Reise nach Mexiko: Tipps für allein reisende Frauen

01.07.2015 |  Von  |  Nordamerika
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Reise nach Mexiko: Tipps für allein reisende Frauen
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Mexiko ist die perfekte Mischung aus Strandferien und Kulturreise. Die kilometerlangen Bilderbuchstrände laden zum Sonnenbaden ein, danach lassen sich die beindruckenden Tempelanlagen der Maya besichtigen. Mexiko ist definitiv eine Reise wert.

Doch wie sieht es mit der Reise nach Mexiko für allein reisende Frauen aus? Wenn Frauen von ihren Plänen einer Reise nach Mexiko erzählen, reagieren viele mit Unverständnis und äussern Bedenken. Doch sind diese Bedenken berechtigt?

Mexiko ist in den Medien meist nur mit negativen Schlagzeilen vertreten: Morde, Überfälle, Korruption. Doch ist Mexiko wirklich gefährlicher als andere Länder, beispielsweise in Südostasien, die für allein reisende Frauen als unproblematisch gelten? Wir haben uns informiert und einige Tipps für Ihre Mexikoreise als allein reisende Frau gesammelt.

Reise nach Mexiko: Wohin als allein reisende Frau?

Vorab sollten Sie sich überlegen: Was möchte ich in Mexiko sehen und machen? Mexiko ist ein grosses Land mit vielen unterschiedlichen Regionen. Möchten Sie Strandferien in Cancún machen? Das Strandparadies ist eine Touristenhochburg und vor allem Pauschaltouristen kommen hier auf ihre Kosten. Eine All-inclusive-Reise mit Sonne und Strand pur ist das, was Sie für Ihre Auszeit vom Alltag möchten? Dann sind Sie hier genau richtig. Als allein reisende Frau im Hotel brauchen Sie sich überhaupt keine Sorgen zu machen.


In Yucatán gibt es die berühmten Cenoten, mit Wasser gefüllte Höhlen. (Bild: © Subbotina Anna - shutterstock.com)

In Yucatán gibt es die berühmten Cenoten, mit Wasser gefüllte Höhlen. (Bild: © Subbotina Anna – shutterstock.com)


Wer mehr als reine Strandferien möchte, ist mit einer Individualreise oder Rundreise gut beraten. Die zahlreichen Pyramiden und Ruinen lassen sich bei Trekkingtouren besichtigen. Viele davon sind tief im Regenwald versteckt und lassen sich mit geführten Touren entdecken. In Yucatán gibt es die berühmten Cenoten, mit Wasser gefüllte Höhlen, die sich ebenfalls mit Gruppentouren erwandern lassen. Es gibt viel zu entdecken bei einer Reise nach Mexiko.

Vereinfacht lässt sich sagen: Je individueller man unterwegs ist, desto mehr gilt es zu beachten, aber desto mehr wird man erleben. Eine Pauschal- oder eine komplett organisierte Rundreise eignet sich besonders für Frauen, die zum ersten Mal alleine unterwegs sind und sich langsam an Mexiko und das Alleinreisen herantasten möchten. Wer schon in Europa oder Asien alleine unterwegs war, kann sich ohne Probleme an eine selbst organisierte Reise nach Mexiko wagen.



Kriminalität in Mexiko: gefährlich für Touristen?

Schiessserien, Morde, Überfälle. Die hohe Kriminalität in Mexiko sollte nicht schöngeredet werden. Allein die vergitterten Fenster und Alarmanlagen zeigen, dass es Grund zur Vorsicht gibt. Doch dabei sollte man sich stets vor Augen halten, dass die Kriminalität meist wenig mit den Touristen an sich zu tun hat, sondern sich im Drogenmilieu und unter Banden abspielt. Es gibt viele Probleme im Land, und einige Regionen eignen sich wirklich nicht zum Bereisen. Doch als Tourist kommt man eigentlich nicht in Kontakt mit den rivalisierenden Banden, Militäraufständen oder dem Drogenhandel. An Touristenorten gelten die gleichen Vorsichtsmassnahmen wie in anderen Ferienländern.

Anmachsprüche: So reagieren Sie am besten

Eines ist sicher: Als allein reisende Frau in Mexiko wird man die ganze Bandbreite an Anmachsprüchen zu hören bekommen. Man sollte sich darauf einstellen und ein dickes Fell zulegen. Einfach ignorieren und zielstrebig weiterlaufen kann in vielen Fällen schon helfen. Falls nicht, ist ein klares und bestimmtes „No“ angebracht. Wirken Sie nicht wie ein verängstigtes oder eingeschüchtertes Mädchen, gehen Sie mit erhobenem Haupt und straffen Schulter. Das wirkt selbstbewusst und Sie begeben sich nicht selbst in eine Opferrolle.


