Cabo da Roca: Ein Spaziergang am westlichen Ende von Europa

04.04.2014 |  Von  |  Alle Länder, Europa
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Cabo da Roca: Ein Spaziergang am westlichen Ende von Europa
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Meinen Aufenthalt in Portugal wollte ich mit einem besonderen Höhepunkt krönen. Natürlich waren die lebendigen Metropolen wie Lissabon oder Porto schon beeindruckend, doch ich wollte noch hin zum westlichsten Punkt Europas, nämlich zum Cabo da Roca. Dazu suchte ich mir ein Quartier in Sintra und begab mich zu diesem magischen Felsen.

Atemberaubender Blick bis zum Horizont



Das Cabo da Roca liegt an der Atlantikküste, genauer gesagt in der Region Serra de Sintra. Sintra selbst ist nur wenige Kilometer von diesem begehrten Ausflugsziel entfernt und hat an Sehenswürdigkeiten viel zu bieten. Deshalb lasse ich mich hier für ein paar Tage nieder und miete einen günstigen Leihwagen. Dieser bringt mich direkt zum westlichsten Punkt Europas, der sich 140 Meter über dem Meeresspiegel befindet.

Am westlichsten Punkt Europas (Bild: Bildpixel  / pixelio.de)

Am westlichsten Punkt Europas (Bild: Bildpixel / pixelio.de)

Oben angelangt, erlebe ich einen atemberaubenden Blick über den Atlantik. Die steilen Klippen sind absolut beeindruckend und ich geniesse das Panorama. Der portugiesische Nationaldichter Luís de Camoes hat über diesen Ort einmal gesagt, dass hier die Stelle sei, „wo die Erde endet und das Meer beginnt“. Besser beschreiben kann man den Ausblick und die Atmosphäre keinesfalls. Direkt bei den Klippen gibt es ein Büro des örtlichen Fremdenverkehrsverbandes; dieser stellt tatsächlich gegen Entrichtung einer kleinen Gebühr eine Urkunde aus, dass man das Cabo da Roca besucht hat.





Nordteil vom Cabo da Roca nach dem Sonnenuntergang (Bild: Rnbc, Wikimedia, GNU)

Nordteil vom Cabo da Roca nach dem Sonnenuntergang (Bild: Rnbc, Wikimedia, GNU)

Sintra ist Weltkulturerbe und überzeugt durch herrliche Fliesen

Nachdem ich mich vom beeindruckenden westlichen Ende Europas losgerissen haben, kehre ich zurück nach Sintra. Das kleine Städtchen liegt im Distrikt Lisboa in der historischen Provinz Estremadura. Die herrliche Lage und das milde Klima haben bereits die einstigen portugiesischen Könige beeindruckt, die hier lange ihre Sommerresidenz hatten.

Aber auch der berühmte Lord Byron war zu Beginn des 19. Jahrhunderts oft und gerne in Sintra – und bei meinen Spaziergang durch die Altstadt mit den bunten Fachwerkhäusern und den wunderschönen Gartenanlagen kann ich ihn irgendwie verstehen. Es ist ein herrliches Fleckchen Erde hier, das nicht umsonst seit 1995 zum Weltkulturerbe der UNESCO gehört.





In der Altstadt von Sintra (Bild: Bildpixel  / pixelio.de)

In der Altstadt von Sintra (Bild: Bildpixel / pixelio.de)

Unter anderem geht diese Auszeichnung auch auf den beeindruckenden Palacio Nacional de Sintra zurück, der das unmittelbare Zentrum der Altstadt bildet. Vor dem Palast befindet sich ein kleiner Brunnen und ein Pelourinho im spätgotischen Stil, wo ich kurz Rast mache und mich am kühlen Wasser erfrische. Als mein Blick nach oben geht, sehe ich das imposante Castelo dos Mouros, eine verfallene Mauerburg, die hoch über der Altstadt ragt.

