Castelnaudary im südfranzösichen Aude: Sehr charmant und sehr französisch

24.01.2014 |  Von  |  Alle Länder, Europa
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Castelnaudary im südfranzösichen Aude: Sehr charmant und sehr französisch
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Das Departement Aude im Süden Frankreichs ist in jeder Hinsicht eine im Übermass reich gesegnete Gegend. Die Natur erfreut das Auge mit üppiger Vegetation, harmonischen Linien und satten, fast verschwenderisch aufgetragenen Farben. Wo, wenn nicht hier sollte die „joie de vivre“, die berühmte französische Lebensfreude, geboren sein? Dass die Franzosen im Süden des Landes absolute Meister in dieser Disziplin der guten Lebens sind, zeigt der Besuch in Castelnaudary, einer kleinen und gemütlichen Gemeinde im Herzen von Pays Lauragais, 41 Kilometer westlich von Carcassonne.

Castelnaudary mit seinem schönen Blick auf die mittelalterliche Stadtkulisse ist vom Canal Du Midi durchquert, der seit 1996 zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört. Da das Städtchen, in dem es früher sogar eine grosse Schiffswerft mit Trockendock gab, heute über einen grossen Hafen mit vier Schleusen verfügt, ist es neben Carcassonne einer der wichtigsten Stopps entlang der Route für all diejenigen, die sich entschieden haben, den bezaubernden Canal Du Midi per Boot zu erkunden.



Bassin des Canal du Midi in Castelnaudary (Bild: Profburp, Wikimedia, CC)

Bassin des Canal du Midi in Castelnaudary (Bild: Profburp, Wikimedia, CC)

Wer eine Weile in Castelnaudary verbringen will, muss unbedingt die wunderschöne Chapelle Notre-Dame de la Pitié, die Kapelle der Muttergottes der Barmherzigkeit, besuchen. Die kleine, ausserhalb der Stadtmauern erbaute Kapelle aus dem 16. Jahrhundert ist einzigartig in ganz Frankreich und beherbergt 10 vergoldete Holztafeln mit einem Bildzyklus, der den Ereignissen der Karwoche gewidmet ist.

Eine weitere Sehenswürdigkeit ist die Mühle Cugarel, ein echtes Relikt aus dem 17. Jahrhundert und eine der 32 Mühlen, die in der Vergangenheit in der Umgebung von Castelnaudary aktiv waren und für die die kleine Stadt in ganz Frankreich berühmt wurde. Die alte Mühle Cugarel mit ihrem für Lauragais typischen Mechanismus und den Mühlsteinen, die auch aus der Gegend stammen, war bis 1921 im Betrieb. 1962 wurde die Mühle Cugarel komplett restauriert und ist heute ein beliebtes Ausflugsziel: Romantisch und sehr naturnah bietet sie ausserdem einen atemberaubenden Blick auf die Stadt und die Ebene von Lauragais.





Mühle Cugarel bei Castelnaudary (Bild: Mcewan, Wikimedia, CC)

Mühle Cugarel bei Castelnaudary (Bild: Mcewan, Wikimedia, CC)




Wer Lust auf historisches Sightseeing hat, sollte die Stiftskirche Saint-Michel besichtigen. Der Sakralbau stammt aus dem 13. Jahrhundert und wurde anfänglich als Festung und gleichzeitig als Kirche konzipiert. Von Papst Johannes XXII wurde ihr 1318 der Titel der Stiftskirche verliehen. Die gloriose Zeit dauerte nicht lange, denn 1355 schon wurde die Stiftskirche während des Durchzugs vom Schwarzen Prinzen teilweise zerstört. In folgenden Jahrhunderten wurde der gotische Bau mehrmals weiter- und umgebaut. Der Glockenturm der Stiftskirche beherbergt 35 Glocken und ist einer der höchsten in ganz Frankreich.

