Katastrophe in Nepal: Sturzflut fordert 160 Tote – Hunderte vermisst
von belmedia Redaktion Allgemein Bevölkerungsschutz flughafen.ch Lawinen Magazine nachrichtenticker.ch Natur Natur & Naturereignisse Natur & Umwelt News Orte reiseziele.ch Sicherheit Themen Unwetter Wetter wetter24.ch Wettereinsätze Ⳇ Sonstige Kategorien Ⳇ Verbreitung
Eine gewaltige Sturzflut hat im Norden Nepals ganze Ortschaften verwüstet. Mindestens 160 Menschen kamen nach bisherigen Angaben in der betroffenen Grenzregion ums Leben, Hunderte werden weiterhin vermisst. Besonders dramatisch ist die Lage für Reisende: Allein 590 nepalesische und ausländische Touristinnen und Touristen gelten derzeit als nicht erreichbar.
Die Katastrophe ereignete sich am Mittwoch, 26. August 2026, im Himalaya nahe der Grenze zwischen Nepal und dem chinesischen Tibet. Eine gewaltige Flutwelle raste durch das Tal des Bhotekoshi und weiter in Richtung Trishuli. Wasser, Schlamm, Felsen und Geröll rissen Häuser, Fahrzeuge, Strassen und Brücken mit.
Am Donnerstagmorgen liefen die Such- und Rettungsarbeiten weiter. Besonders stark betroffen sind die Distrikte Rasuwa und Nuwakot. Die teilweise zerstörte Infrastruktur und unterbrochene Kommunikationsverbindungen erschweren die Suche erheblich.
826 Menschen gelten als vermisst
Nach Angaben der nepalesischen Katastrophenschutzbehörde wurden am Donnerstag insgesamt 826 Menschen als vermisst beziehungsweise nicht erreichbar gemeldet. Darunter befinden sich Angehörige der Armee, der Polizei und der Armed Police Force sowie Bewohner der betroffenen Gebiete.
Besonders gross ist die Zahl unter Reisenden. Das Nepal Tourism Board meldete 590 Touristinnen und Touristen ohne Kontakt, davon 476 ausländische Staatsangehörige. Unter ihnen befinden sich unter anderem Reisende aus Indien, den USA, der Ukraine, Australien, Grossbritannien, Kanada und Deutschland.
Nepal ist gerade bei Trekkingreisenden besonders beliebt. Routen durch den Himalaya führen teilweise durch abgelegene Gebiete, in denen Naturgefahren erhebliche Auswirkungen haben können. Wie anspruchsvoll solche Reisen sein können, zeigt auch der Great Himalaya Trail durch die abgelegenen Bergregionen Nepals.
Was hat die Sturzflut ausgelöst?
Die genaue Ursache der Katastrophe wird weiterhin untersucht. Erste Satellitenanalysen und Untersuchungen nepalesischer Fachstellen deuten darauf hin, dass eine grosse Masse aus Eis und Geröll oberhalb des Flusses abrutschte. Dadurch könnte der Fluss vorübergehend aufgestaut worden sein, bevor die natürliche Barriere brach und enorme Wassermassen talwärts schossen.
Zunächst war auch über ein mögliches Erdbeben als Auslöser spekuliert worden. Fachleute weisen jedoch darauf hin, dass registrierte seismische Signale auch durch den Zusammenbruch grosser Eis- und Felsmassen selbst verursacht worden sein können. Eine abschliessende Beurteilung steht noch aus.
Strassen und Brücken zerstört
Die Flut hat die Verkehrsverbindungen in der Region massiv beschädigt. Dutzende Kilometer Strasse in Richtung der chinesischen Grenze wurden zerstört oder sind nicht mehr passierbar. Mehrere Brücken wurden von den Wassermassen weggerissen. Auch Wasserkraftanlagen und weitere wichtige Infrastruktur sind betroffen.
Armee, Polizei und Rettungsdienste suchen weiterhin nach Überlebenden. Helikopter werden eingesetzt, um schwer erreichbare Gebiete zu erreichen und Verletzte sowie eingeschlossene Menschen auszufliegen.
Das tatsächliche Ausmass der Katastrophe dürfte erst in den kommenden Tagen feststehen. Da weiterhin Hunderte Menschen vermisst werden, ist nicht ausgeschlossen, dass die Zahl der Todesopfer noch deutlich steigt.
Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: Titelbild: KI-Bild