Freiburg – Deutschlands grösste Kleinstadt überzeugt mit lieblichem Charme

06.05.2014 |  Von  |  Deutschland, Europa

Geschätzte Lesezeit: 6 Minuten

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Sommer, Sonne, Fahrrad fahren – das stand dieses Mal auf meinem Ferienprogramm. Und wo konnte ich das besser tun als in der wunderschönen Stadt Freiburg im Breisgau? Perfekt positioniert liegt sie zwischen Schwarzwald und Oberrhein und bietet aufgrund ihrer lieblichen Landschaft die perfekte Ausgangslage für herrliche Ausflüge.

Unter anderem ist sie auch als Stadt der Fahrräder bekannt, wobei Insider behaupten, dass mindestens so viele Drahtesel gefahren wie gestohlen werden. Na ja, mit einem robusten Schloss für mein Zweirad sollte dementsprechend vorgebeugt sein.



Die Schwarzwaldhauptstadt hat viel zu bieten

Bereits der erste Eindruck der Stadt mit ihrem Bächle und Gässle begeisterte mich, und ich machte mich sofort zu einem kurzen Rundgang auf. Die historische Altstadt hat neben viel Geschichte und Kultur vor allem gemütliche Kneipen, einladende Cafés und Weinstuben zu bieten. Doch zuerst machte ich mich auf, die historischen Sehenswürdigkeiten genauer in Augenschein zu nehmen.

Das neue Rathaus in Freiburg (Bild: joergens.mi, Wikimedia)

Gemütlich schlendere ich die Salzstrasse hoch, die als richtige Prachtstrasse der Stadt gilt. Denn die kunstvoll geschmiedeten Ladenschilder strahlen ebenso viel Eleganz aus wie die klassizistisch angehauchten Palais mit ihren Gusslaternen, die einst von Freiburger Familien der oberen Gesellschaftschicht und badischen Grossherzögen bewohnt wurden. Vom Oberlindenbrunnen geht es in einem Bogen durch die Konviktstrasse. Der einstige Weg quer durch das Handwerkerviertel von Freiburg hat sich zu einer Edelmeile für Geschäfte, die Fleur de Sel und Kai-Kochmesser anbieten, entwickelt.



Auf dem Münstermarkt angekommen, besänftige ich mein Magenknurren allein schon beim Anblick der übervollen Stände mit Gutedeltrauben und Geisshirtlebirnen. Die Köstlichkeiten sind nicht nur herrlich anzuschauen, sondern schmecken einfach lecker und erfrischend.

Die Oberlindener Linde in Freiburg im Breisgau (Bild: FGodard, Wikimedia, CC)

Die Oberlindener Linde in Freiburg im Breisgau (Bild: FGodard, Wikimedia, CC)

Der Schlossberg thront über der Stadt

Nach dem Genuss des leckeren Obstes und eines extra grossen Schwarzwaldbechers in einem kleinen Café mache ich mich auf zum nächsten Highlight der Stadt, dem Schlossberg. Der Hausberg von Freiburg kann eigentlich mit der Schlossbergbahn bequem erreicht werden, doch ich habe mir Fitness verschrieben und nutze zum Aufstieg einen der zahlreichen Wanderwege. Auf dem Berg angekommen, finde ich mich inmitten von Touristen wieder, die das beliebte Ausflugsziel ebenso bestaunen wie ich.

Nach 153 Stufen einer höchst interessanten Holzkonstruktion bin ich auf dem Aussichtsturm auf dem Berg angekommen, wobei ich zwar ausser Atem bin, aber dafür mit einer faszinierenden Aussicht in die gesamte Breisgauer Bucht belohnt werde. Der Blick reicht von Kirchzarten bis Emmendingen, auf Freiburg selbst und das gesamte Dreisamtal.