Stiftskirche Saint-Michel in Castelnaudary (Bild: Sylvain Machefert, Wikimedia, CC)

Stiftskirche Saint-Michel in Castelnaudary (Bild: Sylvain Machefert, Wikimedia, CC)

Seinen Namen verdankt die Stadt dem Château, das anfänglich Novum Castelum Arii hiess – im modernen Französisch Castelnaudary. Das Schloss spielte eine wichtige Rolle sowohl für die Bewegung der Katharer, als auch in französischen innenpolitischen Auseinandersetzungen der darauf folgenden Jahrhunderte. Ab 1220 formte sich neben dem Castellum nach und nach auch ein Castrum, eine Stadt. 1554 war Château Castelnaudary der Sitz von Catherine de Medici. Das heruntergekommene und 1623 teilweise abgerissene Schloss diente bis zur Französischen Revolution als „Présidial“, also Gerichtshof und bis 1926 als Gefängnis für kleinere Verbrechen. Heute befinden sich hier die Grundschule und das Museum, das spannend und unterhaltsam über die Geschichte von Lauragais erzählt. Der Bau steht seit 1948 in der Liste der geschützten historischen Gebäude Frankreichs.



Aber auch ein Spaziergang durch die Stadt wird den Besuchern von Castelnaudary sicherlich in Erinnerung bleiben. Die malerischen, in der Stadt zerstreuten Hotels, die gemütliche Atmosphäre, die Ruhe, die der Canal du Midi mit sich bringt und natürlich die Menschen werden einen Aufenthalt in Castelnaudary unvergesslich machen. Ausserdem kann, wer im Juli oder August in Aude unterwegs ist, in das authentische Leben der französischen Provinz eintauchen: Jeden Donnerstag findet von 18:30 Uhr bis 23 Uhr in Castelnaudary der Nachtmarkt statt, auf dem handwerkliche Erzeugnisse und lokale Produkte angeboten werden.

Castelnaudary ist eine der Städte, die den Titel der Heimat von Cassoulet, dem berühmten südfranzösischen Eintopf, für sich beansprucht. Aude ist eigentlich das Land von Gänsen und Enten, aus denen die leckeren foie gras und confit de canard hergestellt werden. Doch war und bleibt das Cassoulet zweifelsohne das kulinarische Highlight der Region. Der Eintopf besteht aus weissen Bohnen, Speck, gepökeltem Schweinefleisch, Würstchen, und je nach Region werden auch Landwurst, Gänse- oder Entenfleisch, Knoblauch und Kräuter hinzugegeben.

Cassoulet von Castelnaudary (Bild: Diru, Wikimedia, CC)

Cassoulet von Castelnaudary (Bild: Diru, Wikimedia, CC)

Bohnen und Fleisch werden bei niedrigen Temperaturen anfangs auf dem Herd und dann im Ofen mehrere Stunden lang gegart. Beim Backen entsteht oben eine Kruste, die immer wieder untergerührt werden muss, da ein gutes Cassoulet der Tradition nach sieben Krusten haben muss.

Der Name Cassoulet stammt vom Wort „cassole“, welches eine Keramikform bezeichnet, die für die Zubereitung von Cassoulet verwendet wird. Diese Keramikformen werden traditionell in einem kleinen Dorf in der Nähe von Castelnaudary in Handarbeit hergestellt.

Obwohl sowohl Carcassonne als auch Toulouse für sich die Urheberschaft von Cassoulet beanspruchen, ist es Castelnaudary, wo jedes Jahr im August „La Fête du Cassoulet“, das Fest des Cassoulet, gefeiert wird.



 

Oberstes Bild: Castelnaudary und Canal Du Midi (Bild: Profburp, Wikimedia, CC)

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Über Natalia Muler

Ich schreibe, seit ich schreiben kann, und reise, seit ich den Reisepass besitze. Momentan lebe ich im sonnigen Spanien und arbeite in der Modebranche, was auch oft mit Reisen verbunden ist, worüber ich dann gerne auf den Portalen von belmedia.ch berichte. Der christliche Glaube ist das Fundament meines Lebens; harmonisches Familienleben, Kindererziehung, gute Freundschaften und Naturverbundenheit sind meine grössten Prioritäten; Reisen und fremde Kulturen erleben meine Leidenschaft; Backen und Naturkosmetik meine Hobbys und immer 5 Minuten zu spät kommen meine Schwäche.



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