Samnaun in der östlichsten Schweiz – Bergferien der besonderen Art

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Samnaun in der östlichsten Schweiz – Bergferien der besonderen Art
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Die Ortschaft Samnaun im Kanton Graubünden ist ein Schweizer Zollausschlussgebiet und verdankt diesen Sonderstatus in erster Linie der geografischen Lage. Über eine recht lange Zeit war der Ort nur über eine Strasse von Österreich aus zu erreichen. Schweizer Bauingenieurskunst ist es aber später zu verdanken gewesen, dass der Ort auch von Schweizer Seite aus per Strasse erreichbar wurde.

Die bekannteste von diesen ist die Samnaunerstrasse, welche von Vinadi (Gemeinde Valsot im Unterengadin) bis nach Samnaun über ausschliesslich Schweizer Territorium führt. Unser Mitsubishi Pajero war für diese etwas verwegene Piste genau das richtige Gefährt. Der kraftvolle Motor liess uns die vielen Höhenmeter völlig problemlos überwinden. Immerhin geht es hier von 1.086 m ü. M. beim Ort Vinadi auf exakt 1.516 m ü. M. bei der Strassenverbindung Spissermühle in Samnaun. Was das früher für eine Schufterei mit Fuhrwerken oder frühen Fahrzeugen gewesen sein musste, dass konnten wir nur noch erahnen.



Samnauner Strasse: Gekrümmter Tunnel zur Unterquerung der Val Pischöt (Bild: Michael Garrood, Wikimedia, CC)

Samnauner Strasse: Gekrümmter Tunnel zur Unterquerung der Val Pischöt (Bild: Michael Garrood, Wikimedia, CC)

Der Weiler Acla da Fans oder Hof da Fans war unser erster Etappenstopp nach Samnaun Dorf. Hier waren wir bereits im Zollausschlussgebiet, wie wir unschwer an den Treibstoff-Preisen an der Tankstelle entdecken konnten. Auch Acla da Fans war früher nur über österreichischen Grund zu erreichen. Hier gab es auch erste Händler mit verbilligten (weil zollfreien) Waren.

Das Angebot an Alkoholika und Markenspirituosen war auffällig umfassend. Auch Zigaretten gibt es hier erheblich preiswerter als daheim. Wir gönnten uns jeder einen leckeren Schümli-Kaffee und ein Stückchen Obsttorte an einem Strassencafé in diesem geschäftigen Weiler. Dieser gehört nun zur Gemeinde Valsot und nicht mehr zur Gemeinde Tschlin, wie uns die freundliche Bedienung auf Anfragen verriet. Von hier aus brechen die Bergwanderer zum Val Sampuoir, zum Piz Motnair und zum Fuorcla Salèt nach Tschlin auf, erfuhren wir und beschlossen daher, uns diesen Punkt als Startbasis für künftige Bergwandertouren im Navi des Pajeros vorzumerken. Nicht nur der Schümli-Kaffe war wirklich sehr hervorragend hier, auch die grosszügigen Flächen zum Parkieren des Autos waren unserem späteren Vorhaben sehr zuträglich.





Einkaufen im Samnaun (Bild: Marianne J.  / pixelio.de)

Einkaufen im Samnaun (Bild: Marianne J. / pixelio.de)

Von hier war es nicht mehr wirklich weit bis zum Ort Samnaun, der einen sehr malerischen Eindruck vermittelt. Das Bergdorf in den Graubündener Alpen hat es in sich. Hier schlugen wir unser Übernachtungslager für die nächsten Tage und Nächte auf. Das Wellness-Hotel Chasa Montana in der Dorfstrasse war dann unser Domizil für diesen Kurzurlaub. Empfohlen wurde uns das Wellness-Hotel Chasa Montana von einer Arbeitskollegin meiner Frau.

