Schottland – sagenhafte Burgen in phantastischer Lage

02.06.2016 |  Von  |  Europa, Grossbritannien
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Schottland – sagenhafte Burgen in phantastischer Lage
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Schottland ist ein Land der Mythen und Legenden. Viele Erzählungen aus der schottischen Vergangenheit ranken sich um die Clans, die immer wieder um die Macht im Lande stritten und den Königen das Leben schwer machten. Sichtbares Zeichen ihrer Macht sind die zahlreichen Burgen, die sich bis heute über das ganze Land verteilen.

Im Folgenden präsentieren wir Ihnen einige der schönsten und bedeutendsten Burgbauten in Schottland. Manche sind heute Ruinen, andere dagegen noch vollständig erhalten. Alle sind einen Besuch wert. Die Auswahl ist dabei zwangsläufig beschränkt und subjektiv. Sie können sich bei einer Schottland-Reise Ihre eigene Burgen-Tour zusammenstellen. Ziele gibt es genug.

Edinburgh Castle – Wahrzeichen der Hauptstadt

Wir beginnen in der schottischen Hauptstadt. Edinburgh Castle ist das weithin sichtbare Wahrzeichen der Metropole. Die Festung mit ihren mächtigen Mauern thront auf dem Castle Rock, einem Basaltkegel, der zu drei Seiten hin fast senkrecht abfällt. An der vierten, nur sanft ansteigenden Seite befindet sich der Zugang zu der Bastion. Die Ursprünge der Burg reichen wohl bis ins 7. Jahrhundert zurück.


Die Festung mit ihren mächtigen Mauern thront auf dem Castle Rock. (Bild: © jan kranendonk - shutterstock.com)

Die Festung mit ihren mächtigen Mauern thront auf dem Castle Rock. (Bild: © jan kranendonk – shutterstock.com)


Die heute zu sehenden Bauten sind aber später entstanden. Im Lauf der wechselvollen schottischen Geschichte war Edinburgh Castle immer wieder umkämpft, wurde zerstört und wieder aufgebaut. So kommt es, dass hier heute Gebäudeteile aus fast allen Jahrhunderten seit 1200 zu finden sind. Der älteste Bau ist die unscheinbare St. Margaret-Kapelle. Der königliche Palast und die Grosse Halle bilden Kernbestandteile des umfangreichen Komplexes. In dem Palast residierte einst Maria Stuart, ehe sie in Gefangenschaft geriet. Heute beherbergt das Baudenkmal die schottischen Kronjuwelen – Krone, Zepter und Schwert – sowie den „Stone of Scone“, einen magischen Stein, der bei schottischen Krönungsritualen eine besondere Bedeutung besass.


Edinburgh Castle – Wahrzeichen der Hauptstadt. (Bild: © Kanuman - shutterstock.com)

Edinburgh Castle – Wahrzeichen der Hauptstadt. (Bild: © Kanuman – shutterstock.com)


Stirling Castle – schottische Königsresidenz

Fast ein wenig an Edinburgh Castle erinnert fühlt man sich bei Stirling Castle. Auch diese Burg wurde auf einem steilen Felsplateau errichtet und liegt oberhalb der Altstadt von Stirling etwa 65 Kilometer nordwestlich von Edinburgh. Sie diente wegen ihrer strategisch günstigen Lage am Fluss Forth ursprünglich ebenfalls als Verteidigungsanlage. Schottische Könige nutzten sie dann im 15. und 16. Jahrhundert gerne als Residenz. Daher wurde die Burg im Stil der Spätgotik und Renaissance repräsentativ ausgebaut und man legte Gärten innerhalb des Geländes an. Stirling Castle wirkt daher freundlicher als sein Pendant in der Hauptstadt. Auch hier gibt es neben dem Königspalast eine Grosse Halle, die für Versammlungen diente – heute einer der schönsten Renaissance-Bauten Schottlands.


Stirling Castle – schottische Königsresidenz. (Bild: © PHB.cz (Richard Semik) - shutterstock.com)

Stirling Castle – schottische Königsresidenz. (Bild: © PHB.cz (Richard Semik) – shutterstock.com)


Das Stirling Schloss oberhalb der Altstadt. (Bild: © Stephen McCluskey - shutterstock.com)

Das Stirling Schloss oberhalb der Altstadt. (Bild: © Stephen McCluskey – shutterstock.com)


Urquhart Castle – an den Ufern von Loch Ness

Von Stirling machen wir einen Sprung in den Norden Schottlands. Urquhart Castle ist eine Ruine, die sich am Westufer des berühmten Loch Ness etwa 30 Kilometer südlich von Inverness befindet. In ihrer Blütezeit war sie eine der grössten Burganlagen Schottlands und diente als königlicher Stützpunkt gegen die rebellischen Clans der Region, namentlich die MacDonalds. Auch die Überreste der Anlage, die von einem Graben umgeben ist, weisen noch auf die einstige Wehrhaftigkeit hin. Am besten ist der Turm erhalten, der einen guten Eindruck von der Gestaltung der Burg vermittelt. Ansonsten finden sich nur noch Mauerreste, dafür bietet sich von hier ein wunderbarer Blick auf Loch Ness.


