Genussreise durch Japans Regionen: Süssigkeiten, Teehäuser und Inselaromen

Sushi am Tresen, dampfende Ramen, Kaiseki in perfekter Abfolge – so kennt man Japan. Nebst den Klassikern hat das Land jedoch eine Vielzahl kulinarischer Überraschungen mit lokalem Flair zu bieten: handgefertigte Desserts, kleine Teehäuser, regionale Spezialitäten und Rituale, die den Alltag prägen.

Gerade im Frühsommer, wenn frisches Grün, Regenzeit und warme Tage Einzug halten, entfaltet sich Japans regionale Genusskultur besonders eindrücklich. Kleine Süssigkeiten, feine Teerituale und überraschende Landschaften laden dazu ein, bekannte Pfade zu verlassen und neue Geschmackswelten zu entdecken.

Kanazawa: Kleine Form, grosse Wirkung

Zart gefärbt, präzise geformt, kaum grösser als ein Bissen – Wagashi sind traditionelle japanische Süssigkeiten, die sich an Jahreszeit, Wetter und Tagesstimmung orientieren. Serviert werden sie unter anderem in Kanazawa an der Küste des Japanischen Meers. Von Tokyo ist die Stadt in rund zweieinhalb Stunden mit dem Hokuriku Shinkansen erreichbar.

Im historischen Higashi Chaya District öffnen sich hinter schlichten Holzfassaden ehemalige Teehäuser, enge Gassen und kleine Läden. Besonders eindrücklich ist das frühere Geisha-Teehaus Shima mit seinen Tatami-Räumen, der kleinen Bühne und feinen Holzarbeiten.

Auch bei Morihachi, einem der ältesten Wagashi-Häuser Japans, liegt die Jahreszeit auf dem Teller. Seit 1625 entstehen hier Süssigkeiten, die Blätter, Blüten oder Wasserformationen in filigrane Formen übersetzen. Wer tiefer eintauchen möchte, besucht den Garten Gyokusen-en nahe Kenrokuen. Im Teehaus Saisetsu-tei wird Matcha mit frischen Wagashi serviert, auf Voranmeldung auch im Rahmen einer Teezeremonie.

Matsue: Die Teestadt mit Tradition

Matsue in der Präfektur Shimane gilt neben Kyoto und Kanazawa als eine der grossen Wagashi-Städte Japans, ist jedoch deutlich weniger bekannt. Die Stadt liegt an der Küste des Japanischen Meers und ist über Okayama mit dem Limited Express Yakumo in rund zweieinhalb Stunden erreichbar.

Geprägt wurde Matsue vom Fürsten Matsudaira Harusato, bekannt unter seinem Teemeisternamen Fumai. Er machte Tee und Wagashi zu einem zentralen Bestandteil der lokalen Kultur. Ein guter Einstieg ist das Meimei-an Tea House, das bereits 1779 erbaut wurde. Mit Blick in den üppigen Garten werden hier Matcha und Wagashi serviert. Auch das Matsue History Museum zeigt im Teeraum Kiharu, wie eng Handwerk, Geschichte und Genuss miteinander verbunden sind.


Foto: Visit Matsue

Yakushima: Erfrischung nach der Wanderung

Yakushima liegt rund 60 Kilometer südlich von Kagoshima vor der Südspitze Kyushus. Die Insel ist bekannt für uralte Zedernwälder, Wasserfälle und dichte, fast subtropische Landschaften. Besonders eindrücklich ist die Shiratani-Unsuikyo-Schlucht.

Kulinarisch prägen lokale Früchte das Angebot, insbesondere Ponkan und Tankan, zwei aromatische Zitrusfrüchte. In Cafés und kleinen Shops rund um Miyanoura und Anbo werden daraus Säfte, Konfitüren, Cakes, Cookies oder Gelato hergestellt – ideal nach einer Wanderung durch die feuchten Wälder.


Foto: Visit Kyushu

Tottori: Dünen und Birnen

Tottori an der Küste des Japanischen Meers überrascht mit der grössten Dünenlandschaft Japans. Von Osaka erreicht man die Region mit dem Limited Express Super Hakuto in rund zweieinhalb bis drei Stunden.

Die Region ist bekannt für die besonders saftige Birne Nijisseiki-Nashi. Ob als Gelato, Gelee oder Kuchen – die Frucht ist allgegenwärtig. Im Tottori Nijisseiki Pear Museum in Kurayoshi erfahren Besucher mehr über die verschiedenen Sorten. Weitere Spezialitäten sind Sakyu rakkyo, knackige Schalotten aus der Region, sowie traditionelle Reiskuchen wie Tochimochi. An der Uradome Coast zeigt sich mit zerklüfteten Felsen und klarem Wasser eine weitere Facette der Region.


Foto: The KANSAI Guide

 

Quelle: Panta Rhei PR/Japan National Tourism Organization (JNTO)
Bildquellen: Bild 1:  Visit Kanazawa; sonstige Bilder: siehe Bildlegenden

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