Die Alfama – das ursprüngliche Lissabon entdecken

16.10.2014 |  Von  |  Alle Länder, Europa

Die Alfama ist eines der ältesten Stadtviertel Lissabons. Verwinkelte und enge Gassen und die idyllische Hanglage sorgen dafür, dass sich Besucher in ein portugiesisches Dörfchen versetzt fühlen. Über allem thront majestätisch und imposant das Castelo de São Jorge – von hier aus bietet sich ein unvergleichlicher Blick über die Dächer der Stadt am Tejo.

Wer den Aufstieg auf den Hügel nicht zu Fuss in Angriff nehmen möchte, gelangt mit der Tram, die sich recht spektakulär durch die engen Gässchen windet, hinauf. Bei der Eléctrico 28 handelt es sich einem Bericht des Nachrichtenmagazins „Spiegel“ zufolge um die dienstälteste Tramlinie der Welt, sie stammt aus dem Jahr 1902.

Im Jahr 1755 zerstörte ein verheerendes Erdbeben weite Teile Lissabons, die Alfama überstand das Naturereignis weitgehend unbeschadet; das Viertel, in dem einst schon die Mauren lebten, blieb erhalten. An einigen Stellen sind die labyrinthartigen Gassen so eng, dass Sie durch die ebenerdig liegenden Fenster einen Blick in die Wohnungen werfen können. Kochdüfte mischen sich mit dem Geruch frischer Wäsche – hier herrscht eine unvergleichliche Atmosphäre. An den Häusern erinnern bunte Fliesenmosaike und Muster an die einstige Herrschaft der Mauren.

Die Alfama ist eines der ältesten Stadtviertel Lissabons. (Bild: Alvesgaspar, Wikimedia, CC)

Die Alfama ist eines der ältesten Stadtviertel Lissabons. (Bild: Alvesgaspar, Wikimedia, CC)

Alfama ist eine arabische Bezeichnung und bedeutet übersetzt „heisse Quellen“. Nachdem die Mauren in dem Hangviertel Lissabons gelebt hatten, zogen vor allem Adlige und reiche jüdische Kaufleute auf den Berg. Im 16. Jahrhundert wurden die Juden aus Portugal vertrieben, nun machten sich Handwerker, Tagelöhner und Seeleute in der Alfama breit, der Ruf des Viertel war bald ruiniert. Bei dem Erdbeben wurde genau das Viertel, in dem es nach Ansicht vieler Bewohner zuging wie in Sodom und Gomorrha, nicht zerstört.

Auch heute noch liegen die idyllische Schönheit der maroden Bauten und die Armut der Bewohner dicht beieinander. Trotzdem fühlen sich Besucher bei einem Spaziergang durch die Alfama wie in den Orient versetzt. Besonders nach Feierabend, wenn sich die Cafés und Kneipen mit den Bewohnern füllen, herrscht eine einmalige Atmosphäre. Touristen fühlen sich hier in das wahrhaftige und ursprüngliche Lissabon katapultiert und lassen sich gern einfach durch die Gassen treiben.

Bei einem Bummel erreichen Sie irgendwann den Flohmarkt Feira de Ladra, den „Markt der Diebinnen“. Hier handelt es sich um den grössten Markt der Stadt, der von Touristen extrem frequentiert wird. Früher wurde hier vor allem gestohlene Ware verkauft, daher kommt der eigenartige Name. Nach der angenehmen Stille der Alfama sind Besucher angesichts der kitschigen Erinnerungsstücke und Souvenirstände schnell wieder im heutigen Portugal angekommen – das ist fast ein wenig schade!

 

Oberstes Bild: Der Besuch in der Alfama bedeutet das ursprüngliche Lissabon entdecken. (© El fosilmaníaco, WIkimedia, CC)

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Über Andrea Hauser

Aus meinem langjährigen Hobby, dem Schreiben, ist im Jahr 2010 ein echter Job geworden - seitdem arbeite ich als selbständige Texterin. Davor war ich als gelernte Bankkauffrau im klassischen Kreditgeschäft einer Hypothekenbank tätig. Immobilien und Baufinanzierungen sowie Versicherungen zählen daher zu meinen Steckenpferden. Ich entdecke aber auch gern neue Themen abseits dieser „trockenen Materie“ und arbeite mich gern in neue Gebiete ein.


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