Blick vom Aussichtsturm auf dem Schlossberg auf die Altstadt und das Münster (Bild: Yeats, Wikimedia, CC)

Blick vom Aussichtsturm auf dem Schlossberg auf die Altstadt und das Münster (Bild: Yeats, Wikimedia, CC)

Freiburg ist gelebte Geschichte

Nach meinem Ausflug in die Umgebung kehre ich noch mal zurück in die Altstadt von Freiburg. Als Erstes führt mein Weg in das Freiburger Münster, das eigentlich die römisch-katholische Stadtkirche ist und mitten in der Altstadt liegt. Erbaut wurde es zwischen dem 12. Jahrhundert und 1513, womit es unter Kunsthistorikern als wahres Meisterwerk der Gotik gilt. Der 116 Meter hohe Turm gilt als einziger gotischer Kirchturm in Deutschland, der im Mittelalter vollendet gebaut wurde. Beeindruckend sind aber auch die Glasmalereien an den Fenstern und die Skulpturen.





Katholische Kathedrale – Münster Unserer Lieben Frau, Freiburg im Breisgau (Bild: Zairon, Wikimedia, CC)

Katholische Kathedrale – Münster Unserer Lieben Frau, Freiburg im Breisgau (Bild: Zairon, Wikimedia, CC)

Wieder erklimme ich einen Turm, diesmal den der Kirche, und werde mit einem herrlichen Blick über die Rheinebene belohnt. Aber auch die bewaldeten Hänge des Schwarzwaldes sind gut zu erkennen. Im Glockenstuhl des Münsters befinden sich 19 Glocken, die nach wie vor läutbar sind. Die älteste davon ist die sogenannte Hosanna, die aus dem Jahr 1258 stammt und zu den ältesten Glocken in dieser Grössenordnung zählt.

Nach dem Kirchenbesuch geht es weiter ins Augustinermuseum, das am belebten und beliebten gleichnamigen Platz in der Altstadt liegt. Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen mittelalterliche Holzskulpturen und steinerne Originalfiguren, die unter anderem von Matthias Grünwald und Lucas Cranach dem Älteren geschaffen wurden. Ein echtes Prunkstück des Museums ist aber die Museumsorgel, deren Prospekt im 18. Jahrhundert gefertigt wurde. Das Gesamtkunstwerk steht unter absolutem Denkmalschutz und wurde erst kürzlich restauriert.

Das Freiburger Bächle als Heiratsvermittler



Wo so viel Geschichte und Kultur zusammenkommen, sind natürlich die Mythen nicht weit. Und einen interessanten entdecke ich in Zusammenhang mit dem Bächle. Dieses durchaus auffällige Wahrzeichen der Stadt Freiburg zieht sich durch fast alle Strassen der Innenstadt und kreuzt immer wieder meine Wege. Da muss ich dann doch einmal im Reiseführer nachlesen. Und erfahre, dass das Bächle im Mittelalter zur Brandbekämpfung und natürlich zur Wasserversorgung der Bevölkerung in der Innenstadt genutzt wurde. Genau genommen stammt das Wasser aus der Dreisam, die ja durch Freiburg fliesst.

Das Schwabentor – der Beginn der Bächle in der Freiburger Innenstadt (Bild: Flominator, Wikimedia, CC)

Das Schwabentor – der Beginn der Bächle in der Freiburger Innenstadt (Bild: Flominator, Wikimedia, CC)

Im Mittelalter wurden zur individuellen Versorgung der Häuser sogenannten Bächle geschaffen, die in der Mitte der Strasse verliefen. Durch den modernen Verkehr wurden sie im Laufe der Jahre eher an den Rand der Strassen verlegt, wo sie heute noch gut sichtbar und markant das Stadtbild prägen. Vor allem im Sommer bieten sie eine beliebte Erfrischung, auch wenn natürlich kein Trinkwasser darin fliesst. Und dann erfahre ich den Mythos, den es mit den Bächle auf sich hat. Wer sich nämlich in Freiburg aufhält und in eines der Bächle fällt, muss laut Volksmund einen Freiburger heiraten. Da heisst es wohl besser vorsichtig sein.



 

Oberstes Bild: Freiburg und Umgebung im Abendlicht (© Fred3rik, Wikimedia, CC)

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