Sicherheit bei Schweizer Sportveranstaltungen – Lage verbessert sich, Risiken bleiben
von belmedia Redaktion Allgemein Basketball Bevölkerungsschutz Curling Eishockey Events Familie familie.ch Fussball Handball Magazine nachrichtenticker.ch News Orte pferdesport.ch Regionen Reisen & Ausflüge reiseziele.ch Schweiz Schweiz Schwingen Sicherheit sicherheit.ch soccer.ch Sport Sport & Spiel sportaktuell.ch sportnachrichten.ch swisshockey.ch Tennis tennis.ch Themen Volleyball Wassersport Wintersport Ⳇ Verbreitung
Die Sicherheitslage rund um Schweizer Fussballspiele hat sich zuletzt messbar verbessert. In der Saison 2025/26 wurden von 414 ausgewerteten Spielen der Super League und Challenge League 316 als "grün" eingestuft, während die Zahl der Begegnungen mit besonders schweren gewalttätigen Ereignissen deutlich zurückging. Gleichzeitig bleiben Pyrotechnik, Sachbeschädigungen und einzelne Gewalttaten zentrale Herausforderungen für Klubs, Behörden und Fans.
Die Zahlen stammen aus dem Gesamtschweizerischen Lagebild Sport von fedpol. Wichtig ist dabei die Einordnung: Bewertet wird nicht nur das Geschehen innerhalb eines Stadions. Erfasst werden auch Anreise, unmittelbares Stadionumfeld, Zeit vor und nach der Partie sowie die Rückreise. Eine rote Einstufung bedeutet deshalb nicht automatisch, dass schwere Gewalt auf einer Tribüne stattgefunden hat. Gerade im Schweizer Profifussball liegen viele Problemfälle ausserhalb der eigentlichen Arenen.
Für Zuschauer beginnt Sicherheit bereits beim Einlass. Ticket- und je nach Partie Personenkontrollen, getrennte Zugänge für Fangruppen, klar geregelte Gästesektoren sowie Verbote gefährlicher Gegenstände gehören zum Standard. Welche Regeln im Detail gelten, unterscheidet sich zwischen Stadien und Wettbewerben. Ein Überblick über Tickets, Einlasskontrollen und richtiges Verhalten beim Stadionbesuch zeigt deshalb auch, weshalb die jeweilige Stadionordnung vor der Anreise geprüft werden sollte.
Mehr als drei Viertel der Profispiele ohne schwere Probleme
Besonders aufschlussreich sind die jüngsten Zahlen der Swiss Football League.
Von den 414 ausgewerteten Spielen der Super League und Challenge League in der Saison 2025/26 wurden 316 grün, 65 gelb und 33 rot eingestuft.
Gegenüber der Vorsaison sank die Zahl der roten Partien von 43 auf 33. Zwei Jahre zuvor waren es sogar noch 64 gewesen.
Die Kategorie Grün bezeichnet dabei Partien ohne relevante gewalttätige Ereignisse. Rot steht für Ereignisse mit besonderer Schwere.
Der langfristige Trend zeigt damit klar nach unten.
Das bedeutet allerdings nicht, dass sämtliche Sicherheitsprobleme verschwunden sind.
Pyrotechnik bleibt eines der sichtbarsten Probleme
Besonders viel Aufmerksamkeit erhält weiterhin der Einsatz von Pyrotechnik.
Feuerwerk, Böller und andere pyrotechnische Gegenstände sind in den Stadien verboten. Neben der Brandgefahr können vor allem Knallkörper erhebliche Verletzungen verursachen.
Wie real dieses Risiko ist, zeigte ein Vorfall im Zürcher Letzigrund im Mai 2026. Ein pyrotechnischer Gegenstand detonierte während einer Fussballpartie, fünf Personen erlitten dabei Verletzungen am Gehör.
Klubs setzen deshalb auf Zugangskontrollen, Videoüberwachung, private Sicherheitsdienste und die Zusammenarbeit mit der Polizei.
Gleichzeitig bleibt die Kontrolle schwierig. In dicht gefüllten Fankurven können kleinere Gegenstände trotz Kontrollen ins Stadion gelangen.
