Frauenfeld und die ländliche Idylle des Thurgaus

25.03.2014 |  Von  |  Alle Länder, Europa, Schweiz
Keine Beiträge mehr verpassen? Hier zum Newsletter anmelden!
Frauenfeld und die ländliche Idylle des Thurgaus
5 (100%)
1 Bewertung(en)

Frauenfeld ist mit über 24‘000 Einwohnern die Hauptstadt des Kantons Thurgau. Frauenfeld ist sicher kein klassisches Reiseziel und viele Menschen brausen in ihren Autos an dem sehr reizvollen Städtchen einfach vorbei, um möglichst schnell ihr Ziel in den Bergen oder gar jenseits der Alpen zur erreichen. Dabei hat Frauenfeld eine reiche historische Vergangenheit mit bemerkenswerten Sehenswürdigkeiten, welche die Stadt zu einem interessanten Reiseziel machen.

Nur wenige Kilometer nördlich von Frauenfeld befindet sich der Bodensee und ist sicher das landschaftliche Highlight der Region. Das Hinterland ist lange nicht so spektakulär wie andere Teile der Schweiz. Es ist eher als malerisch, bisweilen sogar als verträumt zu bezeichnen und wird stark durch landwirtschaftliche Anbauflächen geprägt.



Urlauber, die erholsame Tage abseits der Touristenströme und der Hetze des Alltags verbringen möchten, werden sich in der malerischen Hügellandschaft sicher sehr wohlfühlen. Und für Ferien auf dem Bauernhof lässt sich im Kanton Thurgau manches Angebot finden. Dann ist ja auch der Bodensee von allen Flecken des Kantons schnell erreicht, um sich bei verschiedenen Wassersportangeboten zu vergnügen.

In der Altstadt von Frauenfeld (Bild:  Pingelig, WIkimedia, CC)

In der Altstadt von Frauenfeld (Bild: Pingelig, WIkimedia, CC)

Sehenswertes in Frauenfeld

In der historischen Altstadt gibt es sehenswerte Gesandtschaftshäuser aus dem 18. Jahrhundert zu bestaunen. Dazu gehören das Berner-, Zürcher- und Luzernerhaus, welche allesamt über prächtige Fassaden im Stil des Barocks verfügen.



In Frauenfeld befindet sich mit dem Bauernhaus Baliere eines der ältesten noch existierenden Fachwerkhäuser des gesamten Kantons. Heute ist in den alten Mauern die Stadtgalerie untergebracht.

Da der grösste Teil des oberhalb des Bahnhofs gelegenen historischen Zentrums verkehrsberuhigt ist, kann in aller Gemütlichkeit flaniert werden. Wahrzeichen der Stadt ist das über dem Flüsschen Murg stehende Schloss Frauenberg.

Schloss  Frauenberg in  Frauenfeld (Bild:  TSF Frauenfeld, Wikimedia, CC)

Schloss Frauenberg in Frauenfeld (Bild: TSF Frauenfeld, Wikimedia, CC)

Vom 19 Meter hohen Bergfried der sehenswerten Anlage geniessen die Besucher eine herrliche Aussicht. Zudem ist hier das Historische Museum des Kantons Thurgau untergebracht und vermittelt mit seinen zahlreichen Ausstellungsstücken wie Möbeln, Waffen, Bildern und Spielzeug bis hin zum Geschirr einen Eindruck von ritterlichen und städtischen Leben längst vergangener Tage.

Ein besonderes Schmuckstück der Stadt ist das sogenannte „Guggenhürli“, das einst dem Minister Kern als Sommer- und Rebhaus diente.

Weit über die Grenzen des Kantons hinaus bekannt sind die Veranstaltungen Frauenfelds. Im Grossen Allmend findet seit inzwischen fast 30 Jahren das Open Air Frauenfeld statt, das sich zu einer der grössten Open-Air-Veranstaltungen in Europa gemausert hat. Vor allem Hip-Hop-Fans sind hier richtig.



Ein reges Veranstaltungsprogramm mit Konzerten und Partys wird im Kulturzentrum KAFF geboten. Kaum minder bedeutend ist als Kulturzentrum auch das Eisenwerk, eine einstige Schraubenfabrik.

Thurgauer Sehenswürdigkeiten

Auch in anderen Teilen des Kantons gibt es einiges zu entdecken. Es lohnt sich also, wenn Sie etwas Zeit mitbringen. Eine sicher herausragende Stellung nimmt die Kartause Ittingen ein, die sich nordwestlich von Frauenfeld befindet, wenn der Weg in Richtung Schaffhausen eingeschlagen wird.

