Der Gratwanderweg Stoos – ein besonderes Erlebnis für Schwindelfreie

25.07.2014 |  Von  |  Alle Länder, Europa, Schweiz
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Der Gratwanderweg Stoos – ein besonderes Erlebnis für Schwindelfreie
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Sie suchen für Ihre Ferien oder als Ausflugsmöglichkeit eine besondere Herausforderung? Dann sollten Sie den Gratwanderweg Stoos in der Schweiz wählen, denn hier bietet sich dem Wanderer Spektakuläres.

Abfallende Hänge finden sich zu beiden Seiten des Weges, der durchaus steinig ist und dabei so schmal, dass maximal zwei Wanderer nebeneinandergehen können. Zudem gibt es Abschnitte, die so steil sind, dass Sie sich an Ketten absichern müssen. Doch sind Sie erst einmal oben angelangt, werden Sie für jeglichen Aufwand entlohnt. Denn die Aussicht auf türkisfarbene Bergseen und saftige Almwiesen, mit den 3000 Meter hohen Gipfeln im Hintergrund, sind jeden Muskelkater und durchgeschwitzte Kleidung wert.

Der Huserstock befindet sich zwischen Fronalp- und Chlingenstock: Im Sommer ist die Überschreitung der drei Gipfel eine viel begangene Gratwanderung. (Bild: Matthias Niederberger, Wikimedia)

Der Huserstock befindet sich zwischen Fronalp- und Chlingenstock: Im Sommer ist die Überschreitung der drei Gipfel eine viel begangene Gratwanderung. (Bild: Matthias Niederberger, Wikimedia)

Detailinformationen helfen bei der Anreise

Wenn Sie sich auf den Gratwanderweg Stoos machen möchten, bewältigen Sie die Fahrt dorthin am besten mit der Standseilbahn Schwyz/Schlattli-Stoos. Die Talstation liegt knapp 45 Minuten von Zürich entfernt. Kommen Sie aus Luzern, sind es gar nur 30 Minuten Anfahrtszeit.



Die beste Zeit, den Gratwanderweg zu begehen, ist grundsätzlich im Juni oder August, wenn die Bergwiesenblüte voll eingesetzt hat. Die Öffnungszeiten der Bahn und des Weges selbst reichen bis zum ersten Schnee, der in jener Region meist Ende Oktober oder Anfang November fällt. Wenn Sie sich im Herbst auf den Weg machen, bietet sich Ihnen entlang des Weges ein herrlicher Ausblick auf blaue Seen und manchmal schon tief eingeschneite Berggipfel. Der Gratwanderweg ist insgesamt fünf Kilometer lang und verläuft zwischen Klingenstock und Fronalpstock, wobei Sie ihn in unterschiedlichen Richtungen erwandern können. Sind Sie am Vormittag unterwegs, sind die Bedingungen allerdings etwas besser, da Sie zu diesem Zeitpunkt die Sonne im Rücken haben und so den Ausblick auf den See geniessen können.

Der Gratwanderweg Stoos (Bild: Chris.urs-o, Wikimedia, CC)

Der Gratwanderweg Stoos (Bild: Chris.urs-o, Wikimedia, CC)

Mit der steilsten Standseilbahn der Welt nach oben

Bereits auf dem Weg nach oben erleben Sie den ersten Superlativ, denn die steilste Standseilbahn der Welt führt bergauf. Die Steigung beträgt bis zu 78 %, wird aber vom knallroten Stoos-Express perfekt bewältigt. Das Örtchen Stoos liegt auf 1300 Metern Höhe und wird von der Seilbahn seit 1933 regelmässig mit Touristen versorgt.

Die Kapelle von Stoos (Bild: Badener, Wikimedia, CC)

Die Kapelle von Stoos (Bild: Badener, Wikimedia, CC)

Wenn Sie es bis zum Wanderweg bequem haben möchten, können Sie auch den gepolsterten Sessellift wählen. Nur knapp nach dem Ausstieg eröffnet sich Ihnen eine faszinierende Aussicht. Denn Sie blicken hinab auf den Südteil des Vierwaldstättersees, der Urnersee genannt wird. Gleichzeitig sehen Sie aber auch das ewige Eis der ersten 3000er-Gipfel. Der Weg dauert mindestens eineinhalb Stunden, je nachdem wie fit Sie sind und wie häufig Sie Fotos machen möchten. Wenn Sie bleibende Erinnerungen für zu Hause haben möchten, sollten Sie schliesslich in jedem Fall auf sicheren Stand achten, denn der Gratwanderweg ist hier gerade breit genug, um Platz für zwei Wanderer zu bieten. Abgesehen davon ist das Gelände steinig und steil.

Fronalpstock – Blick auf Brunnen (© Joujou  / pixelio.de)

Fronalpstock – Blick auf Brunnen (© Joujou / pixelio.de)




Kettensicherung für steile Abschnitte



Auch wenn Sie für den Gratwanderweg Stoos keine Erfahrung im Klettern haben müssen, sollten Sie dennoch über entsprechende Trittsicherheit und Kondition verfügen. Denn das Ziel ist nun der 1922 Meter hohe Fronalpstock, auf dem an schönen Sommertagen durchaus reger Betrieb herrscht, auch wenn vom Massentourismus noch nichts zu spüren ist.



Wer auf dem Wanderweg einen Blick nach vorne riskiert, der wird vielleicht an Luftaufnahmen der Chinesischen Mauer erinnert. Denn scheinbar endlos schlängelt sich der Weg über Rot Turm und Huser Stock bis nach Furggeil. Steile Abschnitte sind mit Ketten gesichert, um den Wanderern den nötigen Halt zu gewährleisten. Für die Stärkung zwischendurch finden Sie einige wenige Rastplätze, die meist aus massiven Tischen und Bänken bestehen. Tief unten liegt der geschichtsträchtigste Ort der Schweiz, nämlich das Rütli. Am 01. August 1291 schworen dort laut Sage die drei Abgesandten der Urkantone Schwyz, Uri und Unterwalden den Bund, der später die Confoederatio Helvetica hervorbrachte. Die Rütliwiese ist heute Nationalheiligtum und nur zu Fuss oder mit dem Schiff zu erreichen.



Eine weitere geschichtsträchtige Sehenswürdigkeit ragt wie ein Obelisk aus dem Wasser. Gemeint ist der Schillerstein, der dem Dichter von Wilhelm Tell gewidmet ist. Das Drama sollte den Rütlischwur auch im Ausland bekannt machen.

Der letzte Abschnitt verlangt jegliche Anstrengung

Bis der Fronalpstock schliesslich erreicht ist, kostet es noch ordentlich Anstrengung. Doch die lohnt sich, denn Sie werden mit einem aussergewöhnlichen Blick belohnt: Bei klarer Sicht sehen Sie zehn Seen und die berühmten Luzerner Hausberge Rigi und Pilatus. Herrscht gutes Wetter mit optimaler Fernsicht, ist sogar Luzern in der Ferne zu erahnen. Nach einer ausgiebigen Rast gehts dann wieder retour ins Tal, begleitet vom Geläute echter Kuhglocken, was das Klischee eines typischen Schweizer Ausfluges komplettiert.

 

Oberstes Bild: Fronalpstock im Blütenmeer (© Joujou  / pixelio.de)

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Über Susanne Mairhofer

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