Reiseland Thüringen – das Grüne Herz Deutschlands

18.06.2014 |  Von  |  Deutschland, Europa

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Reiseland Thüringen – das Grüne Herz Deutschlands
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Der Freistaat Thüringen ist eines der wenigen Flächenländer der Bundesrepublik Deutschland, die keine Auslandsgrenze besitzen. Wegen seiner Mittellage und der waldreichen Mittelgebirgslandschaft wird es auch gerne als das “Grüne Herz Deutschlands” bezeichnet. Seine landschaftliche Schönheit und Vielfalt machen Thüringen ebenso zum lohnenden Reiseziel wie seine historischen Städte und Plätze.

In kaum einer anderen deutschen Region gibt es auf so überschaubarem Raum vergleichbar viele kulturelle Sehenswürdigkeiten und Baudenkmäler. Ein UNESCO-Weltkulturerbe reiht sich hier an das andere. Im 18. und 19. Jahrhundert war Thüringen ein Zentrum des deutschen Geisteslebens. Namen wie Goethe, Schiller, Fichte, Schelling oder Hegel stehen stellvertretend für viele, die hier lebten und wirkten. Auch die Reformation erhielt in Thüringen entscheidende Impulse. Diese Dichte und Vielfalt hat viel mit der Landesgeschichte zu tun.



Sie ist vor allem durch Zersplitterung gekennzeichnet. Spätestens seit dem 16. Jahrhundert setzte mit der Erfurter Teilung ein fortwährender Erbteilungsprozess der sächsischen Ernestiner ein, die zu immer mehr Kleinstaaten auf dem Gebiet des heutigen Thüringen führten. So kam es, dass hier bis zum Ende des Ersten Weltkriegs neben preussischen Territorien acht weitere Herzog- und Fürstentümer bestanden. Das bekannteste dürfte das Haus Sachsen-Coburg-Gotha sein, das in zahlreiche europäische Königshäuser – u. a. das britische – eingeheiratet hat. Erst 1920 entstand nach dem Sturz der Monarchien der Freistaat Thüringen.

Dieser Kleinstaaterei mit ihrem bunten Flickenteppich hat Thüringen eine Vielzahl an ehemaligen Residenz- und Hauptstädten zu verdanken. Und da jeder Landesherr bemüht war, seinen Herrschersitz zu fördern, zum Beispiel durch Schloss- und Theaterbauten oder bekannte Künstler und Geistesgrössen an seinem Hof, erklärt sich die Grossmachtstellung Thüringens in kultureller Hinsicht.

Talsperre Schönbrunn (Bild: Rafael Brix, Wikimedia, CC)

Talsperre Schönbrunn (Bild: Rafael Brix, Wikimedia, CC)

Weimar, andere Residenzen und Erfurt



Keine Stadt steht dafür so sehr wie Weimar. Am Wirkungsort Schillers und Goethes erinnert noch viel an die beiden Dichter. Das Deutsche Nationaltheater, Goethes und Schillers Wohnhaus, das Goethe-und-Schiller-Denkmal sind nur einige Beispiele. Mehrere Schlösser erinnern an die Funktion als Residenzstadt. Weimar hat auch einen Namen als Geburtsort der Weimarer Republik, für Deutschlands dunkelste Zeit steht dagegen die Gedenkstätte im ehemaligen KZ Buchenwald nahe der Stadt.

Weimarer Stadtschloss (Bild: Maros M r a z, Wikimedia, CC)

Weimarer Stadtschloss (Bild: Maros M r a z, Wikimedia, CC)




Ebenso wie Weimar wurden Meiningen, Rudolstadt, Gotha, Gera, Greiz und Altenburg durch ihre jeweiligen Herzöge oder Fürsten geprägt. In vielem erinnert das Bild dieser Städte noch heute an diese Zeit. Oft ragen eindrucksvolle Schlossbauten im jeweiligen Ort hervor, zum Beispiel Schloss Friedenstein in Gotha oder Schloss Heidecksburg in Rudolstadt. Ganz als Fachwerkstadt präsentiert sich dagegen Schmalkalden, eine ehemals hessische Exklave im Westen Thüringens.