Dieses ehemalige Kloster, das sich in einer idyllischen Lage befindet, wurde mehr als 700 Jahre lang von Mönchen bewohnt. Besonders attraktiv sind die weitläufigen Gärten. Aber nicht nur deshalb ist die Klosteranlage Ittingen eines der wichtigsten Kulturdenkmäler im gesamten Bodenseegebiet.

Kartause Ittingen (Bild:  Parpan05, Wikimedia, CC)

Kartause Ittingen (Bild: Parpan05, Wikimedia, CC)

Heute sind hier zwei Museen untergebracht und ein Rundgang ist zu empfehlen. Dargestellt werden das klösterliche Leben, die Geschichte des Kartäuserordens und des Ortes und zahlreiche Kunstobjekte.

Ein einzigartiges Objekt ist in Islikon entstanden. Der Greuterhof war einst eine Indigo-Färberei und zählte zu den ersten Fabriken, die in der Schweiz erbaut wurden. Dies geschah bereits im Jahr 1777. Produziert wird hier längst nicht mehr, dafür ist ein interessantes Telefonmuseum zu bestaunen. Im „Telephonica“ wird auf anschauliche Weise die Entwicklung und Geschichte des Telefons dokumentiert.

Rebhaus in  Kartause Ittingen (Bild:  Parpan05, Wikimedia, CC)

Rebhaus in Kartause Ittingen (Bild: Parpan05, Wikimedia, CC)

Idyllische Seen und Weiher zum Baden



Obwohl der Bodensee natürlich die grösste „Badewanne“ des Kantons Thurgau ist, gibt es reizvolle Badeseen, die nicht so stark frequentiert sind und zudem in idyllischer Umgebung liegen. Genau das Richtige, um mal dem süssen Nichtstun nachzugeben und ein erfrischendes Bad zu nehmen.

Ein solches Beispiel ist der Hüttwilersee zwischen Hüttwilen und Nussbaumen. Es ist sogar eine gewisse Infrastruktur vorhanden und für Kinder ist ein speziell gesichertes Kinderbad vorhanden. Etwas versteckt ist der Nussbaumersee und Sie müssen einen kurzen Fussmarsch in Kauf nehmen. Dafür ist die Lage wirklich fantastisch.

Hüttwilersee zwischen Hüttwilen und Nussbaumen,  Kanton Thurgau  (Bild:  Peter Berger, Wikimedia)

Hüttwilersee zwischen Hüttwilen und Nussbaumen, Kanton Thurgau (Bild: Peter Berger, Wikimedia)

Ein kleines Paradies ist der Barchetsee bei Oberneunforn, dessen Wasser etwas morastig ist. Seltene Pflanzen haben sich hier angesiedelt und deshalb steht das Gewässer auch unter Naturschutz. Baden ist trotzdem erlaubt.

Wenn Sie zu jenen Zeitgenossen gehören, die gerne die Wanderschuhe schnüren, sind Sie im Kanton Thurgau genau richtig. Neben zahlreichen markierten Wanderwegen sind vor allem die Panoramawege besonders reizvoll. Und davon sind hier gleich vier Wege angelegt worden, welche durch eine zauberhafte, stille Landschaft führen und zudem noch schöne Aussichten garantieren.

Verschiedene Themenwege ergänzen das Spektrum noch. Geschichtsinteressierte dürfte der Wanderweg von Müllheim nach Pfyn interessieren, führt er doch an den Resten eines einstigen Römerlagers vorbei.



 

Oberstes Bild:  Katholische Kirche St. Nikolaus in Frauenfeld (Bild: Pingelig, Wikimedia, CC)

Wo liegt dieses Reiseziel?

Über Winfried Meyer

Als gelernter Kartograf galt mein Interesse schon früh den Landkarten und fernen Ländern. Daraus entwickelte sich eine grosse Leidenschaft für das Reisen, die mich schon in viele Teile unserer Erde geführt hat. Inzwischen betreibe ich ein Redaktionsbüro für die Reise- und Tourismusbranche und biete meinen Kunden einen umfangreichen Service an. Neben hochwertigen Inhalten plane ich individuelle Rundreisen und übernehme Fotoaufträge.



Trackbacks

  1. So überleben Sie die Osterfeiertage auf der Autobahn › motortipps.ch

Ihr Kommentar zu:

Frauenfeld und die ländliche Idylle des Thurgaus

Für die Kommentare gilt die Netiquette! Erwünscht sind weder diskriminierende bzw. beleidigende Kommentare noch solche, die zur Platzierung von Werbelinks dienen. Die belmedia AG behält sich vor, Kommentare ggf. nicht zu veröffentlichen.