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Auf dem Rhein Radweg von der Schweiz bis nach Mainz

28.03.2014 |  Von  |  Alle Länder, Europa, Schweiz
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Auf dem Rhein Radweg von der Schweiz bis nach Mainz
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Einer der schönsten und spektakulärsten Fernradwege ist der Rhein Radweg, der seinen Beginn im Herzen der Schweiz in Andermatt hat und über mehr als 1200 Kilometer bis an die Nordsee in den Niederlanden führt. Aufgrund seiner Länge ist es aber nur den wenigsten Radlern vergönnt, den kompletten Streckenverlauf während einer Tour zu erradeln.

Zu empfehlen ist es aber allemal, den Rhein Radweg unter die Pedale zu nehmen, denn neben beeindruckenden Landschaften erwarten den Reisenden eine Fülle von bemerkenswerten Sehenswürdigkeiten. Nicht wenige davon fanden sogar Aufnahme in die Welterbeliste der UNESCO.

Von Andermatt bis an den Bodensee

Dieser erste Streckenabschnitt verläuft ausschliesslich in der Schweiz und hat eine Länge von mehr als 240 Kilometern. Da vor allem die erste Hälfte des Tourenverlaufs von Andermatt bis Chur kraftraubende Steigungen und rasante Abfahrten enthält, sind eine gute Kondition und fahrerisches Können auf dem Drahtesel fast unabdingbar. Familien mit Kindern sollten hiervon eher Abstand nehmen.

Andermatt von der Oberalppassstrasse (Bild: Lutz Fischer-Lamprecht, Wikimedia, CC)

Andermatt von der Oberalppassstrasse (Bild: Lutz Fischer-Lamprecht, Wikimedia, CC)

Seinen Anfang nimmt der Rhein Radweg in Andermatt auf einer Höhe von etwa 1400 Metern. Bis nach Chur warten einige knackige Anstiege und direkt nach dem Beginn der Tour ist der Oberalppass eine ordentliche Hürde und es darf auf 2000 Meter hinaufgeklettert werden. Einmal überquert, geht es rasant abwärts bis nach Disentis, ehe im weiteren Verlauf vor allem zwischen Ilanz und Tamins noch einmal kernige Anstiege warten. Wenn Chur erst mal erreicht ist, sollte man sich ein wenig Zeit nehmen, denn die Altstadt ist voller Sehenswürdigkeiten.

Auch die Fahrt mit der Bergbahn hinauf auf den Brambrüesch lohnt sich, denn der Blick auf die Bergwelt und das Rheintal ist einfach umwerfend. Die weiteren 150 Kilometer bis nach Konstanz sind deutlich leichter zu bewältigen und in flotter Fahrt geht es über Bad Ragaz zum Bodensee. In gemächlicher Fahrt geht es am Schweizer Ufers des Sees entlang bis nach Konstanz.

Burgruine Freudenberg in Bad Ragaz (Bild: Roland Zumbuehl, Wikimedia, CC)

Burgruine Freudenberg in Bad Ragaz (Bild: Roland Zumbuehl, Wikimedia, CC)

Von Konstanz nach Freiburg

Dieses Teilstück des Rhein Radwegs führt entlang des Hochrheins und kann sowohl auf schweizerischem als auch deutschem Boden bewältigt werden. Reizvoll ist dieser Abschnitt allemal und ich selbst hatte hier auch schon das Vergnügen. Für geübte Radfahrer stellen die Steigungen, die es am Hochrhein zu bewältigen gilt, nicht mehr wirklich dar. Die Anstiege sind meist kurz, aber in einigen Fällen durchaus knackig. Dafür warten tolle Sehenswürdigkeiten darauf, entdeckt zu werden und belohnen für manche Mühsal.



Schon wenige Kilometer hinter Konstanz wartet mit dem Städtchen Stein ein wahres Kleinod, für das Sie sich ein wenig Zeit nehmen sollten, denn das mittelalterliche Stadtbild ist wunderschön. Nur wenige Kilometer stromabwärts wartet mit dem Rheinfall das nächste Highlight. Besonders eindrucksvoll ist das Naturschauspiel im Frühjahr, wenn aufgrund der Schneeschmelze in den Bergen gewaltige Wassermassen in die Tiefe donnern.