Wirken Sie nicht wie ein verängstigtes oder eingeschüchtertes Mädchen (Bild: © Carsten Bachmeyer - fotolia.com)

Wirken Sie nicht wie ein verängstigtes oder eingeschüchtertes Mädchen (Bild: © Carsten Bachmeyer – fotolia.com)


Notfalls sind Sie eben verheiratet

Manchmal sind die Fragen sehr direkt: „Wie alt sind Sie?“, „Woher kommen Sie?“ und „Sind Sie verheiratet?“. In Europa ist es nicht seltsam, wenn man als Frau Ende 20 noch nicht verheiratet und alleine unterwegs ist. In Mexiko ist dies unüblich. Im Gespräch bietet sich deshalb manchmal eine kleine Notlüge an. Werden Sie gefragt, ob Sie verheiratet sind, beantworten Sie diese Frage ruhig mit Ja. Ein Ring macht die Sache noch glaubwürdiger.

Würden Sie verneinen, würden Sie viele Fragen aufwerfen, denn Mexiko ist ein konservativ-katholisch geprägtes Land. Eine allein reisende und unverheiratete Frau passt nicht in das Weltbild vieler Mexikaner. Mit Ihrer kleinen Flunkerei ersparen Sie sich Diskussionen und manches unmoralische Angebot. Gerade in Bars lohnt es sich auch, eine Reisebekanntschaft als Ihren Mann vorzustellen. So kommen Sie nicht in unangenehme Situationen.

Grundkenntnisse in Spanisch erleichtern alles

Ein paar Wörter wie „Danke“, „Bitte“ und eine Begrüssung sollten grundsätzlich bei jeder Reise in der Landessprache vorhanden sein. Alles andere wäre unhöflich. In Mexiko kommt man zwar auch irgendwie mit Englisch, Händen und Füssen vorwärts, aber ein paar Grundkenntnisse in Spanisch wären durchaus angebracht. Es hilft in allen Situationen: beim Einkaufen, Bestellen, in Bussen und Unterkünften. Doch vor allem in kritischen Situationen ist es Gold wert, wenn man sich zumindest ein wenig in der Landessprache verständigen kann.

Kleider machen Leute

Auch mit Ihrer Kleidung können Sie Anmachen der Männer reduzieren. Vermeiden Sie freizügige und knappe Kleidung. Sehr kurze Röckchen, Trägerhemden und sehr kurze Shorts sollten Sie am besten zu Hause lassen. Lange luftige Röcke und Blusen sind bei heissen Temperaturen sowieso viel angenehmer zu tragen. Auch beim Schmuck sollten Sie sich zurückhalten. Echten und wertvollen Schmuck sollten Sie auf Ihrer Reise nicht tragen. Entweder dient er als Anreiz für Räuber oder Sie laufen Gefahr, ihn zu verlieren. Beides lässt sich einfach vermeiden, indem Sie auf Schmuck verzichten.


Auch mit Ihrer Kleidung können Sie Anmachen der Männer reduzieren. (Bild: © Kiselev Andrey Valerevich - shutterstock.com)

Auch mit Ihrer Kleidung können Sie Anmachen der Männer reduzieren. (Bild: © Kiselev Andrey Valerevich – shutterstock.com)


Für den Fall der Fälle

Tragen Sie immer etwas Bargeld bei sich. Im schlimmsten Fall, einem Raubüberfall, finden die Räuber das Bargeld und lassen Sie in Ruhe. Ein paar Scheine in der Hosentasche sind daher eine simple, aber im Notfall wichtige Vorkehrung.

Vorsicht mit Alkohol

Seien Sie vorsichtig mit Alkohol. Vor allem als allein reisende Frau ist es gefährlich, wenn man durch zu viel Alkohol die Vorsicht und den Überblick verliert. Also gilt immer und nicht nur in Mexiko: Getränke nicht unbeaufsichtigt stehen lassen und verantwortungsbewusst trinken, dann passiert auch nichts.


Seien Sie vorsichtig mit Alkohol. (Bild: © olezzo - fotolia.com)

Seien Sie vorsichtig mit Alkohol. (Bild: © olezzo – fotolia.com)


Bestimmte Gegenden sollten gemieden werden

Mexiko ist kein gefährliches Land per se. Es gibt allerdings Gegenden, die nicht bereist werden sollten oder in denen zumindest besondere Vorsicht geboten ist. Meist handelt es sich dabei um Grenzstädte und den Norden Mexikos. Auch bestimmte Gebiete in Mexiko-Stadt gelten als unsicher und sollten eher gemieden werden.

