viele Tierarten gemacht. (Bild: Sajjad Sherally Fazel, Wikimedia, CC)

Die grosse Abgeschlossenheit des Gebiets hat den Ngorongoro-Krater zu einem Reservat für viele Tierarten gemacht. (Bild: Sajjad Sherally Fazel, Wikimedia, CC)

Ein Hochland auf vulkanischer Erde

Der Einbruch eines ehemals gewaltigen Vulkans führte einst zur Bildung der weiten Kraterfläche, die heute ein Gebiet von rund 264 Quadratkilometern umfasst. Der Ngorongoro-Krater liegt auf 1700 Metern Höhe und bildet ein fast gleichförmiges Oval. Die Fläche ist an allen Seiten von Kraterwänden umgeben, die etwa 400 bis 600 Meter in die Höhe ragen, die Kraterkante erreicht jeweils mehr als 2000 Meter. Es handelt sich damit de facto bereits um eine Hochgebirgsregion.



Das Gebiet des Kraters weist durch die Höhendifferenzen starke klimatische Unterschiede und Wechsel auf. Die Höhenlagen sind oft feucht und von Nebeln umhüllt. In der Regenzeit zwischen November und April zeigt sich die Kraterfläche in üppigem Grün, dann bildet sich im Krater ein grosser, stark salzhaltiger See. In der Trockenzeit verdunstet er bis auf spärliche Reste weitgehend, so dass nur eine weisse Salzfläche übrigbleibt. Die verbliebene Wasserfläche wird von Flamingos bevölkert, die mit ihrer rosa Färbung einen interessanten Kontrast zum Salzweiss bilden. Doch auch wenn es trockener wird, gibt es im Krater noch an anderen Stellen genügend Wasser für Tiere zu finden. Die Fläche selbst wird überwiegend durch Grasland und Savanne geprägt. Auch Akazienwälder sind vorhanden, an den Kraterrändern konnten sich ausserdem noch typische immergrüne Bergwälder behaupten.

Landschaft am Kraterrand von Ngorongoro (Bild: William Warby, Wikimedia, CC)

Landschaft am Kraterrand von Ngorongoro (Bild: William Warby, Wikimedia, CC)

„Arche Noah“ im Inneren Afrikas

Die grosse Abgeschlossenheit des Gebiets hat den Ngorongoro-Krater zu einem Reservat für viele Tierarten gemacht, die sonst selbst in Afrika nur noch selten anzutreffen sind. Manche vergleichen den Krater denn auch mit einer Art „Arche Noah“, die bedrohten Tieren auf einmalige Weise eine Heimat und Zuflucht bietet. Der Ngorongoro-Krater gehörte lange zu den weissen Flecken auf der Landkarte. Seine Entdeckung ist dem österreichischen Kartographen und Ethnologen Oscar Baumann zu verdanken, der im Jahre 1892 im Rahmen einer Expedition hierher kam. In seinem Buch „Durch Massailand zur Nilquelle“ beschrieb er seine damaligen Entdeckungen. Das Gebiet des heutigen Tansania gehörte damals zur Kolonie Deutsch-Ostafrika.

Im Ngorongoro-Krater leben heute rund 25.000 Grosssäugetiere, daneben auch einige Affenarten wie Paviane und Meerkatzen sowie zahlreiche Vögel. Zu den Grosstieren gehören umfangreiche Herden und Populationen an Gnus, Büffeln, Grant- und Thomson-Gazellen sowie Elenantilopen. Auch die sehr seltenen Spitzmaulnashörner sowie einige Elefanten sind hier zu Hause. Eine Besonderheit für diese Gegend ist, das hier Flusspferde zu finden sind. Es überrascht nicht, dass angesichts eines solch grossen Vorkommens zahlreiche Raubtiere den Ngorongoro-Krater als Nahrungsgrund für sich entdeckt haben. Der Krater weist die höchste Raubtierdichte Afrikas auf. Die markantesten sind Löwen, Leoparden und Fleckenhyänen.