Die perfekt ausstaffierten Zimmer versprachen gemütliche Nächte. Gebucht war ein Komfortzimmer der Kategorie Double room Alpenrose, aber weil keines davon mehr frei war, upgradete uns der freundliche Front Desk Manager zu einem Double room Zeblas. Das Zimmer war viel grösser als erwartet und das Upgrade wurde von uns sehr gerne akzeptiert. Im “La Miranda” Feinschmecker-Restaurant des Hotels verwöhnten wir uns bei einer guten Abendmahlzeit mit Rotwein. So klang unser erster Abend in Samnaun aus. Wir waren etwas von der Reise strapaziert und wollten uns ja vom Stress der Arbeit daheim erholen.

Samnaun im Kanton Graubünden (Bild: Fiesch, Wikimdia, CC)

Samnaun im Kanton Graubünden (Bild: Fiesch, Wikimdia, CC)

Am Morgen nach dem Frühstück nahmen wir unsere Samnaun-Gästekarten an der Rezeption entgegen. Mit diesen, so versprach die Broschüre, war die Benutzung aller fünf Seilbahnen auf die Gipfel der Umgebung gratis. Eine tolle Sache, die Samnaun-Gästekarte – und wir machten auch sehr reichlich Gebrauch davon.

Die wesentlichen Bergbahnen Samnauns sind nämlich auch im Sommer geöffnet und erschliessen den Bergfreunden die Regionen der Wandergebiete von Samnaun und Ischgl. Meist ging es aber für uns zunächst mit der fantastischen Doppelstock-Seilbahn von der Talstation in Samnaun Ravaisch (auf 1778 m Höhe) bis auf den Alp Trida Sattel mit seiner Bergstation in 2500 m Höhe. Diese Grosskabinenbahn war zum Zeitpunkt ihrer Fertigstellung übrigens der weltweite Superlativ der Bergbahnenszene. In den Kabinen finden in Spitzenzeiten bis zu 180 Personen Platz. Unsere Transfers in diese atemberaubende Bergkulisse dort oben waren aber nicht in einer solchen Enge zu absolvieren: Wir hatten sehr viel Platz und sahen sogar Mountainbiker mit ihren Sportgeräten zusteigen.





Bergbahn von Samnaun (Bild: Cable 1, Wikimedia)

Bergbahn von Samnaun (Bild: Cable 1, Wikimedia)




Die Tier- und Pflanzenwelt dieser Hochregion ist wahrhaft einzigartig. Wir hatten sogar Glück und konnten uns einer vom Touristenverband Samnaun organisierten Führung zu Wildtierbeobachtungen mit einheimischen Jägern anschliessen. Das war sehr schön, und endlich erlebten wir die Wildtiere einmal mit eigenen Augen.

Hier gab es richtige Greifvögel, Gämsen, Füchse, Murmeltiere und auch Rotwild zu beobachten. Uese, unser kundiger Jäger, war ein sehr erfahrener Lehrmeister in der Kleingruppe, welcher wir zugeteilt wurden, und meiner Frau gelangen später noch ein paar spektakuläre Fotis mit dem neuen Zoomobjektiv ihrer Digicam.

Hütte bei Las Eras, etwa in der Mitte des Tales Val Sampuoir (Bild: Anna Putrino und Stanislav Chachkov, Wikimedia, CC)

Hütte bei Las Eras, etwa in der Mitte des Tales Val Sampuoir (Bild: Anna Putrino und Stanislav Chachkov, Wikimedia, CC)

Unsere Urlaubstage in Samnaun vergingen viel zu schnell. Nur wenig wirklich freie Zeit zwischen all den Wellness-Anwendungen im Hotel, den Bergtouren mit der Seilbahn und den Wandertouren ab dem Weiler Acla da Fans. Einen kleinen Ausflug mit dem Auto nach Tirol veranstalteten wir auch noch am vorletzten Tag. Mit vielen neuen Erlebnissen und dennoch gut erholt kehrten wir am Abreisetag wieder heim.



 

Oberstes Bild: Dorf Samnaun-Ravaisch (Bild: Cable 1, Wikimedia)

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