Ein überragendes Baudenkmal ist die Wartburg bei Eisenach. Die mittelalterliche Burg diente Luther als Refugium, hier entstanden grosse Teile seiner Bibelübersetzung. Für viele war und ist die Wartburg ein Pilgerort.

Ausserordentlich sehenswert ist auch die thüringische Landeshauptstadt. Das lange unter Mainzer Einfluss stehende Erfurt besitzt einen der schönsten und besterhaltenen mittelalterlichen Stadtkerne Deutschlands. Wahrzeichen der Stadt ist das Doppelensemble aus Dom und Severinkirche auf dem Domplatz. Zum historischen Stadtbild gehören zahlreiche Kirchen und Klöster. Heute ist die Stadt Sitz der Landesregierung und zahlreicher Landesinstitutionen.

Wartburg in Thüringen – Panoramaansicht der Ostseite (Bild: Misburg3014, Wikimedia, CC)

Wartburg in Thüringen – Panoramaansicht der Ostseite (Bild: Misburg3014, Wikimedia, CC)

Ein Wander- und Naturparadies

Thüringen gilt als Wanderparadies. Mehr als ein Drittel der Fläche ist mit Wald bedeckt. Grosse Teile des Landes sind Mittelgebirge. Thüringer Wald und Thüringer Schiefergebirge, Teile der Rhön und des Harzes, Eichsfeld und Kyffhäuser sind bekannte Gebirgszüge oder Hügelregionen. Mehr als 1000 Meter erreicht dabei kaum ein Thüringer Berg. Einer der schönsten und traditionsreichsten Wanderwege ist der Rennsteig, der als Kammlinie auf 170 Kilometern über die Höhenzüge des Thüringer Waldes führt. Ein bekannter Wintersportort der Region ist Oberhof.

Während der Thüringer Wald durch Nadelwälder geprägt wird, ist im Nationalpark Hainich im Nordwesten des Landes die Buche von Bedeutung. Hier soll wieder ein mitteleuropäischer Urwald entstehen, der typischerweise durch ausgedehnte Buchenbestände mit entsprechender Flora und Fauna charakterisiert ist. Seit 2011 ist der Nationalpark Hainich UNESCO-Weltnaturerbe.





Im Nationalpark Hainich, Thüringen (Bild: Fritz Geller-Grimm, Wikimedia, CC)

Im Nationalpark Hainich, Thüringen (Bild: Fritz Geller-Grimm, Wikimedia, CC)

Freunde des Wassers finden dagegen ideale Möglichkeiten zum Wasserwandern am Lauf der Saale. Ob mit dem Kanu, per Schlauchboot oder auf dem Floss, das ist hier kein Problem. Hier ist der Fluss noch vielfach unberührt, in einigen Abschnitten wird er über Talsperren aufgestaut.

Kulinarische Genüsse – Wein und Klösse

Thüringen hat auch einen kleinen Anteil am Weinanbaugebiet Saale-Unstrut, Deutschlands nördlichster Weinregion. Thüringer Wein lässt sich gut zu den regionalen Spezialitäten des Landes geniessen. Das Land ist zudem bekannt für seine Rostbratwürste und die Thüringer Klösse. Die Thüringer Küche ist bodenständig und deftig. Daneben hat sich im Land aber auch Spitzengastronomie angesiedelt.

Kultur und Natur, Aktiv-Ferien und Genuss – auf einer Reise durch Thüringen lässt sich alles hervorragend miteinander verbinden.



 

Oberstes Bild: Ilmenau nach dem Regen (© Thomas Breyer  / pixelio.de)

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Über Stephan Gerhard

ist seit Jahren als freier Autor und Texter tätig und beschäftigt sich bevorzugt mit Themen rund um Finanzen, Geldanlagen und Versicherungen sowie Wirtschaft. Als langjähriger Mitarbeiter bei einem Bankenverband und einem grossen Logistikkonzern verfügt er über umfassende Erfahrungen in diesen Gebieten.

Darüber hinaus deckt er eine Vielzahl an Themen im Bereich Reisen, Tourismus und Freizeitgestaltung ab. Er bietet seinen Kunden kompetente und schnelle Unterstützung bei der Erstellung von Texten und Präsentationen.


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