Stein am Rhein, Stadtteil am linken Rheinufer (Bild: Hansueli Krapf, Wikimedia, CC)

Stein am Rhein, Stadtteil am linken Rheinufer (Bild: Hansueli Krapf, Wikimedia, CC)




Auf dem weiteren Weg in Richtung Basel lohnen die sehenswerten Orte Eglisau und Bad Zurzach einen Stopp. In Bad Zurzach habe ich das Rad einfach mal einen Tag in die Ecke gestellt und es mir im Solebad so richtig gut gehen lassen. Schön erholt ging es am nächsten Tag über das sehenswerte Waldshut nach Rheinfelden und habe es dabei natürlich nicht versäumt, die längste überdachte Holzbrücke Europas in Bad Säckingen in Augenschein zu nehmen.



Kurz bevor Basel erreicht wird, sollte man sein Augenmerk noch auf das Römermuseum in Augst werfen. Es bietet einen hervorragenden Einblick in das Leben am Hochrhein vor rund 2000 Jahren. In Basel wendet sich der Lauf des Rheins in Richtung Norden und durch das landschaftlich reizvolle Markgräfler Land ist dann schon bald Freiburg erreicht.

Basel am Rhein (Bild: Peter Heinrich  / pixelio.de)

Basel am Rhein (Bild: Peter Heinrich / pixelio.de)

Von Freiburg nach Mainz

Rund 370 Kilometer sind es von Freiburg den Rhein entlang bis Mainz. Die Route am Oberrhein ist problemlos in sechs bis sieben Tagen zu bewältigen und da hier so gut wie keine Steigungen gibt, ist dieser Streckenabschnitt auch für Familien mit Kindern gut geeignet. Genussradeln pur, heisst es so schön und dem kann ich nur zustimmen. Wer in Freiburg eine Mehrtagestour startet, sollte rechtzeitig anreisen, damit genügend Zeit bleibt, die zahlreichen Sehenswürdigkeiten in der Altstadt zu besichtigen.

Nach nur wenigen Kilometern auf dem Fahrrad wird schon der Kaiserstuhl erreicht. Dieses isolierte Mittelgebirge ist eine der bekanntesten Weinbauregionen Deutschlands und hat trotz aller Rebflurbereinigung bedeutende Naturschutzgebiete. Besonders erstaunlich ist das hohe Vorkommen an Orchideen. Empfohlen sei an dieser Stelle ein Abstecher ins französische Neuf-Brisach, denn die Besichtung der dortigen Festungsanlagen lohnt diesen Umweg.



Danach wird dem Rhein in nördlicher Richtung gefolgt. In Kehl ist der Wechsel auf die linksrheinische Seite ein Muss, denn Strassburg mit seinem Münster, der Altstadt und dem Gerberviertel sind einzigartig. Ein Rundgang ist unbedingt lohnenswert und während einer Pause empfiehlt sich der Genuss von leckeren Elsässer Spezialitäten.

Gerberviertel in Strassburg (Bild: Andreas Trepte, Wikimedia, CC)

Gerberviertel in Strassburg (Bild: Andreas Trepte, Wikimedia, CC)

Die nächsten Höhepunkte auf dem Rhein Radweg sind das Barockschloss in Rastatt und die einstigen Festungsanlagen in Germersheim. Ein besonders Kulturgut ist der Dom zu Speyer, der im Stil der Romanik erbaut wurde und besichtigt werden sollte. Dasselbe gilt weiter flussabwärts für den Wormser Dom, der ebenfalls aus der romanischen Epoche stammt. Nachdem der Nibelungenstadt der Rücken gekehrt ist, geht es durch die vom Weinbau geprägte Landschaft Rheinhessens bis nach Mainz.

 

Oberstes Bild: Mittelrheintal – Blick auf Oberwesel (Bild: Dirk Schmidt, Wikimedia, CC)

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Über Winfried Meyer

Als gelernter Kartograf galt mein Interesse schon früh den Landkarten und fernen Ländern. Daraus entwickelte sich eine grosse Leidenschaft für das Reisen, die mich schon in viele Teile unserer Erde geführt hat. Inzwischen betreibe ich ein Redaktionsbüro für die Reise- und Tourismusbranche und biete meinen Kunden einen umfangreichen Service an. Neben hochwertigen Inhalten plane ich individuelle Rundreisen und übernehme Fotoaufträge.



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