Besucher sollten sich daher vor und während der Reise regelmässig über die aktuelle Sicherheitslage informieren. Hilfreich sind etwa die Reisewarnungen des deutschen Auswärtigen Amtes. Zudem können Sie sich über örtliche Nachrichten informieren. Auch die Leute vor Ort können Ihnen Informationen geben. Hotelangestellte und Taxifahrer sind gute Anlaufstellen.

Lieber bei Tageslicht ankommen

Buchen Sie nur Flüge, die vernünftige Ankunftszeiten haben. Oft sind Flüge, die nachts um zwölf ankommen, günstiger, doch als allein reisende Frau sollte man lieber etwas mehr Geld ausgeben und Ankunftszeiten bei Tageslicht bevorzugen. Wer sich nachts alleine rund um Bahnhöfe und Flugplätze aufhält, geht ein unnötiges Risiko ein. Sollte sich eine Ankunft zu nächtlicher Zeit nicht vermeiden lassen, vereinbaren Sie mit Ihrem Hotel einen Abholservice.


Wer sich nachts alleine rund um Bahnhöfe und Flugplätze aufhält, geht ein unnötiges Risiko ein. (Bild: © ThKatz - fotolia.com)

Wer sich nachts alleine rund um Bahnhöfe und Flugplätze aufhält, geht ein unnötiges Risiko ein. (Bild: © ThKatz – fotolia.com)


Offizielle Taxis sind besser als private

Wenn Sie in Mexiko ein Taxi nehmen wollen, dann achten Sie darauf, dass Sie ein offizielles Taxi wählen. Es gibt offiziell lizensierte, aber auch viele private Unternehmen. Die offiziellen sind sicherer und sollten immer vorgezogen werden. Informieren Sie sich am besten immer im Vorhinein, welche Taxi-Unternehmen empfehlenswert und sicher sind.

Frauenabteile in der Metro sorgen für ein gutes Gefühl

In der Metro beispielsweise in Mexiko-City gibt es spezielle Frauenabteile. Nicht alle Züge haben Sie, aber wenn sich die Möglichkeit bietet, greifen Sie darauf zurück. Man fühlt sich dort als Frau deutlich wohler als in vollgestopften gemischten Abteilen, wo der Hautkontakt manchmal näher ist, als man möchte. In Bussen suchen Sie sich falls möglich Ihren Sitznachbar selbst aus. Gehen Sie davon aus, dass der Bus voll wird. Setzen Sie sich also lieber weiter vorne neben eine Frau als weiter hinten auf eine noch leere Sitzbank. Sicherlich wird bald jemand zusteigen und sich neben Sie setzen; wer das ist, können Sie dann nicht entscheiden.

Lage des Hotels beachten

Sie brauchen lediglich ein Hotel für die erste Nacht, weil Sie dann weiterreisen wollen? Also bucht man schnell das erstbeste Hotel, Hauptsache günstig. Achten Sie beim Buchen aber auf die Gegend. Es lohnt sich, sich etwas über die Gegend schlauzumachen. Nicht selten entpuppen sich Hotelschnäppchen als echte Baracken in unsicheren Gegenden. Machen Sie sich also vorab ein Bild über das Hotel und die Gegend. Werfen Sie auch einen Blick auf die Bewertungen. Hier können Sie sich recht schnell ein Bild über Lage und Zustand des vermeintlichen Hotelschnäppchens machen.


Tulum an der Riviera Maya (Bild: © Anton_Ivanov - shutterstock.com)

Tulum an der Riviera Maya (Bild: © Anton_Ivanov – shutterstock.com)


Zimmer gut abschliessen

Vor allem bei Strandhütten und Bungalows sollte man sich kurz dem Türschloss widmen. Kann man die Tür sicher von innen verriegeln? Nicht immer ist das bei günstigen Unterkünften der Fall. Deshalb lohnt es sich, ein kleines Schloss dabeizuhaben, damit man es notfalls anbringen kann. So schläft es sich ruhiger. Das Gleiche gilt auch für Fenster. Bei Unterkünften im Erdgeschoss oder ersten Stock oder bei Bungalows sollten die Fenster über Nacht geschlossen und verriegelt werden. Auf nächtlichen Besuch kann wohl jeder gerne verzichten.