Urquhart Castle ist eine Ruine, die sich am Westufer des berühmten Loch Ness befindet. (Bild: © JeniFoto - shutterstock.com)

Urquhart Castle ist eine Ruine, die sich am Westufer des berühmten Loch Ness befindet. (Bild: © JeniFoto – shutterstock.com)


Urquhart Castle – an den Ufern von Loch Ness. (Bild: © Alinute Silzeviciute - shutterstock.com)

Urquhart Castle – an den Ufern von Loch Ness. (Bild: © Alinute Silzeviciute – shutterstock.com)


Dunrobin Castle – das Schloss der Highlands

Noch weiter nördlich – 80 Kilometer von Inverness entfernt – erhebt sich Dunrobin Castle in unmittelbarer Küstennähe. Es ist der Stammsitz des Sutherland-Clans, die Familie ist heute noch Eigentümer der Anlage. Die Burg geht im Kern auf einen Wohnturm aus dem 13. Jahrhundert zurück. Der ganze Burgkomplex wurde aber im 19. Jahrhundert grundlegend umgestaltet und erinnert seitdem mit seinen zahlreichen Türmen und Erkern eher an ein französisches Schloss. Es ist mit seinen fast zweihundert Räumen der grösste Bau seiner Art in den Highlands. Ein besonderes Highlight stellen die Gartenanlagen dar. Sie wurden ganz im Stil des Barock angelegt, als Vorbild dienten die Parkanlagen von Versailles.


Dunrobin Castle – das Schloss der Highlands. (Bild: © stasia naumova - shutterstock.com)

Dunrobin Castle – das Schloss der Highlands. (Bild: © stasia naumova – shutterstock.com)


Eilean Donan Castle – beliebte Filmkulisse

Eilean Donan Castle befindet sich im Westen der Highlands unweit der bekannten Isle of Skye. Die Burg bedient so etwas wie Klischee-Vorstellungen von Schottland und den Highlands. Sie wurde in herausragender strategischer Position an der Schnittstelle der fjordartigen Lochs Duich, Alsh und Long auf einer kleinen Landzunge errichtet. Bei Flut wird sie zur Insel, die nur über die steinerne Zugangsbrücke erreicht werden kann. Mehrfach diente die Burg wegen ihrer malerischen Lage und des wuchtigen Erscheinungsbilds als Filmkulisse. Die Ursprünge von Eilean Donan Castle gehen auf das 13. Jahrhundert zurück. Im Lauf der schottischen Geschichte war die Burg zwischen den Highland-Clans heiss umstritten und wurde schliesslich zerstört. Der Wiederaufbau erfolgte in den 1920er Jahren durch einen Nachfahren des MacRae-Clans, der einst zu den Eigentümern gehörte.


Eilean Donan Castle – beliebte Filmkulisse. (Bild: © Stefano Termanini - shutterstock.com)

Eilean Donan Castle – beliebte Filmkulisse. (Bild: © Stefano Termanini – shutterstock.com)


Castle Stalker – Wohnturm auf einer Insel

Auch Castle Stalker – etwa 150 Kilometer weiter südlich – erhebt sich auf einer Gezeiteninsel. Bei Ebbe ist die Insel zu Fuss erreichbar, bei Flut muss ein Boot benutzt werden. Die Burg wurde an einer Bucht des Loch Linnhe erbaut, einem der zahlreichen Fjorde an der Westküste der Highlands. Nicht weit entfernt beginnt die Isle of Mull, eine gerne besuchte Insel der inneren Hebriden. Castle Stalker ist mit seinen vier Stockwerken ein typisches Beispiel eines adligen Wohnturms in Schottland.


Castle Stalker (Bild: © Jan Holm - shutterstock.com)

Castle Stalker (Bild: © Jan Holm – shutterstock.com)


In dieser Form ist die Burg im 16. Jahrhundert auf älteren Vorläufern entstanden. Ihr heutiges Erscheinungsbild verdankt sie der Restaurierung im 20. Jahrhundert, die sich sehr um Authentizität bemüht hat. Castle Stalker sieht daher heute wieder so aus, wie es einst errichtet wurde. Die Insellage mit den umgebenden Fjordgewässern und den Bergen im Hinterland machen Castle Stalker zu einem besonders beliebten Fotomotiv.



Die vielfältigen Facetten Schottlands entdecken

Die Liste der sehenswerten Burgen in Schottland liesse sich mühelos fortsetzen. Die zahlreichen Castles sind – ob vollständig erhalten, restauriert oder heute Ruinen – Zeugnisse der eindrucksvollen und wechselvollen Geschichte des Landes. Ein Besuch führt in der Regel an landschaftlich besonders reizvolle Orte. Das ist nicht überraschend, denn die Burgen wurden üblicherweise an strategisch besonders günstigen Plätzen errichtet, die sich durch eine herausgehobene Position auszeichneten. So ist eine Burgentour durch Schottland auch eine sehr gute Möglichkeit, die ebenso faszinierenden wie vielfältigen landschaftlichen Facetten dieses Teils Grossbritanniens kennenzulernen.

 

Artikelbild: Eilean Donan Castle © seezcape – shutterstock.com

Über Stephan Gerhard

ist seit Jahren als freier Autor und Texter tätig und beschäftigt sich bevorzugt mit Themen rund um Finanzen, Geldanlagen und Versicherungen sowie Wirtschaft. Als langjähriger Mitarbeiter bei einem Bankenverband und einem großen Logistikkonzern verfügt er über umfassende Erfahrungen in diesen Gebieten.

Darüber hinaus deckt er eine Vielzahl an Themen im Bereich Reisen, Tourismus und Freizeitgestaltung ab. Er bietet seinen Kunden kompetente und schnelle Unterstützung bei der Erstellung von Texten und Präsentationen.


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