Löwin in der Ngorongoro Conservation Area (Bild: Sajjad Sherally Fazel, Wikimedia, CC)

Löwin in der Ngorongoro Conservation Area (Bild: Sajjad Sherally Fazel, Wikimedia, CC)




Die Ngorongoro Conservation Area

Wegen dieser sonst kaum noch anzutreffenden Vielfalt ist der Ngorongoro-Krater ein gerne besuchtes Ziel. Der Krater selbst ist Naturschutzgebiet und gehört zum UNESCO-Welterbe. Für den Besuch gelten strenge Auflagen. Dennoch kommen Jahr für Jahr etwa 200.000 Touristen hierher, die das Kratergelände mit Jeep-Safaris erkunden. Das weitere Umfeld bildet das Ngorongoro Conservation Area, ein etwa 8.300 Quadratkilometer umfassendes Gebiet – etwas grösser als der Kanton Graubünden. Auch hier gelten besondere Vorschriften, die Vorgaben sind aber nicht ganz so restriktiv wie im Krater selbst.

In der Conservation Area befindet sich eine Reihe luxuriöser Lodges, die bevorzugt im traditionellen Stil errichtet sind und gerne als Ausgangspunkte für Touren genutzt werden. In der Region leben auch Menschen. Rund 42.000 Massai gehen hier ihrer seit vielen Generationen ihrer überlieferten Lebensweise als Viehhirten und Jäger nach. Im Unterschied zu vielen anderen Afrikanern konnten sie bis heute ihre überkommene Kultur bewahren. Neben den Massai sind weitere Stämme seit langer Zeit im Bereich der Conservation Area ansässig.





Massai-Dorf in der Ngorongoro Conservation Area (Bild: Harvey Barrison, Wikimedia, CC)

Massai-Dorf in der Ngorongoro Conservation Area (Bild: Harvey Barrison, Wikimedia, CC)

„Wiege der Menschheit“ – die Olduvai-Schlucht

Der Mensch gehört seit Urzeiten zu diesem Gebiet. Nirgendwo wird dies so deutlich wie in der Olduvai-Schlucht. Sie liegt im Bereich des Conservation Area nur wenige Kilometer vom Ngorongoro-Krater entfernt. In der etwa 100 Meter tiefen und 50 Kilometer langen Schlucht wurden nicht nur zahlreiche vorzeitliche Tierfossilien gefunden, sondern auch Überreste mehrerer Hominiden. Die ältesten Funde des Homo Sapiens aus prähistorischen Zeiten sind dabei rund 20.000 Jahre alt. Wesentlich sensationeller sind aber die hier gemachten Entdeckungen von Knochen- und Schädelresten mutmasslicher Vorläufer des modernen Menschen. Die Funde des Homo (mittlerweile „Australopithecus“) habilis reichen 1,9 Millionen Jahre zurück, die des Paranthropus boisei 1,8 Millionen Jahre und die des Homo erectus 1,2 Millionen Jahre. Auch primitive Steinwerkzeuge aus der Urzeit der menschlichen Entwicklung, sogenannte Oldowan, wurden hier entdeckt. Es handelt sich um die ältesten bekannten Arbeitsgeräte menschlicher Kultur.

Ein Besuch in der Ngorongoro Conservation Area führt daher nicht nur in die faszinierende Artenvielfalt der afrikanischen Tierwelt. Er ist auch eine Reise zu den Ursprüngen der Menschheit. Wie ähnliche Fundstätten in Äthiopien und Südafrika ist auch die Olduvai-Schlucht ein wesentlicher Stützpfeiler für die Theorie, dass die Entwicklung des Menschen auf dem schwarzen Kontinent ihren Ausgang nahm. Sie wird daher neben den anderen Entdeckungsorten in Afrika zur Wiege der Menschheit gezählt.



 

Oberstes Bild: „Arche Noah“ Afrikas – der Ngorongoro-Krater. (© Pal Teravagimov / Shutterstock.com)

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Über Stephan Gerhard

ist seit Jahren als freier Autor und Texter tätig und beschäftigt sich bevorzugt mit Themen rund um Finanzen, Geldanlagen und Versicherungen sowie Wirtschaft. Als langjähriger Mitarbeiter bei einem Bankenverband und einem großen Logistikkonzern verfügt er über umfassende Erfahrungen in diesen Gebieten.


Darüber hinaus deckt er eine Vielzahl an Themen im Bereich Reisen, Tourismus und Freizeitgestaltung ab. Er bietet seinen Kunden kompetente und schnelle Unterstützung bei der Erstellung von Texten und Präsentationen.



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