Ein Stadion ist nur ein Teil der Sicherheitskette
Die öffentliche Diskussion konzentriert sich häufig auf die Tribüne. Die Sicherheitsarbeit beginnt jedoch wesentlich früher.
Bei Risikospielen werden Anreisewege von Heim- und Gästefans teilweise getrennt. Hinzu kommen spezielle Fanzüge, Polizeikonzepte, Fanbegleitungen sowie definierte Zugänge zu Gästesektoren.
Nach dem Spiel können Gästeblöcke kurzfristig geschlossen bleiben, bis sich grössere Menschenströme ausserhalb des Stadions aufgelöst haben.
Das fedpol-Reporting berücksichtigt genau diese verschiedenen Phasen.
Dadurch lässt sich auch erkennen, dass Sachbeschädigungen oder Auseinandersetzungen nicht zwingend im Stadion stattfinden müssen.
Für die Saison 2025/26 meldete fedpol bei 32,4 Prozent der erfassten Fussballspiele mindestens eine registrierte Sachbeschädigung. Diese Kennzahl umfasst wiederum den gesamten Veranstaltungsablauf und darf deshalb nicht mit Schäden direkt im Stadion gleichgesetzt werden.
Eishockey mit weniger Sachbeschädigungen
Auch die beiden höchsten Schweizer Eishockeyligen werden systematisch ausgewertet.
Zwischen Juni 2025 und Mai 2026 erfasste fedpol insgesamt 838 Eishockeyspiele.
21 National-League-Partien wurden wegen besonders schwerer gewalttätiger Ereignisse rot eingestuft.
Sachbeschädigungen wurden bei elf Prozent aller ausgewerteten Eishockeyspiele registriert.
Swiss Ice Hockey schreibt für seine Stadien detaillierte Sicherheitsregeln vor. Dazu gehören Zutrittskontrollen sowie Verbote von Waffen, gefährlichen Gegenständen, Glasbehältern, Lasern und Feuerwerk.
Clubs müssen zudem Sicherheitsverantwortliche und klare Pflichtenhefte für ihre Sicherheitsdienste definieren.
Prävention statt ausschliesslich Repression
Ein wesentlicher Teil der Schweizer Strategie besteht inzwischen aus Prävention und Zusammenarbeit.
Fussballklubs setzen auf lokale Stadionallianzen, Fanarbeit und den Dialog mit Behörden, Transportunternehmen und organisierten Fangruppen.
Im Eishockey verfolgt die Fanarbeit ebenfalls ausdrücklich das Ziel, Zwischenfälle zu verhindern und gleichzeitig eine positive Fankultur zu ermöglichen.
Sicherheit bedeutet deshalb nicht, Stimmung aus den Stadien zu verbannen.
Stehplätze, Fahnen, Choreografien und laute Fankurven bleiben Teil des Schweizer Sports. Entscheidend ist die Grenze dort, wo andere Personen gefährdet werden.
Die jüngsten Daten zeigen, dass die grosse Mehrheit der Spiele ohne schwere Zwischenfälle durchgeführt wird. Gleichzeitig reichen einzelne Böllerwürfe, Gewalttaten oder Sachbeschädigungen aus, um Menschen zu verletzen und umfangreiche Sicherheitsmassnahmen auszulösen.
- Die Stadionordnung des jeweiligen Klubs vor der Anreise prüfen, da Taschen- und Einlassregeln unterschiedlich sein können.
- Pyrotechnik, Waffen, Glasbehälter und andere gefährliche Gegenstände sind in den Stadien verboten.
- Fluchtwege, Treppen und Durchgänge müssen jederzeit frei bleiben.
- Bei gefährlichen Situationen Abstand halten und den Sicherheitsdienst oder die Polizei informieren, statt selbst einzugreifen.
| Bereich | Spiele | Grün | Gelb | Rot | Sachbeschädigung |
|---|---|---|---|---|---|
| Super League / Challenge League | 414 | 316 | 65 | 33 | – |
| Fussball gesamt | 512 | – | – | – | 32,4 % |
| Eishockey gesamt | 838 | – | – | 21 National-League-Spiele | 11 % |
Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: Symbolbild – Titelbild – KI-generiert