Nachts lieber nicht alleine unterwegs sein

Dieser Hinweis ist fast selbstverständlich, aber trotzdem wichtig: Vermeiden Sie es, als Frau nachts alleine unterwegs zu sein, vor allem in menschenleeren Gegenden. Treffen Sie sich mit einer Gruppe, dann fragen Sie, ob Sie jemand am Hotel abholen kann. Ansonsten nutzen Sie Taxis, auch für kurze Strecken. Es ist ebenfalls nicht empfehlenswert, als Frau längere Strecken alleine mit dem Auto unterwegs zu sein. Falls Sie doch längere Strecken alleine zurücklegen müssen, fahren Sie ausschliesslich tagsüber.


Nachts lieber nicht alleine unterwegs sein (Bild: © Gina Sanders - fotolia.com)

Nachts lieber nicht alleine unterwegs sein (Bild: © Gina Sanders – fotolia.com)


Vorteile nutzen: Frauen bevorzugt

Als Frau alleine unterwegs zu sein hat oft Vorteile. Sie können spezielle Angebote für Frauen nutzen, die Ihnen, wenn Sie in einer gemischten Gruppe oder mit Partner unterwegs sind, nicht offenstehen. Ein Beispiel ist das schon erwähnte Frauenabteil in der Metro. Spezielle Frauendorms gibt es auch in Hostels.

In Oaxaca im Südwesten Mexikos gibt es ein kleines Hostel, das „La Unidad Women Hostal“, welches ausschliesslich Frauen ein Bett in einem der Sechser-Schlafsäle bietet.

In grossen Hostels sollte es generell kein Problem sein, auf Frauenschlafsäle zurückzugreifen. In Mexiko-Stadt gibt es eine grosse Auswahl, das Mexiko City Hostel, das Downtown Beds oder das Stayinn Barefoot Condesa bieten zum Beispiel reine Frauenzimmer. Für Frauen, die sich in der Gruppe wohlfühlen, gibt es auch spezielle Frauenreisegruppen.

Eine Reise nach Mexiko ist für eine allein reisende Frau nicht wirklich gefährlicher als eine Reise in ein anderes Land. Die beschriebenen Regel und Tipps gelten nicht nur für Mexiko, sondern für allein reisende Frauen generell. Wer mit gesundem Menschenverstand, ein bisschen Vorsicht und  Anpassungsvermögen reist, wird eine tolle Reise erleben. Mexiko ist ausserdem ein sehr beliebtes Land bei Individualreisenden und Backpackern. Es gibt viele Leute, die alleine unterwegs sind, also wird es keine Schwierigkeiten geben, neue Menschen zu treffen. Denn alleine reisen heisst nicht alleine bleiben. Auf Reisen lassen sich tolle Bekanntschaften machen, und keiner, der nicht will, muss lange alleine unterwegs sein.


Die zahlreichen Pyramiden und Ruinen lassen sich bei Trekkingtouren besichtigen. (Bild: © Anna Omelchenko - shutterstock.com)

Die zahlreichen Pyramiden und Ruinen lassen sich bei Trekkingtouren besichtigen. (Bild: © Anna Omelchenko – shutterstock.com)


Wie Sie am besten Anschluss finden? Gar kein Problem. Hostels sind ideale Ausgangspunkte, um neue Leute kennenzulernen. In den Gemeinschaftsräumen kommt man leicht ins Gespräch, natürlich auch an den Hostel-Bars. Im Dorm sind ein nettes „Hallo“ und ein Lächeln genug, um ins Gespräch zu kommen.

Wer länger an einem Ort bleibt, kann auch Angebote in der Umgebung annehmen. Kochkurse sind beispielsweise super, um die Landesküche kennenzulernen und gleichzeitig neue Bekanntschaften zu machen. Auch eine gemeinnützige Tätigkeit vor Ort hilft, um neue Leute zu treffen und gleichzeitig etwas Gutes zu tun. Eine weitere Möglichkeit ist das Couchsurfen. So lernt man Einheimische kennen und bekommt einen echten Einblick in das Leben in Mexiko.



Wer vor Ort viele Leute kennt, lernt schnell, welche Orte man meiden sollte, was man in Mexiko tun kann und was nicht.

 

Oberstes Bild: © Elena Yakusheva – shutterstock.com

Über Julia Schattauer

Julia Schattauer ist freie Autorin und leidenschaftliche Bloggerin. Geschichten vom Reisen sind ihr Steckenpferd. Neben nützlichen Fakten geht es ihr in erster Linie ums Storytelling. Darum, den Leser in die Welt mitzunehmen und sein Fernweh zu wecken. Als studierte Kunsthistorikerin, Tourismus-, und Literaturwissenschaftlerin schreibt sie ausserdem über Themen aus Kunst und Kultur.


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