Der Palacio Nacional ist mehr als sehenswert



In meinem Reiseführer lese ich, dass die Ursprünge des Palastgebäudes bereits auf die Mauren zurückgehen, die im 10. Jahrhundert hier gelebt haben. Dom João war es später, der das Gebäude zur Sommerresidenz umfunktionieren liess, wobei die heute so prägnanten konischen Schornsteine erst im 18. Jahrhundert entstanden sind. Heute kann man hier eine perfekte Vereinigung verschiedener Baustile erkennen, denn die einzelnen Bauelemente aus dem maurischen, gotischen und manuelinischen Stil harmonieren perfekt miteinander und lassen sogar noch einen Hauch Renaissance erkennen.

Palacio Nacional de Sintra (Bild: Carlos Luis M C da Cruz, Wikimedia)

Palacio Nacional de Sintra (Bild: Carlos Luis M C da Cruz, Wikimedia)

Im Palastinneren, das für Besucher zugänglich ist, erlebe ich die unterschiedlichen Epochen der portugiesischen Kulturgeschichte anhand von Bildern, Skulpturen und Fresken. Vor allem aber beeindrucken mich die wunderschönen Azulejos, mit denen komplette Wände und Mauern gestaltet sind. Diese farbenfrohen Mosaike sind typisch für Portugal und erst recht für Sintra, wie ich später noch entdecken sollte.

Auch sehenswert ist der Saal der Elstern, Sala das Pegas, an dessen Decke angeblich 136 Elstern gemalt sind. Diese Gestaltung soll einer Darstellung der einstigen schwatzhaften Hofdamen nachempfunden sein. Auch in diesem Saal finde ich wieder herrliche grüne und weisse Azulejos, die von teilweise vergoldeten Holzdecken eingerahmt sind. Offenbar hatte der Gestalter des Palastes ein Faible für die gefiederten Freunde, denn neben den Elstern ist auch den Schwänen ein eigener Saal gewidmet – der Sala dos Cisnes, der mit 27 weissen Schwänen mit goldenen Halskronen geschmückt ist.

Decke von la Sala das Pegas im Palacio Nacional de Sintra  (Bild: syvwlch, WIkimedia, CC)

Decke von la Sala das Pegas im Palacio Nacional de Sintra (Bild: syvwlch, WIkimedia, CC)

Sintra beeindruckt durch viele Kastelle und Schlösser

Nach dem ausgiebigen Palastbesuch trete ich wieder in die Sonne Portugals, doch die nächste Sehenswürdigkeit wartet schon. Nach vielen Kurven und einem steil bergauf verlaufenden Weg, der durch wunderschöne Gärten und Wälder verläuft, erreiche ich das Castelo dos Mouros. Hier gibt es zwar weniger Säle und Vögel zu sehen, dafür einen herrlichen Ausblick auf Sintra und die Umgebung. Knapp zwei Kilometer entfernt von dieser Burg, entdecke ich den Palacio da Pena.

Wieder ist eine ungewöhnliche Vielfalt an Baustilen zu entdecken. Neben Gotik und Renaissance sowie Rokoko finde ich sogar bayerische und arabische Einflüsse. Auch wenn die kunsthistorische Bedeutung unter Fachleuten eher umstritten ist, ist meiner Meinung nach ein Besuch lohnenswert. Denn wer einen Rundgang auf dem Wehrgang der Burg unternimmt, wird mit einem herrlichen Ausblick auf das Sintra-Gebirge belohnt.

Palacio Nacional de Pena (Bild: Guillaume70, Wikimedia, CC)

Palacio Nacional de Pena (Bild: Guillaume70, Wikimedia, CC)

Rund um den Palacio befindet sich ein herrlicher Garten, der Parque da Pena, in dem es mehr als 400 verschiedene Baumarten und Sträucher gibt. Tatsächlich grünt und blüht es hier, dass es eine Freude ist und man sich einfach wohlfühlen kann.



 

Oberstes Bild: Cabo da Roca – wo die Erde endet und das Meer beginnt (Bild: Galak76, Wikimedia, GNU)

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