Alentejo – im Süden Portugals unterwegs

01.12.2014 |  Von  |  Alle Länder, Europa
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Alentejo – im Süden Portugals unterwegs
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Der Alentejo ist eine beeindruckende Region im Süden Portugals und nimmt fast ein Drittel der Gesamtfläche des Landes ein.

Ein Ferienaufenthalt im Alentejo verspricht intensive Erlebnisse, denn das Land ist von herber Schönheit und besitzt zudem beeindruckende Sehenswürdigkeiten.



Der Alentejo, was so viel wie „Jenseits des Tejo“ bedeutet, nimmt mit seiner Fläche von knapp 30´000 Quadratkilometern rund 30 % der Gesamtfläche Portugals ein. Mit seinen wenig mehr als 500´000 Einwohnern ist dieser Teil Portugals recht dünn besiedelt. Der Alentejo liegt östlich der Hauptstadtregion Lissabon und grenzt im Süden an die Algarve. Der südwestliche Teil der Region liegt am Atlantik, wo den Feriengast herrliche Strände erwarten.

Das Hinterland des Alentejo ist von wilder Schönheit. Das Land ist weit und wird vor allem von zahllosen Olivenbäumen und uralten knorrigen Korkeichen bestimmt. Ab und an tauchen fast unvermittelt malerische Städtchen in der scheinbar ausgedörrten Landschaft auf. Oftmals erheben sich die Städte und Ortschaften auf einem Hügel und sind nicht selten von einer Mauer umgeben.

Auch wer zum ersten Mal im Alentejo unterwegs ist, wird schnell merken, dass die Uhren hier ein wenig anders gehen. Oftmals entsteht gar der Eindruck, dass die Uhren stehen geblieben seien. Das ist aber auch nicht weiter verwunderlich, denn hier flimmert im Sommer die Luft. Die Hitze kann manchmal unerträglich werden und die Menschen leben hier einen anderen Rhythmus, als wir ihn kennen. In der heissen Zeit lässt es sich an der Küste dann doch wesentlich besser aushalten. Und die ist auch noch ausgesprochen wild. Massentourismus gibt es an diesem wildromantischen Fleckchen Erde nicht.

Die Traumstrände des Alentejo

Die Küste des Alentejo erstreckt sich von der Mündung des Sado im Norden bis über Kap Sardão im Süden hinaus. Im nördlichen Teil bis zum Kap Troia liegen kilometerlange feinsandige Strände, welche teilweise menschenleer sind. Ein herrliches Plätzchen, um entspannt zu geniessen, wird sich da immer finden. Südlich von Kap Troia ändert sich das Landschaftsbild der Küste ganz gewaltig. Hier prägen fantastische Felsformationen und Steilküste das Bild. Dazwischen befinden sich immer wieder versteckte Buchten, die mit herrlichen Stränden aufwarten. Eine dieser Buchten haben wir für uns entdeckt. Sie liegt in der Nähe der Ortschaft Zambujeira do Mar.





Strand in Zambujeira do Mar, Portugal (Bild: Bunks, Wikimedia, CC)

Strand in Zambujeira do Mar, Portugal (Bild: Bunks, Wikimedia, CC)

Der grösste Badeort an der Küste des Alentejo ist Vila Nova de Milfontes. Der touristisch gut erschlossene Badeort liegt an der Mündung des Flusses Mira in den Atlantik. Hier haben Sonnenanbeter sogar die Qual der Wahl. Sowohl am Atlantik als auch im Mündungsbereich des Flusses befinden sich wunderschöne Strände, die sich für ein entspanntes Sonnenbad anbieten. Der Badeort selbst ist malerisch und lässt sofort Ferienstimmung aufkommen. Im Ortskern gibt es malerische Häuser, die an engen Gassen liegen. Auch ausserhalb des Zentrums ist von Bettenburgen weit und breit nichts zu sehen. Für uns war es wirkliches Ferienidyll und wesentlich erholsamer als an der Algarve.

Die Mehrzahl der Reisenden kommt aber nicht nur zum Baden in den Alentejo. Meist wird eher eine Rundreise durch die Region unternommen. Wobei wir die Monate Juli und August aufgrund der Hitze nicht empfehlen mögen. Sehr reizvoll sind das Frühjahr und der Herbst. Die Temperaturen sind doch wesentlich angenehmer, um auf Entdeckungsreise zu gehen.





Strand in Vila Nova de Milfontes (Bild: Vitor Oliveira, Wikimedia, GNU)

Strand in Vila Nova de Milfontes (Bild: Vitor Oliveira, Wikimedia, GNU)

Sehenswürdigkeiten aus längst vergangenen Tagen

Sie werden es selbst bei Ihrer Tour merken, dass Städte und Dörfer manchmal völlig unvermittelt auftauchen. Eine der schönsten Städte des Alentejo ist Évora; bei einem Rundgang durch die sehenswerte Altstadt, im Übrigen Weltkulturerbe, gibt es einiges zu entdecken. Schon die Römer siedelten hier und der Diana-Tempel, die Burg sowie der noch in Teilen erhaltene Aquädukt stammen von ihnen. Sehenswert ist auch die Kathedrale mit gotischen Stilelementen oder das etwas makaber anmutende Beinhaus „Capela dos Ossos“, wo an den Wänden menschliche Knochen aufgestapelt sind.

Römischer Tempel in Évora (Bild: Gustavo Motta, Wikimedia, CC)

Römischer Tempel in Évora (Bild: Gustavo Motta, Wikimedia, CC)




Kaum minder reizvoll ist ein Aufenthalt in Portalegre, das unmittelbar an der Grenze zu Spanien liegt. Grosse Teile der Altstadt sind verkehrsberuhigt, und so ist ein Spaziergang noch wesentlich entspannter. Auffallend sind die zahlreichen Bürgerhäuser, die im 16. und 17. Jahrhundert erbaut wurden und vom einstigen Wohlstand der Stadt zeugen. In der Umgebung der Stadt befinden sich verschiedene Fundstätten. Neben Stätten aus der Steinzeit wurden auch jungsteinzeitliche Megalithanlagen entdeckt.

Die Kathedrale von Portalegre (Bild: Hugo Cadavez, Wikimedia, CC)

Die Kathedrale von Portalegre (Bild: Hugo Cadavez, Wikimedia, CC)

Eine grosse Ansammlung von Megalithanlagen können Sie im Vale de Rodrigo bewundern, das im Herzen des Alentejo liegt. Besonders eindrucksvoll ist der Monte da Ponte, eine etwa sechs Hektar grosse Anlage aus der Kupferzeit. Ausserdem stehen in diesem Tal 50 Megalithanlagen und zehn Menhire.

Auch Mértola sollte bei einer Rundreise nicht vergessen werden. Das Städtchen ist vor allem für seine zahlreichen archäologischen Funde aus der Römer- und Maurenzeit bekannt geworden. In zwei kleinen Museen der Stadt werden zahlreiche Fundstücke präsentiert. Eine herausragende Stellung nimmt dabei die Grabplatte der Fortunata ein, welche aus dem Jahr 565 stammt. Da nach Mértola jedes Jahr zahlreiche Touristen kommen, wurde auch das traditionelle Handwerk wiederbelebt. Sie können verschiedene Handwerksmuseen besuchen und ein authentisches Mitbringsel mit nach Hause nehmen.



 

Oberstes Bild: Sommer in Alentejo (© François Philipp, Wikimedia, CC)

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Über Winfried Meyer

Als gelernter Kartograf galt mein Interesse schon früh den Landkarten und fernen Ländern. Daraus entwickelte sich eine grosse Leidenschaft für das Reisen, die mich schon in viele Teile unserer Erde geführt hat. Inzwischen betreibe ich ein Redaktionsbüro für die Reise- und Tourismusbranche und biete meinen Kunden einen umfangreichen Service an. Neben hochwertigen Inhalten plane ich individuelle Rundreisen und übernehme Fotoaufträge.


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